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Altenburg Schlechte Chancen für ältere Leute
Region Altenburg Schlechte Chancen für ältere Leute
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19:55 27.12.2013

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Am Theaterplatz ist letzteres der Fall. Nach einer gewissen Zeit schaltet die Ampel dort für Autofahrer auf Rot um, auch wenn kein Fußgänger auf den Anforderungsknopf drückt. Auf Nachfrage antwortet Stadtsprecher Christian Bettels: "Wenn das dort tatsächlich so ist, handelt es sich um einen Defekt." Der Fehler soll Anfang kommenden Jahres behoben werden.

Vor allem ältere Menschen haben dagegen an manchen Straßen bisher kaum eine Chance, sie bei Grün rechtzeitig zu überqueren. Ein Test der OVZ mit der Stoppuhr zeigt: Einige Ampeln sind extrem kurz geschaltet.

So springt die Fußgängerampel in der Puschkinstraße, Ecke Theodor-Neubauer-Straße, bereits nach zehn Sekunden wieder auf Rot um. Wer nicht so gut zu Fuß ist, schafft es kaum, die dreispurige Straße zu überqueren. Noch kürzer sind die Grünphasen in der Wallstraße, Ecke Burgstraße, und am Theaterplatz. An beiden Stellen springt die Anlage nach acht Sekunden zurück auf Rot. Am wenigsten Zeit haben Passanten an einer Ampel in der Wallstraße an der Bushaltestelle Mühlpforte. Dort sind zum Überqueren der Straße gerade mal sieben Sekunden veranschlagt.

"Die Freigabezeiten für die Fußgänger werden maßgeblich davon bestimmt, wie viele Fahrspuren zu überqueren sind", erklärt Bettels. An der einspurigen Wallstraße an der Mühlpforte gebe es deshalb die kürzesten Grünzeiten. Der Sprecher betont, dass die Schaltung der Ampeln - mit Ausnahme der Anlage in der Puschkinstraße - in den vergangenen sieben Jahren nicht verändert wurde und verweist darauf, dass Rot- und Grünphasen nicht einfach so verlängert werden können. "Wenn wir den Fußgängern mehr Zeit geben, kann das bei den Autofahrern Stau verursachen."

Hinzu kommt: Am Verkehrsknoten am Großen Teich würden sich regelmäßig die Autofahrer beschweren, dass sie dort an den Ampeln zu lange warten müssten. Man müsse einen Kompromiss finden. Das Ganze sei eben "eine schwierige Kiste".

Fest steht: Altenburg hat die Länge der Ampelphasen nicht nach eigenem Gutdünken festgelegt. Die Schaltung folgt den Richtlinien für Lichtsignalanlagen, die die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen aus Köln erarbeitet hat und alle paar Jahre erneuert. Darin steht zum Beispiel, dass eine Grünphase so lang sein muss, dass der Fußgänger mindestens die halbe Fahrbahn überqueren kann. Angesetzt wird hier eine Geschwindigkeit von ein bis 1,2 Metern pro Sekunde, was vier Kilometern pro Stunde entspricht.

Die Behörde kalkuliert dabei eine sogenannte Räumzeit ein, also jene Phase zwischen dem Umschalten der Fußgängerampel auf Rot und der Autofahrerampel auf Grün. In diesem Zeitraum kann der Fußgänger die andere Straßenseite noch erreichen, selbst wenn seine Ampel schon wieder Rot zeigt. "Sieben Sekunden ist nicht fußgängerfreundlich, aber auch nicht regelwidrig", sagt Ekkehard Westphal von der Fuß-Gruppe Leipzig, einem Verein, der sich für die Rechte von Passanten einsetzt. "Ältere Menschen werden das in dieser kurzen Zeit kaum schaffen", kritisiert er.

Sprecher Bettels sagt, dass man die Hinweise ernst nehme. Im Januar oder Februar will die Stadt die betreffenden Ampeln von einer Wartungsfirma überprüfen lassen - und dann gegebenenfalls die Länge von Grün- und Rotphasen verändern.

Gina Apitz

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