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Altenburg SPD nominiert Bettina Feller zur Landratskandidatin
Region Altenburg SPD nominiert Bettina Feller zur Landratskandidatin
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19:52 28.02.2012
Quelle: Thomas Lier
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Altenburg

Die 56-jährige Verwaltungsfachfrau hatte die 44 Versammlungsteilnehmer vor der Wahl mit einer emotionalen und kritischen Rede begeistert und dafür sogar rhythmischen Applaus geerntet. Bei der Abstimmung votierten allerdings nur 33 Mitglieder für sie, neun stimmten mit Nein und zwei enthielten sich. Feller war überraschend für Kreistagsfraktionschef Dirk Schwerd eingesprungen, der seine Bewerbung aus familiären Gründen zurückgezogen hatte (OVZ berichtete).

SPD-Kreischef Hartmut Schubert war noch am Montag die Erleichterung über die Kandidatur anzumerken, der eine wochenlange fieberhafte Suche vorausgegangen war. "Ich bin froh, weil unsere Wähler von uns erwarten, einen eigenen Bewerber zu nominieren", sagte er. Unterstützung im Wahlkampf wurde Feller von der am Montag eigens angereisten Sozialministerin Heike Taubert (SPD) zugesagt, die vor allem den Charme und die Intelligenz der Kandidatin hervorhob. Eigenschaften, meinte Taubert mit einem Augenzwinkern, die manche Männer nicht besäßen.

In ihrer Ansprache rechnete Feller mit dem parteilosen Amtsinhaber ab und kündigte an, zwischen Städten und Gemeinden zu vermitteln, anstelle sie gegeneinander auszuspielen, so wie es Sieghardt Rydzewski tue. "Wir brauchen keinen Stillstand und keinen, der die Meinungen anderer ignoriert", sagte sie. Stattdessen seien umsetzbare Ziele und Visionen gefragt und Menschen, die wieder Lust bekommen, sich aktiv einzubringen. Feller kündigte ihren Einsatz gegen Kinder- und Altersarmut an. "Wir dürfen nicht länger zuschauen, dass gut ausgebildete, junge Menschen dem Altenburger Land den Rücken kehren", sagte sie ebenso. Deshalb werde sie sich stärker um Betriebe kümmern, um neue Investoren werben und in Zusammenarbeit mit Unternehmen für eine gezielte Berufsausbildung sorgen. Sie sprach sich für den Erhalt des Theaters aus, jedoch mit gleichrangigen Angeboten in Gera und Altenburg. Hier trete sie, was ebenso die Probleme beim Flugplatz betreffe, ein schweres Erbe an.

Neben der Kandidatin rechneten auch andere Redner mit dem Amtsinhaber ab. "Der Landrat hat abgewirtschaftet, er agiert plan- und ziellos", rief Altenburgs Ortsverbandschef Norman Müller. Anstelle Führungsstärke zu zeigen, spiele Rydzewski die Gemeinden gegeneinander aus, schlug Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf in die gleiche Kerbe. Es sei höchste Zeit für einen Wechsel. Und geht es nach Juso-Kreischef Sven Schrade, stehe dieser auch bevor: "Mit Bettina Fehler und Michael Wolf als Tandem setzen wir nicht auf Platz, sondern auf Sieg." Jens Rosenkranz

-Kommentar

Die Landrats-Kandidatin der SPD hat ein persönliches Interesse daran, Sieghardt Rydzewski keine dritte Amtszeit zu schenken, wie sie am Montag ankündigte. Denn aus Protest gegen die Politik des Landrates war Bettina Feller 2004 aus der SPD ausgetreten, der sie ebenso wie ihr Kontrahent seit 1990 angehört hatte. Erst nachdem Rydzewski 2006 den Sozialdemokraten den Rücken kehrte, wurde Bettina Feller wieder Parteimitglied.

Die gelernte Erzieherin und studierte Verwaltungsbetriebswirtin baute 1990 das Jugend- und Sozialamt im Landratsamt Schmölln auf, das sie bis zur Fusion mit dem Kreis Altenburg im Jahr 1994 leitete.

Seither ist die heute 56-Jährige in den Bereichen Soziales, Jugend und Bildung im Landratsamt tätig, seit 2008 als Bildungsbeauftragte des Landkreises. Nach der Wende saß sie außerdem für ihre Partei zwölf Jahre im Schmöllner Stadtrat.

Bettina Feller ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und wohnt seit 2003 in Altenburg.

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