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Altenburg Schillers "Glocke" als eigenes Geburtstags-Ständchen
Region Altenburg Schillers "Glocke" als eigenes Geburtstags-Ständchen
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19:58 05.02.2012
Viele Blumen zum 100. Geburtstag für Magdalene Heinke.

"Fertsch", beendete Magdalene Heinke gestern Vormittag ihren kleinen Vortrag in der Hospitalstiftung auf typisch Altenburger Art. Zuvor hatte die Dame dem Pflegepersonal und ihren ersten Gratulanten Schillers "Glocke" fließend und mit bemerkenswerter Betonung vorgetragen. "Das Gedicht habe ich in der Schule gelernt und beherrsche es noch immer gut", fügte Magdalene Heinke im Applaus hinzu.

Gebüffelt hat sie die Zeilen, die schon ganze Schülergenerationen auswendig lernen mussten, irgendwann in den 20er-Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts. Und während viele Schüler den Klassiker längst wieder vergaßen, hat Magdalene Heinke ihn tatsächlich noch perfekt drauf.

Die vielen Blumensträuße, die sie gestern erhielt, gab es aber nicht für den schönen Vortrag. Vielmehr feierte Magdalene Heinke gestern in der Hospitalstiftung ihren hundertsten Geburtstag.

"Klar ist das schon ein schönes Alter", meinte die Jubilarin. Aber in der Nacht zu diesem seltenen Geburtstag habe sie doch gut geschlafen. "Ein wenig aufgeregt bin ich jetzt doch", gestand sie dann mit einem Lächeln ein.

Klar freute sich das Geburtstagskind auf die Feier am Nachmittag mit ihrer Familie. Selbst aus Schweden reiste dazu eine Tochter mit Enkeln und Urenkeln an. Um die 20 bis 25 Besucher kamen zur erneut liebevoll vom Personal der Hospitalstiftung ausgerichteten Feier: Familie, Mitbewohner und natürlich auch die Pflegeschwestern.

Magdalene Heinke ist ein echtes Altenburger Urgestein. "In der Jungferngasse 24 bin ich geboren", sagte sie wie aus der Pistole geschossen. Und daher erklärt sich auch ihr Name Magdalene: "Nach dem Magdalenenstift, das ja gleich um die Ecke liegt." Aus Altenburg hat es sie niemals weggezogen. "Ich mag einfach die Stadt, wo man sich anders als in Großstädten noch persönlich kennt."

Einen Beruf hat die Mutter von drei Töchtern zwar nie gelernt. "Aber gearbeitet habe ich zeitlebens ganz nach unserem Motto anständig und ehrlich", betonte die Jubilarin. Als Postzustellerin war sie unter anderem unterwegs und im Außendienst als Vertreterin für Haushaltswaren. "Da kam man gut in der Stadt herum", sagte sie.

Übrigens: In wenigen Tagen kann Magdalene Heinke ein zweites, kleineres Jubiläum feiern: Am 16. Februar 2002, vor zehn Jahren, zog sie in die Hospitalstiftung. "Und hier fühle ich mich wohl", betonte die Jubilarin.

Jörg Wolf

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