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Scheppernde Laster gehören in Lehma bald der Vergangenheit an

Pflasterstraße kommt weg Scheppernde Laster gehören in Lehma bald der Vergangenheit an

Die Lehmaer Bürger kämpfen schon seit mehr als zehn Jahren darum, dass die polternde Pflasterstraße durch ihren Ort verschwindet. Immer wieder sind sie vertröstet worden. In diesem Jahr will das Straßenbauamt Ostthüringen nun endlich den rund 1000 Meter langen Straßenabschnitt erneuern.

Die holprige Pflasterstraße in Lehma wird in diesem Jahr grundhaft ausgebaut. Die Ortsdurchfahrt bekommt eine Bitumendecke.
 

Quelle: Mario Jahn

Lehma.  Die polternde Pflasterstraße durch den kleinen beschaulichen Ort Lehma soll bis Ende des Jahres durch eine kaum Geräusche verursachende Bitumendecke ersetzt sein. Damit gehen jahrelange Forderungen der Lehmaer, etwas gegen die Lärmbelästigung zu unternehmen, in Erfüllung. Immer wieder hatten das Straßenbauamt Ostthüringen und die zuständigen Wasser- und Abwasserzweckverbände die genervten und in ihrer Nachtruhe gestörten Anwohner der Straße hingehalten. Mehr als zehn Jahre mussten sich die Bürger gedulden, bevor sich das Straßenbauamt Ostthüringen in diesem Jahr zum grundhaften Ausbau der Landesstraße bekannte.

„Uns liegt diese Ortsdurchfahrt bereits seit vielen Jahren am Herzen. Jetzt ist es gelungen, dass sich alle Versorgungsträger bei dem Projekt einbringen“, bestätigte Ulrich Wenzlaff, Chef des Straßenbauamtes Ostthüringen, das Bauvorhaben auf OVZ-Nachfrage. Daran habe man Jahre gearbeitet.

Der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) erneuert den Abwasserkanal und verlegt neue Trinkwasserleitungen. Beide Rohrsysteme liegen derzeit nicht tief genug in der Erde, weshalb es immer wieder zu Rohrbrüchen und Löchern in der Straße kam. Der Energieversorger bringt im Zuge der Bauarbeiten seine Elektroleitungen in die Erde und die vorhandene Gasleitung wird umverlegt. Als ganz wichtig hebt Wenzlaff hervor, dass für eine spätere Breitbandversorgung auch gleich Leerrohre verlegt werden. „So muss in den nächsten Jahren keiner der Versorgungsträger in die neue Straße“, so der Chef des Straßenbauamtes.

Mit im Boot ist außerdem die Gemeinde Treben, die die Fußwege samt Borden und die Straßenbeleuchtung erneuert. Am Part der Gemeinde wäre das ganze Projekt jedoch fast noch gescheitert.

Während beim ZAL, den Energie- und Gasversorgern sowie dem Straßenbauamt Ostthüringen das Projekt finanziell untersetzt war, hatte die Gemeinde Probleme, ihren Anteil zu finanzieren. Auf Nachfrage bezifferte Wenzlaff die Gesamtkosten für die Baumaßnahme auf 1,7 Millionen Euro. Die Kosten, die die Gemeinde Treben im Ortsteil Lehma aufbringen muss, summieren sich laut Rita Richter, Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue, auf beachtliche 380 000 Euro.

Weil Treben in den vergangenen Jahren mit der Kostenbeteiligung am Bau des neuen Bahnübergangs und am Straßenbau in Plottendorf sowie an der Hochwasserschutzmaßnahme am Gerstenberg hohe Ausgaben hatte, stand die Frage: Woher das Geld nehmen? „Wir haben 100 000 Euro Fördermittel beantragt. Da die neue Straßenbeleuchtung und die Planungsleistung nicht förderfähig sind und bei den Fußwegen ein Eigenanteil aufzubringen ist, bleibt weit über eine Viertelmillion Euro, die die Gemeinde aufbringen muss“, erklärt Richter. Das habe ihr schlaflose Nächte bereitet. Ohne einen neuerlichen Kredit, dem der Gemeinderat noch zustimmen müsse, und die Straßenausbaubeiträge, die die Anwohner anteilig für Nebenanlagen wie Fußwege und Beleuchtung zahlen müssen, ließe sich das nicht finanzieren, erklärte sie.

Ende Februar, Anfang März soll laut Wenzlaff die Baumaßnahme ausgeschrieben werden. Baubeginn ist für Ende Mai avisiert und bis Ende des Jahres, so jedenfalls die Pläne, soll die rund einen Kilometer lange Ortsdurchfahrt eine neue Bitumendecke haben. „Die Bauarbeiten finden unter Vollsperrung statt, wobei die weiträumige Umleitung über die B 180 führt“, kündigte er an.

Im Laufe der vergangenen Jahre hatten die Lehmaer mehrere Versuche unternommen, Bauarbeiten an der Straße einzufordern. Zur Erinnerung: Bereits zu der Zeit, als Lehma noch zu Wintersdorf gehörte, lehnten sich die Bürger gegen den Lärm, den vor allem polternde Laster auf der Pflasterstraße verursachten, auf. Sie gründeten sogar eine Bürgerinitiative. Doch weder das Straßenbauamt noch der damals zuständige Wasser- und Abwasserzweckverband hatten die Straße in ihren Investplänen berücksichtigt.

Das von den Lehmaer Bürgern geforderte Nachtfahrverbot für LKW wurde von den Behörden abgelehnt, und es braucht auch mehrere Jahre, bis für alle Fahrzeuge Tempo 30 galt. Demos und Plakate im Ort blieben ebenfalls ohne die erhoffte Reaktion. Selbst die ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Fritz Schröder und Christian Gumprecht, die sich des Problems angenommen hatten, brachten keine Bewegung in die Sache.

Die nach der Eingemeindung von Lehma nach Treben erhoffte schnelle Lösung blieb ebenfalls aus. Und wieder war Warten angesagt. Seitdem sind sieben Jahre ins Land gegangen, in denen sich am Straßenlärm nichts geändert hat.

Von Marlies Neumann

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