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Ruine stürzt ein - Kauf wird nicht rückgängig gemacht

Ruine stürzt ein - Kauf wird nicht rückgängig gemacht

Krachend fällt das Dach ein, Holzverkleidungen bersten, Schutt stürzt auf die Straße. Das alte Haus in der Altenburger Pauritzer Straße 59, unmittelbar gegenüber der Gaststätte "Zum alten Markt", wird vollends zur Ruine.

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Dach eingestürzt, Verkleidungen geborsten: Jetzt soll die Ruine abgerissen werden. Fotos: Mario Jahn

Quelle: Mario Jahn

Glücklicherweise wird bei dem partiellen Einsturz kein zufälliger Passant verletzt.

 

Schon am Montag hatte sich Oberbürgermeister Michael Wolf (51, SPD) zusammen mit der Feuerwehr von der neuen Situation überzeugt und festgelegt, wie mit der inzwischen von der Stadt gekauften Bruchbude weiter verfahren werden soll.

 

So wird die Pauritzer Straße vor dem Haus ab heute komplett und fest abgesperrt, wie Wolf gestern Nachmittag auf OVZ-Anfrage sagte. Außerdem habe er mit den für die Vergabe der Fördermittel zuständigen Thüringer Behörden jetzt die Finanzierung des Abriss-Projekts geklärt. Der Abriss des vorderen Gebäudeteils könne umgehend und ohne Ausschreibung vergeben werden, von drei Firmen würden dazu bereits die Angebote eingeholt. "Bis spätestens Ende Mai soll dieser Teil erledigt sein."

 

Parallel würden die Planungen für die restlichen Arbeiten erstellt, die dann wie üblich ausgeschrieben werden sollen. "Ende des Jahres wird dieses Relikt der Vergangenheit angehören. Dann wird hier eine Wiese sein, die wir wie die benachbarte Fläche vermarkten können", betonte Wolf. Ursprünglich sollte die Ruine allerdings schon Ende März verschwunden sein, war noch im Dezember angekündigt worden.

 

Doch auch um das grundsätzliche Vorgehen der Stadt in diesem Fall gibt es jetzt neuerlichen Streit. Altenburg hatte das Objekt für 30 000 Euro kaufen wollen, nur um es anschließend abreißen zu lassen. Das sorgte schon damals für Widerspruch. Es tue zwar weh, dafür Geld auszugeben, hatte der OB den Plan im Dezember begründet. Jedoch würde die harte Konfrontation einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem in den alten Bundesländern lebenden Eigentümer sehr viel mehr Geld, Zeit und Kraft kosten.

 

An dieses Problem knüpfte gestern die Bürgerbewegung Pro Altenburg an und forderte, angesichts der zusammenfallenden Ruine den Eigentümer doch noch haftbar zu machen. Der OB solle die Entscheidung noch einmal überprüfen, heißt es in einer Pressemitteilung. "Sollte der Eigentumswechsel im Grundbuch noch nicht vollzogen sein, sollte die Stadt von ihrer Kaufabsicht abrücken. Hier ist eine Ersatzvornahme der Stadt möglich. Also Abriss auf Kosten des alten Eigentümers", verlangte Pro-Altenburg-Chef Peter Müller (60).

 

Damit würde der Haushalt der Stadt nur vorübergehend belastet und die Kosten blieben beim Verursacher. Auch würde die Stadt gegenüber anderen Eigentümern ein Zeichen setzen, die ihr Grundstück zur Gefahr der Altenburger Bürger machen. "Schnelles Handeln sollte die so entstandene Situation zugunsten der Stadt Altenburg verändern", so Müller.

 

Der Oberbürgermeister erklärte dagegen: "Die notariellen Verträge sind gemacht, es gibt kein Zurück mehr. Und das war auch so gewollt." Auf Nachfrage räumte Wolf zwar ein, der Vertrag könne rückgängig gemacht werden. "Aber ich will es nicht rückgängig machen." Das Areal sollte endlich zügig neu beplant und bebaut werden können.

Günter Neumann

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Von Redakteur Gabriele Neumann

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