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Altenburg Sächsischer Kammerchor begeistert im Altenburger Bachsaal
Region Altenburg Sächsischer Kammerchor begeistert im Altenburger Bachsaal
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19:30 07.12.2017
Stimmgewaltig und mit durchaus ungewöhnlichem Programm präsentierte sich der Sächsische Kammerchor im Bachsaal des Residenzschlosses. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Nach seinem erfolgreichen Auftritt zum diesjährigen Altenburger Musikfestival (OVZ berichtete) gastierte der Sächsische Kammerchor nun erneut in der Skatstadt und eröffnete damit den Reigen der Adventskonzerte.

Es ist immer eine gute Idee, zu einem derartigen Konzert einen Chor einzuladen, der mit dem Gesang der altbekannten Weisen zur Advents- und Weihnachtszeit die Hörer in die rechte Stimmung zu dieser Jahreszeit bringt. Doch da wurde vielleicht der eine oder andere Hörer in diesem Konzert im Bachsaal des Residenzschlosses ein wenig enttäuscht.

Der in Leipzig beheimatete Chor unter der Leitung von Fabian Enders hatte nicht die auf jedem Weihnachtsmarkt erklingenden Hits wie „O, du fröhliche“ oder „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ auf das Programm gesetzt, sondern den Fokus auf weniger bekannte, aber sehr gehaltvolle und verinnerlichte Lieder und Motetten der unterschiedlichsten Stilrichtungen in den Mittelpunkt des Konzertes gelegt.

Dabei spannte Dirigent Enders den Bogen vom ältesten deutschen Weihnachtslied aus dem 11. Jahrhundert bis hinüber zur Chormusik der Gegenwart. Das war eine sehr erlesene, manchmal sogar etwas elitär wirkende Auswahl, die es hinsichtlich der gesanglichen Schwierigkeiten oft in sich hatte und zugleich die enorme Leistungsfähigkeit des Sächsischen Kammerchors unter Beweis stellte. Außerdem gab es zwei Uraufführungen von durchaus anspruchsvollen Motetten aus der Feder von Georg Christoph Biller, dem ehemaligen Thomaskantor zu Leipzig, und von Fabian Enders selbst zu hören.

Insofern war es keine leichte Aufgabe für den Chor, diese Kompositionen dem Publikum so perfekt wie nötig und dennoch so ansprechend wie möglich zu präsentieren, so dass man am Ende des Konzertes mit einem weihnachtlich erfüllten Herzen nach Hause gehen konnte. Doch diesen Balanceakt bewältigten die jugendlichen Sängerinnen und Sänger in fabelhafter Weise. Das lag nicht zuletzt an der engagierten Leistung von Fabian Enders, der seine Sänger mit vollem körperlichen Einsatz durch die oft nicht einfach zu singenden Passagen der Chorkompositionen führte.

Er animierte den Chor zu den leisesten, fast mystisch versunkenen Tönen bei einem stillen Chorsatz von Max Reger oder Friedrich Heinrich Himmel, um andererseits mit geballter Faust und ausladenden, impulsiven Armbewegungen einen exzessiven Forteklang heraufzubeschwören.

Das ging schon deutlich unter die Haut, wie der Sächsische Kammerchor die Motetten von Hugo Distler oder Fabian Enders gestaltete. Zum absoluten Höhepunkt des Adventskonzertes geriet der mit monumentalen Akkordblöcken angereicherte und fast wie in Granit gemeißelte Chorsatz „Und ob sich Wintersturm erhüb“ von Ottmar Gerster. Wunderschön dazu im völligen Gegensatz ließen die Sänger die klangliche Harmonie und eingängige Melodie im Chorsatz „Friede auf Erden“ von Rolf Lukowski gleichsam in allen möglichen Tonfarben aufblühen und aufleuchten.

Versöhnlich und fast ein wenig romantisch überhöht gab sich der Chor dann zum Ende des mit diverser barocker Orgelmusik ergänzten, fast 90-minütigen Konzertes mit Liedsätzen von Johann Wolfgang Frank und Erhard Mauersberger.

Dank hoher Stimmkultur, homogenem Klang, präziser Textgestaltung und prägnanter musikalischer Ausgestaltung hatte dieses Chorensemble bei diesem Konzertabend einen gewaltigen Auftakt für die Altenburger Adventsmusiken gesetzt und die Hörer im nahezu voll besetzten Bachsaal fasziniert. Demzufolge gab es am Schluss verdient viel Beifall und natürlich noch einen abschließenden weihnachtlichen Chorsatz.

Von Felix Friedrich

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