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Sanierung der ehemaligen Sondermülldeponie hat begonnen

Sanierung der ehemaligen Sondermülldeponie hat begonnen

Für die Sanierung und Renaturierung der ehemaligen Sonderabfalldeponie des einstigen Bezirkes Leipzig in Wintersdorf ist jetzt der Startschuss gefallen.

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Auf dem Areal der ehemaligen Sonderabfalldeponie in Wintersdorf laufen derzeit die ersten Arbeiten zur Sanierung.

Quelle: Mario Jahn

Wintersdorf/Erfurt. Bis Ende 2016 soll die Fläche außerhalb des Ortes vollständig saniert und renaturiert sein. Das teilte die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) in einer Presseerklärung mit. Die Sanierung war in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden (OVZ berichtete). Mit den Arbeiten beauftragt ist nach einem europaweit ausgeschriebenen Verfahren ein Düsseldorfer Unternehmen.

 

Als erster Schritt der Sanierung werden zunächst die Müllablagerungen, die am tiefsten liegen, angefasst und auf den Deponiekörper, der 20 Meter höher liegt, umgelagert. Anschließend werden die tief liegenden Bereiche mit unbedenklichem Erdreich verfüllt und die Ablagerungen darüber durch mehrere Sicherungsschichten so versiegelt, dass künftig ausgeschlossen ist, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen können. "Eine Abdichtung erfolgt jedoch nicht nach unten, sondern nur nach oben. Der Aufbau der Abdeckung wird ähnlich sein wie beim Teersee Neue Sorge in Rositz", erklärte Werner Weber, LEG-Projektleiter für Rositz und Wintersdorf.

 

Die Gesamtkosten für die Sanierung und Renaturierung belaufen sich auf voraussichtlich rund 13 Millionen Euro, die das Land Thüringen aufbringt. Bisher war immer die Rede von Baukosten in Höhe von rund neun Millionen Euro. Das Vorhaben wird vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz begleitet, teilt die LEG weiter mit.

 

Die ehemalige Sonderabfalldeponie hat eine Fläche von rund 16 Hektar. Von 1972 bis 1989 wurden hier in einem ehemaligen Tagebaurestloch die unterschiedlichsten Schadstoffe gelagert. Im Jahr 1992 beschloss die Stadt Altenburg, die Sonderabfalldeponie stillzulegen. Gleichzeitig verpflichtete sie sich zur Rekultivierung der Deponie, auf der zwischen 400 000 und 700 000 Kubikmeter Müll lagern.

 

Im Jahr 2004 ist die Deponie der Thüringer Sonderabfalldeponie Gesellschaft, einer Tochtergesellschaft der LEG Thüringen, übertragen worden, geht aus der Pressemitteilung weiter hervor. Seitdem laufen die umfassenden Vorbereitungen für die Sanierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen.

 

Zuletzt musste der für die Region um Meuselwitz zu befürchtende Anstieg des Grundwassers langfristig prognostiziert werden. Der wird durch die Einstellung des Bergbaus im Südraum von Leipzig verursacht. Diesbezügliche Untersuchungen hatte nach laut Projektleiter Weber ergeben, dass im ungünstigsten Fall das Grundwasser im Bereich der Schadstoffdeponie Wintersdorf in den nächsten 100 Jahren um eineinhalb Meter steigt.

 

Diese Erkenntnisse waren in die neuerliche Planung eingeflossen. Aus Sicherheitsgründen war für den umzulagernden Müll nach unten noch ein halber Meter zugegeben worden. Dadurch, so Weber, erhöhe sich die Menge des Müll, der auszuheben sei, von 113 000 auf 143 000 Kubikmeter. Dabei werden anfallende gefährliche Abfälle separiert und entsorgt.

Neumann, Marlies

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