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Altenburg Schlusslicht Altenburger Land. DGB-Berechnungen enthüllen dramatische Einkommensunterschiede in Thüringen
Region Altenburg Schlusslicht Altenburger Land. DGB-Berechnungen enthüllen dramatische Einkommensunterschiede in Thüringen
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20:11 03.10.2012

Von Günter Neumann

Wie die Berechnungen von Sandro Witt vom Büro Gera des Deutschen Gewerkschaftsbundes Thüringen zeigen, liegen die durchschnittlichen Einkommen im Altenburger Land in allen verglichenen Kategorien deutlich unter den Werten für Thüringen, sind wesentlich schlechter als in Gera und Jena und weisen teils dramatische Abstände zu den Mittelwerten der neuen Bundesländer auf. Zu den alten Bundesländern sowieso.

In einer Presseerklärung macht der DGB zudem auf die in allen Regionen ablesbaren massiven Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen deutlich: Immer noch arbeiten Frauen häufiger im Dienstleistungssektor mit seinem relativ niedrigen Entlohnungsniveau, während Männer häufiger im besser bezahlten produzierenden Gewerbe tätig sind.

Beachtlich sei auch der Abstand zwischen gering- und gutverdienenden Beschäftigten. Hochschulabsolventen kommen auf einen fast doppelt so hohen Verdienst wie Beschäftigte, die zwar einen Vollzeitjob, aber keine Berufsausbildung haben.

Die Angst vieler Beschäftigter, im Alter mit der Rente nicht auszukommen, sei deshalb nicht unbegründet, warnt der DGB. Altersarmut werde in Zukunft deutlich ansteigen. Bei einem Monatseinkommen von 2200 Euro drohe bei Rentenbeginn immer noch die Sozialbedürftigkeit, selbst wenn 40 Jahre gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt wurden. Aber 2010 verdiente mehr als die Hälfte aller Vollzeitbeschäftigten in Thüringen mit 1936 Euro deutlich weniger als jene 2200 Euro Brutto. Nur wer einen Studienabschluss habe, werde mit 3516 Euro recht gut über die Runden kommen, schätzt DGB-Beauftragter Sandro Witt ein: "Um Altersarmut vorzubeugen, brauchen wir im gesamten Ostthüringer Raum dringend eine Lohnentwicklung, die nach oben weist. Mit den jetzigen Niedriglöhnen ist Altersarmut für einen Großteil der Menschen vorprogrammiert."

Mit diesen Statistiken hat der DGB erstmals differenzierte Daten zu den Verdienstunterschieden in Thüringer Städten und Kreisen vorgelegt, die auf einer Sonderauswertung der Arbeitgebermeldungen zur Sozial-versicherung beruhen. Einmalige Leistungen wie Überstundenzuschläge oder Weihnachtsgeld seien berücksichtigt worden, erläutert der DGB in seiner Pressemitteilung.

Beschäftigte Altenburger Gera Jena Thüringen neue alte Land Bundesländer Bundesländer

Männer 1808 1888 2556 2000 2094 3085

Frauen 1523 1921 2375 1794 2018 2379

25 bis 50 1740 1860 2471 1941 2069 2870

mit Ausbildung 1728 1918 2291 1924 2053 2902

mit Fach-

oder Hochschule 3148 3376 3797 3516 3803 4933

gesamt 1728 1901 2472 1936 2068 2835

Monatliches Bruttoeinkommen in EuroQuelle: DGB-Berechnung nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit

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