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Altenburg Rüstige Ritter und beschwingte Barden erobern ihr Publikum
Region Altenburg Rüstige Ritter und beschwingte Barden erobern ihr Publikum
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17:01 21.05.2018
Wenn am Fuße der Burg Posterstein das Mittelalter Einzug hält, strömt das Publikum zuhauf herbei. Quelle: Mario Jahn
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Posterstein

Ritter, Gaukler und allerlei Händler bevölkerten über Pfingsten wieder die Burg Posterstein. Wie auch schon in den vergangenen Jahren, bot die historische Burganlage den passenden Rahmen für das Mittelalterspektakel mit Ritterturnier. Und wie gewohnt boten die Wenzel Ritterspiele aus Brandenburg mit ihren Schaukämpfen die Höhepunkte, dicht gefolgt von den Mittelaltermusikern und Gruppen auf der Bühne. Dazu reihte sich an der Burg Stand an Stand.

Schlemmen, trinken, kaufen

Vor allem gab es dort reichlich zu schlemmen und gut zu trinken. Daneben konkurrierten Standbetreiber mit Schmuck sowie Accessoires für Heim und Körper um die Euro-Taler in den Taschen der Gäste. Aber auch Handwerker wie Uwe Lahl waren vor Ort, um nicht nur ihre Auslagen auszubreiten, sondern auch um zu zeigen, wie vor zig Generationen gearbeitet wurde: mühsam und zeitaufwendig. „Ich arbeite kontinuierlich an einem Motiv, trotzdem brauche alles in allem rund drei Stunden, bis es fertig ist“, erklärte der Punzierer. Mit kleinen Metallstempeln schlug er dabei ein vorgezeichnetes Muster ins Leder – sprich er punzierte den Deckel einer Ledertasche. Früher, zu Zeiten von Minnegesang und Burgfräuleins, nutzten die Punzierer Horn und Knochen zum Einprägen der Verzierungen, erklärte er. Später kamen metallene Stempel so wie jene, mit denen Kunsthandwerker Uwe Lahl filigrane Muster und Bilder in dickes Leder schlägt, aus dem er dann Taschen, Gürtel oder Armschienen fertigt.

Berittene Kämpfer tragen Turniere aus

Während Uwe Lahl sich millimeterweise entlang der Linien auf Leder arbeitet und dabei ein ums andere Mal unterbrochen wird, um mit Leidenschaft den Neugierigen an seinem Stand das Handwerk zu erklären, künden die Rufe des Heroldes von einem bevorstehenden Kampf hoch zu Ross. Eine Besonderheit, die es nur auf wenigen Veranstaltungen dieser Art zu sehen gibt. Drei berittene Kämpfer zeigten auszugsweise, wie etwa vom 12. bis zum 16. Jahrhundert die Turniere ausgetragen wurden. Dazu gehörte nicht nur das Tjosten – das Lanzenstechen – sondern auch Geschicklichkeitsübungen, wie Ringe einfangen. Am Wochenende allerdings war es in erster Linie der Kampf Mann gegen Mann, auf den die Gäste – vor allem die Kinder – gewartet hatten. So brutal wie im Mittelalter ging es dabei glücklicherweise nicht zur Sache. August der Kahle von Sachsen alias André Pede und seine Truppe achteten darauf, sich nicht zu verletzen, auch wenn das ein wenig auf Kosten der Authentizität ging. „Aber wenn man einen Stoß mit der Lanze auf den Körper bekommt, und das ist jedem von uns schon passiert, da hast du eine Woche Schmerzen“, erklärte Pede. Gefährlich seien die Shows nicht, so lange nichts schiefgeht. Lediglich die Pappelholz-Lanzen, von denen etliche zerbrachen, mussten am Wochenende dran glauben.

Zauberstäbe für Esoteriker

Im Vergleich dazu ist den Zauberstäben von Hendrik Neuhaus ein längeres Leben beschert. An seinem Erlebnisbasar gab es die magischen Werkzeuge für 15 Euro das Stück. „Die kaufen die Leute, die sich ihre Wohnung entsprechen schmücken wollen, oder Esoteriker. Und auch ich nutze die Stäbe gern, zum Beispiel zum Tanzen“, plauderte Neuhaus alias „Hamar“. An Musik mit eigenem Zauber mangelte es in Posterstein jedenfalls nicht. Dafür sorgten schon Gruppen wie The Sandsacks und Cradem Aventure.

Von Jörg Reuter

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