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Altenburg Rund 60 Tierschützer demonstrieren am Schlachthof in Altenburg
Region Altenburg Rund 60 Tierschützer demonstrieren am Schlachthof in Altenburg
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15:09 23.12.2018
Vor allem junge Leute aus Großstädten demonstrierten am Schlachthof. Sie stoppten Lkw, um Schweinen vor der Schlachtung kurz Zuwendung zu geben. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch das des Festbratens. Tierschützern dreht sich beim Gedanken daran förmlich der Magen um. Deshalb riefen zwei Vereinigungen am Tag vor Heiligabend zur Mahnwache an den Toren des Schlachthofs in Altenburg. Rund 60 Aktivisten waren dem Aufruf des Vereins Deutsches Tierschutzbüro Berlin und dem Netzwerk Animal Save, das zum dritten Mal zu einer Aktion in Altenburg aufrief, gefolgt.

„Wir möchten, dass das Leid der Tiere sichtbar wird, denn viele Menschen wollen sich das nicht vor Augen halten“, erklärte Marlene Buhk. Von Chemnitz aus gehört sie zu den Organisatoren von Animal Save und der Demonstration, deren Ziel es unter anderem war, die Tiertransporter für maximal zwei Minuten am Weiterfahren in den Schlachthof zu hindern. Zwei Laster stoppten auch, und für die Schweine gab es Leckerli und Streicheleinheiten. Einmal im Leben sollen die Tiere einen Moment der Liebe erleben, sagte Marlene Buhk.

Vegane Roulade zum Fest

Heiligabend kocht die 22-jährige Studentin, die einräumt, noch nie in einem Schweinestall gewesen zu seien, natürlich für die Eltern fleischlos. Bei den Großeltern am Weihnachtsfeiertag gibt es für sie ein veganes Schnitzel. Jahn Peifer, Vorsitzender des Vereins Deutsches Tierschutzbüro, freut sich auf vegane Roulade mit Rotkohl und Klößen zum Fest. „Unser Anliegen ist, dass keine Tiere mehr gequält und geschlachtet werden“, so Peifer. Das sei zwar eine radikale Forderung, aber angesichts der Skandale in der Fleischwirtschaft bis in Bio-Betriebe hinein bedürfe es radikaler Lösungen.

Vom Fest der Liebe zu reden, ohne dabei an das Tierwohl zu denken, sei ihnen suspekt. Deshalb riefen einen Tag vor Heiligabend der Verein Tierschutzbüro aus Berlin und das Netzwerk Animal Save zu einer Mahnwache vor den Toren des Altenburger Schlachthofs auf. Die rund 60 Teilnehmer stoppten unter anderem die Tiertransporter, um mit Plakaten und Streicheleinheiten auf das Leid der Schweine hinzuweisen.

Mit Peifer ist auch Denise Weber vom Tierschutzbüro aus Berlin nach Altenburg gekommen. Weihnachten, das Fest der Liebe, das sei ihr suspekt ohne den Gedanken an das Tierwohl. „Das perfide ist ja auch: Weil in manchen Bundesländern jetzt nicht geschlachtet werden darf, wird hier in Altenburg die Produktion hochgefahren“, behauptete die Berlinerin. Deshalb sei ihr die Aktion wichtig.

Altenburger Vereinschefin unterstützt Aktivisten

Doch es könne ja nicht sein, dass sich an der Mahnwache am Schlachthof nur junge Leute von außerhalb beteiligen, findet Andrea Rücker. Schon deshalb sei sie mit ihren Unterstützern da, aber selbstverständlich auch, weil das Anliegen der jungen Tierschützer auch das ihre ist. „Wir sind diesbezüglich immer aktiv, nicht nur heute“, sagte die Chefin des Altenburger Vereines „Hoffnung für Wildenten, Schwäne & Co.“. Denn es sei vor allem die Massentierhaltung, mit der sie ihre Probleme habe.

In diesem Zusammenhang beklagt sie, dass gerade erst „mit viel zu wenigen Gegenstimmen“ im Bundestag die Erlaubnis zur betäubungslosen Kastration von Ferkeln um zwei Jahre verlängert wurde. Jedoch: Wenn es dem Borstenvieh gut geht, wie auf dem Bio-Hof in Remsa, wo Andrea Rücker gesehen hat, wie die Schweine leben, dann darf es bei ihr auch mal ein Festtagsbraten sein. „Aber zu Weihnachten bin ich eingeladen und lasse mich überraschen.“

Von Jörg Reuter

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