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Altenburg Schachsammler trafen sich in Altenburg
Region Altenburg Schachsammler trafen sich in Altenburg
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19:00 06.11.2016
Die Hessin Ivonne Ellinger (r.) präsentierte den Nachlass ihres Vaters zum Treffen. Quelle: Nicole Rathge-Scholz
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Altenburg

Für viele ist Schach ein langweiliges Spiel, für andere das Hobby schlechthin. So wie für die Mitglieder der Chess Collectors International (CCI), die sich am Wochenende im Altenburger Residenzschloss trafen, um gemeinsam ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Am Samstag standen zahlreiche Fachvorträge auf dem Programm und anschließend gab es für die über 80 Mitglieder, die unter anderem aus den USA, England, Frankreich, Portugal und Holland nach Altenburg angereist sind, eine Führung durch die Schachausstellung. Museumschefin Uta Künzl war begeistert: „Die Ausstellung wurde super besucht, die Führung heute war wirklich spitze mit über 80 Teilnehmern. Und das Beste ist: Viele kannten Altenburg vorher gar nicht – und jetzt nach dem Besuch hier tragen die Gäste Altenburg in die weite Welt hinaus“, ist sie begeistert.

Auch der Organisator des Sammlertreffens, Dr. Thomas Thomsen, freut sich über den tollen Verlauf der Veranstaltung. „Die CCI hat weltweit ungefähr 450 Mitglieder. Aller zwei Jahre findet ein internationaler Kongress über fünf Tage statt. Das Jahr dazwischen immer ein Nationales. Und diesmal eben hier in Altenburg“, was aber eher ein Zufall war, wie er weiter ausführt: „Wir hatten gemeinsam mit Frau Künzl die Ausstellung organisiert, und einige Mitglieder haben sie sich hier vor Ort angeschaut und kamen spontan auf die Idee, das jährliche Treffen hier abzuhalten. Weil das Ambiente mit dem Schloss einfach passt und die Ausstellung noch ein i-Tüpfelchen ist.“

Und so fand am Samstagnachmittag auch eine Tausch- und Kaufbörse im Bachsaal statt. Hier zeigte zum Beispiel die Hessin Ivonne Ellinger ihre verschiedenen Spiele. „Mein Vater war langjähriges Mitglied und ist leider vor ein paar Monaten verstorben. Nun hab ich mir ein Herz gefasst und gesagt, ich komme mit zum Treffen, um meinem Vater ein Andenken zu setzten, auch wenn ich nicht wirklich ein Experte, bin was das Tauschen und Verkaufen angeht“, lächelt sie.

Zudem gesteht Ellinger, dass sie nur ansatzweise Schach spielen kann und immer nur der Rückepartner für ihren Papa war, wenn er keinen Gegner hatte. „Das Schöne bei dem Treffen hier ist, dass ich viele der Mitglieder kenne, da sie auch schon oft bei uns zu Hause waren. Ich bin heute hier das einzige Nichtmitglied der CCI, aber mit vielen Schachspielen“, so die sympathische junge Frau, für die es aber trotzdem ein sehr anstrengender Tag ist. „Ich bin total angespannt, weil ich eben so wenig Ahnung habe, ich könnte jetzt echt ein Mittagsschläfchen gebrauchen“, lächelt sie und verrät, das ihr Lieblingsschachspiel eins aus Hufnägeln und Schrauben sei.

Der Naumburger Jens-Frieder Mükke sammelt Schachspiele, seit er 18 Jahre alt ist. Schon in seinem Elternhaus stand dieses Spiel hoch im Kurs. „Ich sammle nicht nur die Spiele, sondern spiele auch selber. Für mich ist es eine Mischung aus Sport, Spiel und Wissenschaft“, erklärt er und erzählt, dass er daheim an die 500 Spiele sein eigen nennen kann. Er veräußert bei der Tausch- und Kaufbörse Spiele, die er entweder doppelt hat oder die ihn nicht mehr ansprechen. „Der eigene Geschmack ändert sich ja auch immer mal wieder“, erklärt er und findet, dass Schachspiele nicht nur Hobby sind, sondern zu Hause auch als Dekoelemente fungieren.

Neben diversen Spielen, Figuren und Sachbüchern gab es auch einen Schachmotiv- und -literatursammler. Wolfgang Pähtz aus Jena bot unter anderem hochwertige Krawatten mit Schachmotiven an, die sehr gut bei den Mitgliedern ankamen. Aber auch Münzen, Karten und Bilder mit Motiven des Spiels gingen über den Tisch. „Ich finde die Veranstaltung absolut gelungen, es waren so viele Besucher da, wirklich wunderbar“, schwärmt er, der am darauf folgenden Sonntag in seiner Heimatstadt Jena gegen die Spieler aus Altenburg in der Bezirksliga im Schach antritt. „Schon witzig, hätten wir das Turnier auch gleich hier austragen können“, lacht er und bereitet sich mit den anderen Mitgliedern auf das Abendessen im Altenburger Ratskeller vor.

Von Nicole Rathge-Scholz

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