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Schlechte Straßen, zu wenig Leute und Geldsorgen

Kreisstraßenmeisterei schlägt Alarm Schlechte Straßen, zu wenig Leute und Geldsorgen

Sie pflegt und repariert 227 Kilometer Straßen, mäht die Ränder, kümmert sich um unzählige Brücken und Verkehrsschilder und sichert auch den Winterdienst sowie Baustellen ab: die Kreisstraßenmeisterei. Bei dieser Arbeit stößt der Betrieb jedoch immer mehr an seine Grenzen. Es fehlt vor allem an Technik, Personal und Geld.

Die Straßen im Altenburger Land sind teilweise in einem desolaten Zustand.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Sie pflegt und repariert 227 Kilometer Straßen, mäht die Ränder, kümmert sich um unzählige Brücken und Verkehrsschilder und sichert auch den Winterdienst sowie Baustellen ab: die Kreisstraßenmeisterei. Bei dieser Arbeit stößt der Betrieb jedoch immer mehr an seine Grenzen. Es fehlt vor allem an Technik, Personal und Geld. In ihrem jährlichen Lagebericht, den der Kreistag kürzlich gebilligt hat, schlägt die Firmenleitung deshalb Alarm.

Zum einen wird ein erheblich fortschreitender Substanzverlust jener Kreisstraßen und Brücken angemahnt, die erst in den letzten zehn bis 15 Jahren neugebaut oder saniert wurden. Die fachgerechte Ausbesserung von Schadstellen stößt mit dem vorhandenen Technikpark an Machbarkeitsgrenzen. Zum Beispiel sei das fachgerechte Ausfräsen der Schlaglöcher selbst nicht möglich. Eine Fremdvergabe dieser Leistung sei innerhalb des vorhandenen Budgets nicht bezahlbar, heißt es im Bericht.

Ähnlich sieht es bei den älteren unsanierten Abschnitten aus. Diese Reparatur könne die Kreisstraßenmeisterei allerdings nicht leisten. Bei einer solchen Instandsetzung, zum Beispiel wenn Gefahr im Verzug ist, müssten Gelder durch den Fachdienst Straßenbau im Landratsamt bereitgestellt werden.

Ein bisher weit unterschätztes Risiko sei der Zustand der Straßenausstattung. Die tägliche Praxis zeige auf diesem Gebiet einen immensen Investitionsstau, gerade bei verschlissenen Verkehrsschildern und teilweise nicht vorhandenen Leitpfosten, heißt es im Bericht. Auch das dafür vorhandene Budget reiche nicht aus und sei in den letzten Jahren ohnehin regelmäßig überzogen worden.

Hinzu komme eine angespannte Personalsituation, die sich auch zukünftig erschwerend auf den reibungslosen Betriebsablauf auswirken wird. 16 der 19 Mitarbeiter sind Straßenwärter. Mit Besorgnis registriert die Betriebsleitung allerdings die Abwanderung dieses Personals. Erst 2011 seien zwei hervorragend ausgebildete Straßenwärter in ein anderes Bundesland gezogen, drei weitere haben ihren Lebensmittelpunkt dorthin verlegt und werden deshalb die Firma vermutlich ebenfalls verlassen, heißt es. Zunehmend besorgt erfolgt der Blick auf das Personal auch wegen kranker Mitarbeiter. Allein die Ausfälle durch Krankheit oder Kur betrugen im vorletzten Jahr 534 Tage.

Sorgen bereitet dem Betrieb ebenso die teilweise Überalterung der Gerätetechnik. Diese sowie eine erhebliche Materialermüdung, zum Beispiel bei den Auslegearmen der Mahdgeräte oder der Scharlenker der Schneepflüge, verursachen erhebliche Reparaturkosten und behinderten ebenso die Arbeitsabläufe.

Letztlich weist die Betriebsleitung auch auf die finanzielle Lage hin, die sie als äußerst angespannt bezeichnet. Die Kreisstraßenmeisterei erhält aus dem Kreishaushalt jährlich einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro. 114 000 Euro dafür werden für Zins und Tilgung eines Kredites verwendet, der zum Neubau des Betriebes im Nobitzer Ortsteil Mockern aufgenommen wurde. Für 2015 konnte noch ein positiver Abschluss erzielt werden. Ob das für 2016 gelingt, sei fraglich. Denn der hohe Investitionsstau, steigende Personalkosten aufgrund von Tariferhöhungen und anderen Kostensteigerungen werden vom Zuschuss nicht mehr abgedeckt. „Im Ergebnis dessen werden die zu erwartenden Jahresergebnisse der folgenden Jahre negativ ausfallen“, heißt es wörtlich. Um wenigstens eine schwarze Null zu erzielen, müsste der Landkreis seinen Zuschuss aufstocken.

Von Jens Rosenkranz

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