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Altenburg Sanierung des Quellenhofes geht weiter
Region Altenburg Sanierung des Quellenhofes geht weiter
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00:18 17.03.2017
Der Innenhof des Quellenhofs soll in diesem Jahr neu gepflastert werden. Quelle: Mario Jahn
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Garbisdorf

Der Quellenhof im Göpfersdorfer Ortsteil Garbisdorf gehört zu den Prestigeprojekten der Gemeinde und des Altenburger Landes. Seit 2001 wird das historische Gut, das in Quellen erstmals 1717 Erwähnung findet, saniert. Auch in diesem Jahr soll das Projekt weiter vorangetrieben werden. Geplant ist, den Innenhof herzurichten. Dazu gehört die Erneuerung der Stützmauer, die dem Wohnhaus seit jeher Halt gibt, und das Verlegen von Pflaster auf etwa 90 Prozent der Fläche. Die Planungsleistung sowie eine Baugrunduntersuchung wurden jetzt vergeben.

Trotz dieser mit Köpfen gemachten Nägel ist es derzeit nicht vielmehr als ein Wunsch, die Hoffläche in diesem Jahr zu sanieren, denn die Finanzierung für das Bauvorhaben steht noch nicht. Weder wurden die beantragten Fördermittel bereits genehmigt, noch hat die Gemeinde einen beschlossenen Haushalt für 2017. Und letzteres werde eine rechnerische Herausforderung, betont Göpfersdorfs Bürgermeister Klaus Börngen (Heimatverein). Zwar ist seine Kommune als eine der reichsten im Landkreis bekannt, das schließt aber erhebliche Schwankungen auf der Einnahmeseite nicht aus.

Dies hat vor allem zwei Gründe: Zum einen werden hohe Gewerbesteuereinnahmen mit der Schlüsselzuweisung vom Land und einer Finanzausgleichsumlage, salopp auch Reichensteuer genannt, verrechnet, was jedoch stets mit einer zeitlichen Verzögerung geschieht. Zum anderen unterliegt die Gewerbesteuer naturgemäß größeren Schwankungen, da sie auf Basis des Unternehmensgewinns berechnet wird. Dieser wiederum wird unter anderem von besseren oder schlechteren Geschäftsjahren sowie von Investitionen beeinflusst. Wenn dann in einer kleinen Gemeinde wie Göpfersdorf lediglich ein-zwei große Steuerzahler ansässig sind, hängt die kommunale Finanzausstattung direkt mit der Bilanz der örtlichen Firmen zusammen.

„Wir sind gerade eher in einer schlechteren Phase“, sagt Börngen beim Blick ins Gemeindesäckel. In den nächsten Tagen werde sich in der Kämmerei entscheiden, ob der Etat aufgeht. Und zwar inklusive der Kosten für den Hof, die sich alles in allem auf geschätzte 230 000 Euro summieren, was einen Eigenanteil von mindestens 85 000 Euro bedeutet. Darin enthalten sind natürlich auch die jetzt vergebene Planung und Baugrunduntersuchung. Letztere soll Aufschluss geben, ob der Innenhof problematische Verunreinigungen durch die landwirtschaftliche Nutzung davongetragen hat. Börngen erklärt: „Das könnten Ablagerungen vom Misthaufen oder Mineralöle von den zu DDR-Zeiten abgestellten Maschinen sein.“

Derweil scheinen die Probleme mit dem Mieter im Quellenhof weitestgehend aus der Welt geschafft. Im vergangenen Jahr geriet der Streit an die Öffentlichkeit, der im Dezember mit einem Vergleich vor Gericht geschlichtet wurde (die OVZ berichtete). Neben dem schlecht befestigten Hof bemängelte der Mieter unter anderem undichte Fenster und Türen. „Unsere Restarbeiten sind da quasi abgeschlossen“, sagt Börngen. Doch er verweist darauf, dass Fachwerk immer etwas arbeite und deshalb Nachbesserungen auch zukünftig nicht ausgeschlossen werden können. Den Schlusspunkt soll in der nächsten Zeit eine gemeinsame Bauabnahme mit dem Mieter, Vertretern der Gemeinde, die Vermieter ist, sowie den Architekten sein, bei dem wie vom Gericht verlangt der Ist-Zustand aufgenommen wird.

Von Jörg Reuter

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