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Altenburg Schlagfertig – Anna Nastasia möchte ihr Hobby zum Beruf machen
Region Altenburg Schlagfertig – Anna Nastasia möchte ihr Hobby zum Beruf machen
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00:28 01.05.2018
Eine zierliche junge Dame an einem großen Instrument – Anna Nastasia Hinkelmann. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Da schickt sich eine junge Frau an, 18-jährig, ihre Kindheits- und Jugendperiode zu verlassen und Anlauf zu nehmen für eine musikalische Karriere, die alles verspricht, was mit Erfolg zu tun hat. Anna Nastasia Hinkelmann ist keine Unbekannte mehr hier im Lande und bei allen, die mit dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ zu tun haben. So hat sie hat sich im Bundeswettbewerb bis zum Endausscheid im wahrsten Sinne des Wortes „durchgeschlagen“ und war für viele Jahre ein Aushängeschild der Musikschule Altenburger Land.

Bis zum vierten Lebensjahr hieb sie auf Kochtöpfe und anderes Küchengeschirr ein. Danach lenkten die Eltern ihre „Schlagfertigkeit“ auf Trommeln und Pauken und förderten eine systematische Ausbildung als Schlagzeugerin. Diese Ausbildung übernahm die Musikschule hier in Altenburg. Was anfangs bei manchem Kopfschütteln auslöste – ein Mädchen als Drummerin in einer Domäne, die von Jungen beherrscht wird – wechselte bald zu bewunderndem Kopfnicken. Diese Bewunderung war auch am Dienstagabend in der Aula der Volkshochschule zu spüren, als Anna Nastasia Hinkelmann ihren musikalischen Ausstand gab. Dazu hatte sie musikalische Freunde eingeladen, die ihr auf dem Podium Unterstützung gaben, und alle, die sie und ihre musikalischen Aktivitäten mochten. Und das waren viele.

An einem Jury-Tisch hatte zudem ein halbes Dutzend Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Platz genommen, die bewerten sollten, ob ihre musikalischen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit den vielen Teilen des Drum-Sets das Prädikat „Oberstufe“ rechtfertigen.

Sie mussten wohl bewerten, wie rhythmisch genau die Schlagzeugerin die Trommeln, Tomtoms und die unterschiedlichen Becken schlägt und ob sie die Trommelstöcke, Ruten und Schlegel richtig beim Erzeugen von Geräuschen auf den Splash- und Effektbecken einsetzt und ob die Fuß- und Handarbeit harmonisch verläuft. Das Ergebnis wird erst später verkündet, doch zeigten die entspannten Gesichter der Juroren mehr Freundlichkeit denn Verdruss, was auf Gutes schließen lässt.

Ihre Reifeprüfung bestanden hat sie auf alle Fälle schon als junge Persönlichkeit. „Ich spiele gern vor Publikum“, äußerte sie und tat dies mit einer zupackenden Freundlichkeit gegenüber ihren Mitspielern und gegenüber dem Publikum. Mit einem angenehmen Selbstbewusstsein, gespeist aus ihren bisherigen Erfolgen, agiert sie frei jeglicher Allüren und beeindruckt durch eine natürliche Bescheidenheit, die mehr als nur sympathisch macht, sie weckt Freude beim Zuhören und Zuschauen.

Und sie bot ein Personalkonzert, was hier noch sehr selten ist.

Die Highlights waren ihre eigenen entwickelten Drumsoli, wie das Eingangsstück „Puzzle ’bout the pilot“, die sie technisch und stilistisch sehr souverän meisterte. Ihre Lieder, darunter der Karat-Titel „Über sieben Brücken...“ und solche von Elton John begleitete sie pianistisch, wobei sie Ekki Dressler gekonnt mit dem Schlagzeug unterstützte. Jubelstürme entfesselte sie beim Publikum, als sie zu einer Abart des Xylophons wechselte und den bekannten Galopp des Zircus Renz auf die schmalen Blätter schmetterte.

Es muss den Lehrern und den Verantwortlichen der Musikschule gut getan haben zu erleben, mit wie viel musikalischem Eifer und Können sich ihre Schüler mit ihrem „Star“ in diesem Programm produzierten, das eine Vielseitigkeit und ein Niveau aufwies, auf das die Musikschule stolz sein kann. Da war das Schmöllner Salonorchester Grazioso mit drei Titeln unter Leitung seines Chefs Matthias Meischner und die beiden Musiker Willi Adam (Gitarre) und Felix Suda (E-Piano), wobei der Gitarrist als Sänger dem Publikum kräftig was auf die Ohren gab. Anna Nastasia war diesmal Percusions-Begleiterin und glänzte mit einem Solo.

In einer kleinen Session spielten sie drei Standards, wobei der letzte „Caravan“ wohl der bekannteste war. Sie beendete das Programm mit dem Beatles-Titel „Hey Jude“, dem wohl expressivsten Lied dieser Gruppe.

Zuvor hatte sie dankend Abschied genommen von allen, die ihr zu dieser heutigen Karriere verholfen haben. Natürlich ihre Eltern, dann auch alle Lehrer und die gesamte Musikschule. Einen Blumenstrauß überreichte sie mit besonders herzlicher Geste ihrem Lehrer und Ausbilder Winfried Nitzsche.

Alles an ihr und in ihr ist Musik. „Ohne Inspiration keine Improvisation“ sagt sie von sich. Das Publikum erlebte den Abschied einer zukunftsträchtigen jungen Musikerin, die ihr Hobby nun gern zum Beruf machen möchte. Ab Oktober studiert sie Musik in Weimar.

Von Manfred Hainich

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