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Runde diskutiert über Lehrersituation im Altenburger Land

Wie weiter an den Schulen? Runde diskutiert über Lehrersituation im Altenburger Land

Einem schwierigen Thema nahm sich jetzt der Kreiselternbeirat an. Im Ratssaal des Landratsamtes diskutierten Eltern-, Lehrer- und Landesvertreter über die Lehrersituation im Altenburger Land. Im Fokus stand vor allem die Nachwuchsgewinnung, ebenso wie man die Stellen nachbesetzen könne, die in den nächsten Jahren frei werden.

Auch im Landkreis Altenburger Land fehlen an den Schulen Lehrer.

Quelle: dpa

Altenburg. Einem schwierigen Thema nahm sich jetzt der Kreiselternbeirat an. Im Ratssaal des Landratsamtes diskutierten Eltern-, Lehrer- und Landesvertreter über die Lehrersituation im Altenburger Land.

Dazu stellten sich Steffen Reiche-Römuß, Landeselternsprecher der Grundschulen, Rolf Busch, Landesvorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes, Norman Müller vom Finanzministerium und Berthold Rader, Leiter des Schulamtes Ostthüringen der Diskussionsrunde. Im Fokus stand vor allem die Nachwuchsgewinnung, ebenso wie man die Stellen nachbesetzen könne, die in den nächsten Jahren frei werden.

Denn, so schildert es Reiche-Römuß, in den nächsten fünf Jahren gehen rund 5000 Lehrer in den Ruhestand. Das Land plane aber nur eine Neueinstellung von etwa 2500 Lehrkräften im selben Zeitraum. „Wie soll das gehen? Schon jetzt mangelt es an allen Ecken und Enden“, so der Landeselternsprecher. Die Klassen sind bis zur Auslastung gefüllt. An manchen Schulen übernimmt ein Lehrer gar zwei Klassen, oder die Schulleitung springt als Lehrkraft ein. „Das ist nicht nur für Lehrer, sondern auch für die Schüler unzumutbar“, sagte Busch. „Durch ständig wechselnde Klassen- oder Vertretungslehrer kommt ja gar keine Ruhe in die Klasse“, fügte Reiche-Römuß hinzu.

Dem hält Rader vom Ostthüringer Schulamt entgegen, das zumindest 1200 Lehrerstellen, deren Streichung beschlossen war, erhalten bleiben sollen.

Auch die Betreuung und Integration von Flüchtlingskindern beschäftigt zusätzlich. Denn die Tage der DaZ-Lehrer (Deutsch als Zweitsprache) ist gezählt. Viele Verträge laufen im Sommer, nach zwei Jahren, aus.

Es geht aber nicht nur um fehlende Stellen, sondern auch darum, dass es nicht genügend Bewerber gebe. „Lehrermangel ist kein Geldmangel“, betonte Norman Müller vom thüringischen Finanzministerium. „Es gibt einfach nicht genügend Bewerber, die wir gewinnen können.“ Denn, so schildert es auch Rolf Busch vom Lehrerverband: „Viele Bewerber werden von den umliegenden Bundesländern Hessen und vor allem Niedersachsen abgeworben.“

Wenn dort nicht nur der Job, sondern auch die Bezahlung stimmt, sei es schwierig, dem etwas entgegen zu setzten. Hinzu kommt, so bemängelt es auch Sandra Kretschmann vom Kreiselternbeirat in ihrer Einführungsrede, der Organisationsaufwand bei der Einstellung von neuen Referendaren. So komme es häufig vor, dass Studenten nach der Universität bis zu einem halben Jahr in der Luft hingen, bevor sie wüssten, wie es weitergeht. „Sich in der Zeit nach Alternativen umzusehen, ist nur verständlich“, so Busch. Auch die Arbeit im ländlichen Raum ist für viele junge Menschen nur wenig attraktiv.

Ein weiteres Problem, dem zumindest der Garaus gemacht werden soll, ist die Verbeamtung des Lehrpersonals. Zum kommenden Schuljahr können sich Lehrer in Thüringen wieder verbeamten lassen.

Als Lösungsansatz kristallisierte sich in der Diskussion heraus, dass viel früher versucht werden müsse, Lehramtsanwärter für die „richtigen“ Fächer gewinnen zu können. „Was bringt es, wenn sich nur Sozialkunde- und Geschichtslehrer bewerben, wir aber händeringend Chemie- oder Physiklehrer brauchen“, schildert Rader eine Herausforderung seiner Behörde. So könne man schon vor Studienbeginn den Schülern aufzeigen, welche Fächerkombinationen für die Arbeitswelt ratsam seien. Außerdem könne man an Studierende herantreten und sie zu einem dritten Fach motivieren. Wie und ob man diesen Vorschlag tatsächlich umsetzten könnte, blieb offen.

Zuletzt kam die Diskussion auf die Schulsozialarbeit. Aus Sicht einiger Zuhörer gibt es auch hier erheblichen Verbesserungsbedarf. Das Argument: Wenn die Lehrer von ausreichend Erziehern und Hortnern unterstützt würden, könnte auch so zu einer Entlastung der Lehrarbeit beigetragen werden.

Von Tatjana Kulpa

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