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Schlossorganist Felix Friedrich blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2011 zurück

Schlossorganist Felix Friedrich blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2011 zurück

Hinter Schlossorganist Felix Friedrich liegt ein musikalisch bewegtes Jahr. Nicht nur zu Gastspielen in München, Fulda oder Dresden zog es den Kirchenmusiker, sondern auch nach Wien und Neapel.

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So sieht man Felix Friedrich sonst nicht: Zuhause in seinem Haus in Gößnitz probt der Musiker regelmäßig für seine Auftritte.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Im Leipziger Gewandhaus und in der Oper in Erfurt trat Friedrich beispielsweise mit dem Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks auf. Neben Richard Strauss wurden bei der Gelegenheit Werke von Bela Bartok gespielt. Als Dirigent fungierte Kristjan Järvi. Daneben spielte er Konzerte mit der Robert Schumann-Philharmonie Chemnitz, mit der er die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach in der Chemnitzer Stadthalle aufführte.

Ein weiterer Höhepunkt waren für den gebürtigen Sachsen einige Konzerte zusammen mit dem Ensemble Bella Musica und dem Konzertmeister des MDR-Sinfonieorchesters Andreas Hartmann. Mit ihnen reiste Friedrich unter anderem zum Internationalen Nieder-Mooser Musikfestival. Interessant daran fand er es, einmal im Bereich von Pop-Klassik und im Stil von Rondo Veneziano mit der Orgel mitzumischen, dazu natürlich im barocken Galakostüm und mit Perücke. "War fabelhaft", blickt Friedrich zurück.

Zusammen mit der Dresdner Philharmonie unter der Leitung des Dirigenten Rafael Frühbeck de Burgos gab Friedrich ein Gastspiel im Wiener Konzerthaus und im Festspielhaus in Salzburg. Gespielt wurden Werke von Richard Strauss und Johannes Brahms.

Begeistert hat ihn auch sein Konzert in Torre del Greco, einem Vorort von Neapel. Dort spielte er in der Basilika Santa Croce im Rahmen einer Orgelkonzertreihe mit einer Riege namhaften Organisten auf einer etwa 30-jährigen sinfonischen Orgel. "Sie spielt sich nicht ganz einfach, da einerseits die Basilika einen übergroßen Nachhall besitzt und andererseits die Spielanlage von der eigentlichen Orgel relativ weit entfernt steht, sodass man sein eigenes Spiel mit ziemlicher Verzögerung hört", erklärt Friedrich. Doch der erfahrene Organist wusste mit den Umständen umzugehen. Gelauscht hat ihm dabei ein begeisterungsfähiges Publikum. "Es gab reichlichen und temperamentvollen Applaus nach jedem Stück. Und am Ende wurde man erst nach mindestens zwei Zugaben vom Publikum entlassen", blickt er zurück. Lebhaft erinnern kann er sich auch an die Erlebnisse um das Konzert herum. Zwei Stunden lang quälte er sich mit einem Leihauto durch den, wie er beschreibt, katastrophalen Straßenverkehr von Neapel, in dem "offenbar besondere, echt südländische Verkehrsregeln gelten". Ein um fünf Stunden verspäteter Rückflug und ein überbuchter Anschlussflug von München nach Leipzig brachten ihm dann jedoch noch ein besonderes Highlight: Der Organist durfte im Cockpit mitfliegen. Ein erlebnisreicher Abschluss einer Tournee nach Italien.

Neben internationalen Verkehrsregeln sieht der Gößnitzer aber auch Konzerte mit Orchestern als Herausforderung, da es dabei seiner Ansicht nach auf äußerste Präzision und beste musikalische Gestaltung ankommt. Aber auch CD-Produktionen fordern ihm ganzen Einsatz bezüglich absolut lupenreinem Spiel und durchgehender Konzentration ab - und das meistens zu mitternächtlicher Stunde, wie er sagt. "Wegen störendem Außenlärm tagsüber", erklärt er. Im Jahr 2011 nahm er zwei CDs auf: Eine CD mit Orgelwerken von Johann Ludwig Krebs im Rahmen der Gesamteinspielung aller Orgelwerke von Krebs. Im Dom in Zeitz wurde die Folge 11 eingespielt. Eine weitere CD wurde in der Schlosskirche soeben produziert. Dabei stehen Komponisten im Mittelpunkt, die einmal an der Trost-Orgel musiziert oder gewirkt haben.

Als Höhepunkt seiner Arbeit sieht er die alljährlich auch in Altenburg stattfindende und unter seiner Leitung stehende Thüringische Orgelakadmie an. Diese war laut Friedrich auch in diesem Jahr wieder außerordentlich erfolgreich und führte viele Studenten aus der ganzen Welt nach Altenburg.

Im Rahmen seiner musikwissenschaftlichen Tätigkeit habe er zudem einige neue Noten-Editionen mit verschiedenen namhaften deutschen Musikverlagen herausgegeben, unter anderem bisher nicht veröffentlichte Werke von Krebs und Kompositionen von Johann Kuhnau und Johann Pachelbel.

Bereits jetzt wirft der 300. Geburtstag des Bachschülers Krebs im Jahr 2013, so sagt Friedrich, seine Schatten voraus. "Das ist eine große Aufgabe für die beiden nächsten Jahre."

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