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Schauspielensemble startet mit acht Neuen und neuem Chef

Theater Altenburg-Gera Schauspielensemble startet mit acht Neuen und neuem Chef

Das Schauspielensemble des Altenburg-Geraer Theaters startet mit acht neuen Mitgliedern und einem neuen Chef in die Spielzeit 2017/18. Manuel Kressin tritt die Nachfolge von Bernhard Stengele an, wechselt vom Schauspieler zum Direktor. Die OVZ sprach mit dem 38-Jährigen über seine Pläne, Akzente und die vielen neuen Gesichter in seinem Ensemble.

Das Schauspielensemble: Nolundi Tschudi, Mechthild Scrobanita, Theaterpädagoge David Schönherr, Manuel Struffolino, Disponentin Mandy Röhr (vorn v.l.); Maximilian Popp, Regieassistentin Anna Borcherding, Johannes Emmrich, Vanessa Rose, Ioachim Zarculea (2. Reihe v.l.); Danijel Gavrilovic, Dramaturgin Svea Haugwitz, Ines Buchmann, Bruno Beeke, Regieassistent Yasim Baig (3. Reihe v.l.); Michaela Dazian, Schauspieldirektor Manuel Kressin, Thorsten Dara, Thomas C. Zinke (hintere Reihe v.l.).

Quelle: Mandy Röhr

Altenburg. Am Sonntag (17. September) heißt’s zum ersten Mal in der neuen Spielzeit im Altenburger Landestheater „Vorhang auf“. Die große Eröffnungsgala steht ins Haus – mit einem neuen Moderator. An der Seite von Generalintendant Kay Kuntze führt der neue Schauspieldirektor Manuel Kressin durch den bunten Abend. Die erste große Herausforderung, der bis zum Sommer nächsten Jahres viele weitere folgen sollen. Die OVZ sprach mit dem 38-Jährigen über seine Pläne, Akzente und die vielen neuen Gesichter in seinem Ensemble.

Die Sommerpause am Theater ist immer ziemlich lang. Über zwei Monate keine Proben, kein Auftritt, kein Lampenfieber. Dabei dürfte es Ihnen doch besonders in den Fingern gekribbelt haben, endlich im neuen Job starten zu können.

Als Spartenleiter fallen nun auch viele verwaltungstechnische Aufgaben an, sodass nicht die gesamte Spielzeitpause über Urlaub war. Ich habe die spielfreie Zeit genutzt, um viele Dinge vorzubereiten, für die im alltäglichen Betrieb nicht viel Zeit bleibt. Jetzt freue ich mich, dass es endlich wieder  richtig losgeht.

Sind Sie angesichts der gänzlich neuen Herausforderung nicht wenigstens ein bisschen aufgeregt?

Nun, anfangs habe ich das sehr gelassen genommen. Ich bin seit 2009 als Schauspieler an diesem Theater engagiert, komme also nicht aus dem Nichts. Doch inzwischen steigt so unmittelbar vor dem Start doch die Aufregung. Wie werden sich die neuen Kollegen ins Team integrieren? Wie wird das Publikum unser erstes neues Stück aufnehmen? Solche Fragen treiben mich um. Doch ich bin nicht panisch.

Sie folgen Bernhard Stengele nicht nur im Amt des Schauspieldirektors, sondern übernehmen auch seine Rolle als Mit-Moderator der Eröffnungsgala.

Also, davor habe ich ehrlich gesagt tatsächlich Muffensausen. Das ist ja keine Rolle, da stehe ich als Manuel Kressin auf der Bühne, kann mich nicht hinter einer Rolle verstecken. Doch ich freue ich mich zugleich drauf, das Publikum in der neuen Spielzeit willkommen zu heißen.

Worauf darf sich selbiges denn im Schauspiel freuen?

Ich mag traditionelles Schauspiel-Theater und neige nicht zur Performance. Ich möchte nicht, dass die Schauspieler an der Rampe stehen, und den Leuten die Welt erklären. Was aber nicht heißt, dass wir unpolitisch sein werden und aktuelle Themen außen vor lassen. Das Schauspiel am Altenburg-Geraer Theater wird sich schon etwas verändern. Vor allem mit Blick auf die insgesamt acht neuen Ensemblemitglieder ist es allein rein personell gar nicht möglich, viele Stücke aus der vorherigen Saison zu übernehmen. Ich will in meiner ersten Spielzeit als Schauspieldirektor durchaus meine Handschrift zeigen.

Machen Sie uns bitte neugierig.

Wir bieten insgesamt acht neue Stücke an. Es gibt vier Premieren im Großen Haus und vier in den kleinen Spielstätten. Starten werden wir in Altenburg mit „Eilling“, einer sehr anrührenden Geschichte über zwei Menschen, die den Weg aus der Psychiatrie in die „normale“ Welt suchen. Mit Witz und voller Hoffnung wird vom Festhalten und Loslassen und von der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft erzählt. Während meiner Zeit in Eisleben war es ein absoluter Überraschungserfolg, stand über 50 Mal im Spielplan. Wir hoffen natürlich, dass es in Altenburg ebenfalls so einschlägt. Premiere ist am 7. Oktober im Heizhaus. Besonders am Herzen liegt mir zudem das Stück „Die große Liebe war es nicht – die Ruth-Brandin-Story“, das ich zusammen mit Svea Haugwitz geschrieben habe. Wir wollen damit DDR-Geschichte aufarbeiten und dennoch einen unterhaltsamen Abend bieten. Ich bin überzeugt, dass sich das nicht widerspricht.

Gehen die Schauspieler auch unter Ihrer Führung „außer Haus“?

Ja, denn ich will ja nicht auf Krampf alles ummodeln. So halten wir an bewährten Formaten wie „Literatur in den Häusern der Stadt“ fest. Anfangs war ich skeptisch, aber inzwischen haben sich die Lesungen in Wohnungen oder Institutionen bewährt. Wir verschieben nur den Termin vom Ende des Jahres in den Februar. Die Adventszeit ist bei den Leuten einfach mit anderen Dingen vollgepackt. Weil ich Theater an besonderen Orten mag, zeigen wir außerdem vor der Orangerie im Schlosspark Molières „Eingebildeten Kranken“ – mit Bewirtschaftung. Ich hoffe, dass der Event-Charakter das Publikum anzieht. Aber auch innerhalb des Hauses bieten wir besondere Formate. So wird es im Theater unterm Dach ein „Kabarett der Komödianten“ geben. Die Schauspieler sollen sich hier selbst ausprobieren, Ideen entwickeln, ich mache keine Vorgaben. Wir testen sozusagen die Kleinkunst. Beginnen wollen wir mit einem Heinz-Erhardt-Abend.

Eines der am meisten besuchten Stücke ist Jahr für Jahr das Weihnachtsmärchen. Was steht 2017 im Landestheater auf dem Spielplan?

„Der gestiefelte Kater“. Unser Stück wird nicht konventionell der Geschichte der Gebrüder Grimm folgen, aber trotzdem nicht völlig entfremdet. Man braucht keine Angst haben, dass da jemand in der Rockerjacke auf der Bühne steht. Es wird absolut kindgerecht, ein großer Spaß und viel Zauber, das verspreche ich.

Finden wir Sie als Schauspieldirektor noch auf der Bühne wieder?

Ja, ich spiele noch in Brechts „Mutter Courage“ und bin weiterhin in einem Brecht-Lieder-Abend zu erleben, der aber nur in Gera läuft. Ansonsten finde ich es schön, den Schauspielern die Bühne zu überlassen.

Sie mussten derer viele neue finden. Was mussten die mitbringen, damit Manuel Kressin sie engagiert?

Wir hatten jede Menge Bewerbungen, 63 haben wir zum Vorsprechen eingeladen und acht dann verpflichtet. Darunter übrigens auch mit Vanessa Rose ein nicht gänzlich neues Gesicht. Sie kommt nach Mutterschaftsurlaub und Auszeit nach Altenburg zurück. Neben dem handwerklichen Fähigkeiten im Job war es mir bei allen Kandidaten wichtig, dass wir den Humor teilen, dass wir eine gemeinsame Sprache finden. Und ich habe an der Forderung festgehalten, dass sie nach Altenburg ziehen. Man muss mit den Menschen leben, für die man Theater macht.

Die Neuen

n (44): In Wesel am Niederrhein geboren, war sie von 1999 bis 2008 festes Ensemblemitglied am Theater Bielefeld, danach am Theater Pforzheim. Seit 2011 arbeitete sie freischaffend unter anderem bei den Burgfestspielen Bad Vilbel.

(29): Die Nürnbergerin arbeitete nach dem Studium am Theater Neustrelitz, bevor sie von 2012 bis 2015 festes Ensemblemitglied am Theater Eisleben war. In Altenburg gibt sie ihr Debüt als Reidun in „Elling“.

(38): Sie war bereits während ihres Studiums als Schauspielerin und Sängerin freiberuflich tätig und von 2009 bis 2015 schon einmal am Altenburg-Geraer Theater engagiert. Rose spielte unter anderem das Gretchen in Goethes „Faust“. Nach der Geburt ihres Sohnes und einem Intermezzo als Gast im Sommertheater in Altenburg-Gera kehrt sie nun als festes Ensemblemitglied zurück.


(25); In Bonn geboren, aufgewachsen in Dresden, absolvierte sie ihre Ausbildung an der Schauspielschule vom Schauspielhaus Salzburg, wo sie seit 2015 festes Ensemblemitglied war.

Sie wurde in Südafrika geboren und wuchs in Bielefeld auf. Sowohl im Musiktheater als auch im Schauspiel konnte Tschudi als Schauspielerin, Sängerin und Performerin bereits Erfahrungen an verschiedenen Theatern sammeln, so am Theater Bielefeld und am Deutschen Theater Berlin.

(26): Als Sohn serbischer Eltern wurde er 1991 in Wien geboren. Die Produktion „Club Fiction“, an der Gavrilovic an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz mitwirkte, erhielt 2016 den Max-Reinhardt-Preis beim Treffen deutschsprachiger Schauspielstudenten.

(34): Engagements führten den Stuttgarter unter anderem an die Theater Freiburg, die Hamburger Kammerspiele und die Schlossfestspiele Marburg.

(50): Er wurde in München geboren. Nach seiner Schauspielausbildung folgte 1994 sein erstes Engagements am Theater Trier. Anschließend war er festes Ensemblemitglied an den Landestheater in Dinkelsbühl und Innsbruck sowie in der Bremer Shakespeare Company. Seit 2006 ist er freischaffend als Schauspieler, Regisseur und in der Teamentwicklung für Unternehmen tätig.

Bis auf Michaela Dazian geben alle Neuen ihr Debüt in der Schauspiel-Symphonie „Menschen im Hotel“.

Von Ellen Paul

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