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SWG Meuselwitz: Mit gezielter Vermarktung gegen steigenden Leerstand

Bilanz für 2015 SWG Meuselwitz: Mit gezielter Vermarktung gegen steigenden Leerstand

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Meuselwitz verfügte 2015 noch über 1044 Wohnungen. Zwei waren zurückgebaut worden. 959 Quartiere sind saniert, wovon 118 Wohnungen nicht bewohnt werden. Der Leerstand stieg damit gegenüber 2014 um drei Prozent auf 12,3. Als Hauptursache dafür nannte Geschäftsführer Fred Reichel die demografische Entwicklung.

Saniert wird durch die Städtische Wohnungsgesellschaft Meuselwitz derzeit das Haus Rathenauplatz 5.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz, Meuselwitz.
Als durchwachsen lässt sich die Jahresbilanz der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) bezeichnen. Vor den Stadträten berichtete dessen Geschäftsführer Fred Reichel, dass die natürliche Bevölkerungsentwicklung auch dem größten Meuselwitzer Vermieter zu schaffen mache. Sie sei die Hauptursache des sich weiter erhöhenden Leerstandes. Lag der bei saniertem Wohnraum 2014 noch bei 9,3 Prozent, so waren es Ende 2015 bereits drei Prozent mehr. Demnach standen von den 1044 Wohnungen der SWG 118 leer. Ein Jahr zuvor betraf das nur 90 Quartiere. Saniert waren Ende 2015 insgesamt 959 Wohnungseinheiten. Weil im Berichtszeitraum im Zuge der Sicherungsarbeiten in der Freiligrathstraße 11 zwei Wohnungen zurückgebaut gebaut wurden, gab es zwei unsanierte Unterkünfte weniger.

„Den Auszügen von 63 Mietparteien aus unserem Bestand stehen lediglich 50 Zuzüge gegenüber“, so Reichel. Weitere 15 Mieter seien verstorben. 19 Familien oder Einzelpersonen zogen in eine andere Wohnung der SWG. Parallel zur Vermietung des aktuell frei werdenden Wohnraums liegt das Augenmerk des städtischen Vermieters insbesondere auf den Quartieren, die bereits länger als sechs Monate leer stehen. Waren das 2014 noch 63, so stieg deren Zahl im Vorjahr auf 88 an. „Die Vermarktung dieses Leerstandes ist wegen des Zustandes in den meisten Fällen mit einer Komplettvorrichtung verbunden“, sagte Reichel.

Weil auch in der Schnauderstadt das Alter der Mieter nach oben geht, bestehe zunehmend der Wunsch und auch das Erfordernis zur Umrüstung der Bäder von Wanne auf Dusche. Weil die Pflegekassen die Förderung solcher Maßnahmen im Vorjahr angehoben hätten, habe die SWG sechs Umrüstungen auf Duschen vornehmen können, informierte Reichel. Wie anderenorts gestaltet sich für die SWG die Vermietung im dritten und vierten Obergeschosses zunehmend schwieriger. „Und das trifft schon auf die jungen Wohnungsinteressenten zu“, so Reichel.

Eine der leerstehenden Wohnung sei ab 1. April für die Unterbringung einer Asylbewerberfamilie vorgesehen. „Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und in Abstimmung mit dem Gesellschafter sowie dem Aufsichtsrat sind wir in der Lage, auf weiteren Bedarf kurzfristig und flexibel zu reagieren“, sagte Reichel zu dem sensiblen Thema.

Für die gezielte Vermarktung leerstehender Wohnungen sollen in diesem Jahr verstärkt Internetplattformen, aber auch der Schnauderbote sowie Schaukästen in der Innenstadt genutzt werden. An den Mann bringen möchte die SWG auch unsanierte Objekte und freie Grundstücke, auf denen beispielsweise Einfamilienhäuser errichtet werden könnten. Im ersten Halbjahr soll es zudem eine erneuerte Auflage der Mieterzeitschrift geben.

Die SWG hatte im Berichtszeitraum mehrere größere Projekte im Blick. Dazu gehörte der Beginn der Sicherungsmaßnahmen und der Rückbau von zwei Wohnungen in der Freiligrathstraße 11 sowie die Vorbereitung der Sicherungsmaßnahmen am Rathenauplatz 5 und des Abrisses des Objektes Fortschrittweg 15/17. „Wir haben 2015 aber auch weitere Fördermittel zur Gebäudesicherung in der Meuselwitzer Innenstadt und dem Ortskern Zipsendorf beantragt“, so Reichel.

Investiert hat die SWG zudem in die Erneuerung der Heizungs- und Warmwasserversorgung in der Puschkinstraße 10 bis 18 und 20 bis 28. In der Mittelstraße 34 ist die obere Geschoßdecke gedämmt worden. In weiteren Objekten habe man die Dämmung vorbereitet. Begonnen haben 2015 die Arbeiten zur kompletten Modernisierung von zwei Wohnungen in der Georgenstraße 1. Diese werden im laufenden Jahr ebenso weitergeführt wie die Dämmung oberer Geschossdecken in der Clara-Zetkin-Straße, der Fritz-Kramer-Straße und am Am Auholz 6/8.

Durch Abtrennung der Bürobereiche in der Verwaltung sei die Service- und Betreuungsqualität für die Mieter und Interessenten 2015 verbessert worden. In diesem Jahr plane die SWG die Anschaffung von sieben Arbeitsplatzrechnern und den Kauf eines mobilen Gerätes zur Nutzung im Vermietungsaußendienst, nannte er weitere Vorhaben.

Von Marlies Neumann

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