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Altenburg "Satt statt platt" - Altenburger Pilotprojekt soll fortgesetzt werden
Region Altenburg "Satt statt platt" - Altenburger Pilotprojekt soll fortgesetzt werden
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18:50 20.06.2013
Freuen sich über den ersten Platz - die Klasse 8a der Regelschule "Dietrich Bonhoeffer" sowie Vertreter von Firmen und Behörden, die das Projekt unterstützen. Quelle: Mario Jahn

Gestern wurde der Sieger gekürt.

Über den mit 100 Euro dotierten 1. Platz konnten sich die Mädchen und Jungen der Klasse 8a der Regelschule "Dietrich Bonhoeffer" freuen. "Sie sind am innovativsten mit dem Thema umgegangen, haben als einzige sogar ein Kartenspiel entwickelt, das sich mit Fragen der gesunden Ernährung beschäftigt", begründet Klaus-Jürgen Kamprad die Entscheidung der Jury. Bei dem Altenburger Verleger sind die Fäden des Projekts zusammengelaufen und er zeichnete für die Herausgabe einer Broschüre für die Teilnehmer verantwortlich.

Das neue Projekt "Satt statt platt - der kerngesunde AltenBURGER" war im April vergangenen Jahres vorgestellt worden, der offizielle Startschuss im September bei einem Projekttag im Goldenen Pflug gefallen, an dem immerhin 350 Schüler teilnahmen (OVZ berichtete). Allerdings war der ausschließlich aus regionalen Produkten hergestellte Burger - ein Fitnessbrötchen bestrichen mit selbst gemachter Mayonnaise und gefüllt mit Rindfleisch-Boulette, Ziegenkäse, Tomate, Gurke und Apfel - anfangs heftig in die Kritik geraten. Es sei unerträglich, ausgerechnet mit einem Hamburger eine Ernährungskampagne starten zu wollen, hatte der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grüne moniert. "Das war ein Missverständnis, das inzwischen ausgeräumt ist. Die Bündnisgrünen hatten nur den Hamburger aus den Fastfood-Restaurants im Blick", erklärt Klaus-Jürgen Kamprad auf OVZ-Nachfrage. "Nachdem wir unser Gesamtprojekt erklärt haben, gibt es keine Probleme mehr."

Denn dabei geht es um weit mehr als einen Burger. Mit "Satt statt platt" sollen die Schüler an das Thema gesunde Lebensweise herangeführt werden und zugleich regionale Produkte und ihre Unternehmen kennenlernen. Und es hat tatsächlich funktioniert. "Jetzt wissen wir, dass bei falscher Ernährung das Immunsystem schwach wird und man sich schlapp fühlt. Und wir wissen auch, was man essen muss, wenn man nicht zunehmen will", erzählt Seraphine aus der Preisträger-Klasse. Und die Konsequenz? "Ich nehme nicht mehr jeden Tag Süßes in die Schule mit, lieber mal Gemüse oder Obst." Auch ihre Mitschülerin Julia achtet inzwischen sehr auf eine gesunde Ernährung. "Meiner Mutti ist es schon fast ein bisschen zu viel", lacht sie. Auch würden sie lange nicht mehr so viel Dickmacher wie Cola trinken, sagen die Mädchen.

Neben dem Gesamtwettbewerb, an dem sich fünf Altenburger Schulklassen beteiligten, gab es auch jeden Monat die Möglichkeit, am Taschengeld-Generator teilzunehmen. Auf der Homepage der Aktion fanden die Schüler einen immer neu zusammengestellten Warenkorb mit Produkten des Altenburger Landes. Sie sollten überlegen, was man aus diesen Dingen kochen, basteln oder bauen kann. Die Gewinner-Klasse erhielt jeweils ein gesundes Frühstück und jeder Schüler einen einmaligen Taschengeldzuschuss in Höhe von fünf Euro.

Das 25 000 Euro teure Projekt wurde von den teilnehmenden Unternehmen sowie von der Stadt und vom Landkreis finanziert. "Wir haben weitere Mittel aus dem Regionalbudget der Wachstumsinitiative beantragt und sind guter Dinge, dass wir das Projekt bis 2016 weiterführen können", so OB Michael Wolf. Der SPD-Politiker hofft, dass auch die Partnerbetriebe wieder mitmachen.

Denn "Satt statt platt" soll zugleich auch eine Möglichkeit der Berufsorientierung sein. Der Kontakt der Schulen zu den teilnehmenden Firmen habe in diesem Schuljahr aber noch nicht wie erhofft funktioniert, bekannte Kamprad.

iAm Projekt "Satt statt platt" beteiligen sich: Südostfleisch GmbH, Mühlenwerke Gardschütz, Kreisbauernverband Altenburger Land, Bäckerei Strobel und die Bäcker-, Müller- und Konditoreninnung, Käserei Altenburger Land, Klinikum Altenburger Land, Agrar GmbH Mockzig, Fruchtexpress GmbH, Senffabrik, Fitnessstudio Alte Ziegelei, Innungskrankenkasse.

Ellen Paul

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