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Altenburg Rußrindenkrankheit: Altenburger Land derzeit nicht betroffen
Region Altenburg Rußrindenkrankheit: Altenburger Land derzeit nicht betroffen
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18:10 19.10.2017
Wurde jetzt auch in Thüringen nachgewiesen: Die durch Pilze ausgelöste Rußrindenkrankheit bei Bäumen. Quelle: dpa
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Altenburg

Am Anfang des Monats stellte das Forstamt erstmals den gefährlichen Erreger der Rußrindenkrankheit in Nordthüringen am Ahorn fest. Nachgewiesen wurde der Pilz Cryptostroma corticale bereits auf einem privaten Waldstück im nördlichen Weimarer Land, auf einem knapp ein Fußballfeld großem Jungbestand im Forstamt Bad Berka. Das Altenburger Land ist laut Försteroberinspektor Jörg Zippel, Revierleiter Leina, derzeit nicht betroffen.

Der Pilz sorgt dafür, dass die Stammrinde der Bäume aufplatzt und abblättert, wodurch weitere Sporen entlassen werden und sich durch Luftzug und Wind verbreiten. Zudem verfärbt sich das Holz schwarz. Der Pilz kann auch Gesundheitsschäden bei den Menschen mehrere Stunden nach dem Einatmen hervorrufen, unter anderem Reizhusten, Fieber oder Atemnot.

Experten begründen die Ausbreitung des hauptsächlich in Nordamerika und Teilen Großbritanniens verbreiteten Erregers mit dem Klimawandel. So profitiere der Schadorganismus von heißen und trockenen Sommern. Er sei erstmals 2005 in Baden-Württemberg aufgetreten und habe nun Thüringen erreicht. Der Schimmelpilz sorge für Blattwelke, absterbende Kronen und Schleimfluss am Stamm, sagte Fortsprecher Horst Sproßmann.

Forst- und Waldarbeitern, die in einem befallenen Gebiet arbeiten, wurde vom Thüringen Forst das Tragen eines Schutzanzuges, einer Atemmaske und von leicht desinfizierbaren Schuhen angeordnet. Die Fällung soll bei großräumiger Absperrung während Regenwetters erfolgen. Die gefällten Bäume dürfen keinesfalls als Brennholz genutzt werden, da die Sporen in geschlossenen Räumen noch wirksamer auftreten. Auch das befallenes Holz nur abgedeckt transportiert und nicht weiterverkauft werden. Im Laufe des Monats wird das Forstamt gemeinsam mit Gesundheitsexperten eine richtige Herangehensweise beschließen.

Inwiefern der Erreger sich ausbreitet und welche Gebiete er noch befallen wird, bleibt offen. Bekannt ist nur, dass die Sporen sich wahrscheinlich durch den Wind verteilen. Dr. Bernd Ihl von der Martin-Luther-Universität Halle berichtet allerdings: „Ich konnte bei Waldspaziergängen in der Nähe von Halle schon feststellen, dass die Borke einiger Bergahornbäume bereits absplittert.‟

Ein weiteres Problem stellt derzeit ein asiatischer Pilz dar, der dafür sorgt, dass Eschen in ganz Thüringen absterben. „Die Pilzsporen sorgen in Verbindung mit Insekten dafür, dass die Zellwände der Bäume abgebaut werden und diese so an Stabilität verlieren‟, sagt Ihl. Er befürchtet, dass dies eventuell auch zu einem ähnlichen Fall wie das Ulmsterben vor einigen Jahren führen könnte.

Weitere für Bäume schädliche Pilze, die im Altenburger Land auftreten, sind der holzzerstörende Hallimasch, der Mehltau- und Rostpilz, welche sich auf der Blattoberseite absetzen, und die Porlinge. Diese stellen aber keine Gefahr für den Menschen dar.

Von Susan Sparbrod

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