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Altenburg Schlosskomplex in Altenburg soll Tourismusmagnet werden
Region Altenburg Schlosskomplex in Altenburg soll Tourismusmagnet werden
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00:36 09.04.2018
Prinzenpalais auf dem Schloss, Lindenau-Museum Altenburg sowie Marstall und Mauritianum sind die Säulen des geplanten Museumsquartiers. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Schlosskomplex mit Park und Orangerie sowie Teehaus, Lindenau-Museum, Marstall sowie Mauritianum und direkt daneben das Landestheater – im Herzen verfügt die Skatstadt Altenburg über ein touristisch wertvolles Juwel. Doch bislang schien es so, dass aus den unterschiedlichsten Gründen sämtliche Kleinode allein vor sich hin werkelten. Einerseits, weil das Objekt dringend sanierungsbedürftig ist, wie der Marstall. Andererseits weil beispielsweise beim Lindenau-Museum der Landkreis und nicht die Stadt der Träger ist.

Jetzt soll das alles anders werden. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) sowie die Direktoren vom Schloss, Dr. Christian Horn, und Lindenau-Museum, Dr. Roland Krischke, hatten Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Stadt- und Kreisräte eingeladen, um ihr neues touristisches Vermarktungskonzept zu präsentieren.

„Dort bündeln wir diese einzigartige Vielfalt an Highlights wie mit einer Spange: Kunst, Geschichte und Naturwissenschaften mit dem Schlosspark als verbindendes Element“, umschrieb es Wolf. „Erstmals ist dabei gelungen, alle Träger in ein Boot zu holen und das gesamte Museumsquartier Schlosspark einheitlich zu vermarkten und zu entwickeln“, so Wolf weiter. Wobei er sowie die Museumsdirektoren Horn und Krischke nicht verhehlten, dass dies aufgrund der finanziellen Dimensionen ein mehrere Jahre dauernder Prozess sein wird. Weshalb der Termin zur Präsentation vor Tiefensee mit Kalkül gewählt wurde, denn einen entscheidenden Anteil der Euromillionen erhofft man sich aus Erfurt.

Drei große Baustellen sind freilich offen. So soll auf dem Altenburger Schloss im bislang weitgehend ungenutzt leer stehenden Prinzenpalais eine Spielewelt entwickelt werden. „Altenburg assoziiert jeder sofort auf der Welt mit den Begriffen Skat und Spiel. Die Spielewelt dürfte nicht nur deutschlandweit einzigartig sein, in der die Besucher die Welt und Geschichte des Spiels in allen Facetten besichtigen und hautnah erleben können“, erklärte Christian Horn. Für die inhaltliche Umsetzung werde man mit Universitäten kooperieren – und natürlich sei die Umsetzung multimedial und interaktiv, ergänzte Wolf. „Die Kosten belaufen sich für diesen Abschnitt auf 9,9 Millionen Euro nach ersten groben Schätzungen plus/minus 30 Prozent“, so Wolf. Bis 2023 soll der Plan umgesetzt sein, wobei man auf eine 90-prozentige Förderung hofft.

Gleich mit zehn bis zwölf Millionen Euro würde der Marstall ins Kontor schlagen. „Wir hoffen mit Planungsstart bis 2021 und einer Öffnung bis 2026“, so Wolf. Von eigentlichen Plänen, dort neben dringend nötigen Depoträumen für Schloss und Lindenau-Museum das Staatsarchiv sowie die Stadtbibliothek unterzubringen, hat man sich mittlerweile verabschiedet. Statt dessen sollen auch Schauwerkstätten und ähnliches Einzug halten.

Ebenfalls 2023 – so der Plan – soll auch die Sanierung des Lindenau-Museums abgeschlossen sein, für die rund zehn Millionen Euro geplant sind. „2023 würde das Haus sein 175-jähriges Bestehen feiern. Das wäre ein idealer Anlass für die Wiederöffnung nach der Schließung zum Umbau“, so Chef Roland Krischke.

Tiefensee bezeichnete das Konzept beeindruckt als „hervorragend“ und sicherte zu, bis Juni ein Arbeitstreffen mit den Ressortchefs der drei für die Finanzierung beteiligten Ministerien zu organisieren. Auch an der Basis überwiegt der Optimismus. „So weit waren wir bei den Planungen noch nie gewesen“, lobte CDU-Vizelandrat Uwe Melzer.

Von Jörg Wolf

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