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Altenburg Rundfahrt ist Tour de France der Frauen
Region Altenburg Rundfahrt ist Tour de France der Frauen
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00:39 23.07.2015
Als Sportsoldatin bereits zum vierten Mal bei der Thüringen-Rundfahrt dabei: Stephanie Pohl aus dem Deutschen Nationalteam. Quelle: Lucas Grothe
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Altenburg ist zwar - wie im vergangenen Jahr - kein Etappenort, aber trotzdem in die Rundfahrt integriert: Die Teams haben, wie berichtet, im Altenburger Hof ihr Quartier aufgeschlagen. Auf dem Parkplatz reihen sich die Kleintransporter der Mechaniker an abgestellte Fahrräder. Insgesamt schon fast eine familiäre Veranstaltung, wie Franziska Große, die sportliche Leiterin der Rundfahrt sagt: "Wir sehen hier oft dieselben Fahrerinnen wieder, das freut mich jedes Jahr sehr."

Die Rundfahrt ist bei vielen Sportlerinnen der Weltelite fest im Kalender vermerkt. Das gleiche gilt für zahlreiche Zuschauer am Straßenrand, die den rasenden Damen zujubeln. "In Altenburg kommen außerdem viele Fans zum Hotel, um sich Autogramme zu holen", erzählt Franziska Große. Manche Zuschauer kämen sogar extra aus Holland, um bei der Thüringen-Rundfahrt dabei zu sein. Trotzdem: Im Vergleich zur parallel stattfindenden Tour de France - dem größten Radsportereignis der Männer - ist das überregionale Interesse gering.

"Da besteht schon ein sehr großer Unterschied zwischen Frauen und Männern", sagt denn auch Stephanie Pohl. Die 27-Jährige fährt im Deutschen Nationalteam ebenso wie Lokalmatadorin Corinna Lechner vom SV Aufbau Altenburg. Pohl ist dieses Jahr zum vierten Mal dabei. Angefangen hat sie mit dem professionellen Radfahren vor 15 Jahren in Cottbus. Pohl schätzt die Rennwoche im Freistaat sehr, es sei "die Tour de France der Frauen".

Sieben Tage Radfahren am Stück - den Teilnehmerinnen fordern die anspruchsvollen Etappen alles ab. "Da darf man eigentlich keinen schlechten Tag haben", sagt Pohl. "Und wenn doch, muss man trotzdem irgendwie innerhalb der festgelegten Zeit ins Ziel kommen." Da sei Regeneration wichtig - und ein gutes Quartier wie im Altenburger Hof besonders willkommen. "Bei anderen Rundfahrten schlafen wir auch schon mal in Schulen", so die Cottbuserin. Das Umfeld stimmt also in Thüringen, erfolgreiche Teilnehmerinnen sind auch da.

Das kann aber nicht über die grundsätzlichen Probleme des professionellen Radsports bei den Frauen hinwegtäuschen. "Der Internationale Radsportverband sollte die Frauen insgesamt mehr fördern", fordert Franziska Große. Denkbar sei beispielsweise, dass die Frauen auch auf der Tour de France mitfahren. "Auf der gleichen Strecke wie die Männer. Nur vielleicht auf einem kürzerem Abschnitt und ein paar Stunden früher." Dann wäre sicherlich auch das internationale Medieninteresse größer.

Vom professionellen Radsport allein könnten derzeit kaum Frauen leben. "Höchstens die besten zehn oder zwanzig der Welt", berichtet Stephanie Pohl. Die anderen seien entweder staatlich gefördert oder müssten sich parallel zum Radsport ein zweites Standbein aufbauen. Pohl selbst ist Sportsoldatin. Bei der Thüringen-Rundfahrt hofft sie derzeit auf gute Ergebnisse und natürlich darauf, sturzfrei ins Ziel zu kommen. Ihr nächstes großes Ziel hat sie dann auch schon vor Augen: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2018 in Rio de Janeiro in Brasilien.

Lucas Grothe

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