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Schmölln: Sojka will sich fürs Gymnasium einsetzen

Schmölln: Sojka will sich fürs Gymnasium einsetzen

Durch Sprechchöre und ein Pfeifkonzert musste sich Landrätin Michaele Sojka (Linke) am Mittwochabend ihren Weg hinein ins Roman-Herzog-Gymnasium bahnen. Vor dem Gebäude in der Helmholtzstraße demonstrierten aufgebrachte Schüler mit Transparenten gemeinsam mit einigen Eltern und Lehrern für den Erhalt der Bildungsstätte, vor allem aber für den Verbleib der 11. und 12. Klassen in Schmölln.

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Etwa 150 Schüler, Lehrer und Eltern demonstrieren am Mittwochabend vor dem Schmöllner Gymnasium für den Erhalt der Abiturstufe.

Quelle: Jens Rosenkranz

Für den Anlass des Protests hatte Sojka selbst gesorgt. Am Rande der Büroeröffnung der Linken in Altenburg hatte sie es vor wenigen Tagen gegenüber OVZ und TV Altenburg als denkbar bezeichnet, angesichts sinkender Schülerzahlen und abnehmender Kursangebote die Abi-Stufen von Schmölln und Meuselwitz eventuell an zwei Altenburger Gymnasien zu verlegen.

Dafür wurde sie auf einer teilweise hitzigen und emotional aufgeladenen Diskussion in einem Klassenzimmer mit Lehrern, Eltern- und Schülersprechern, örtlichen Kommunalpolitikern und Vertretern des Fördervereins heftig kritisiert. Mit ihren Äußerungen habe sie für Ängste, Irritationen, Verunsicherungen und auch für die Schwächung des Standortes gesorgt, hieß es. Manche Anwesende interpretierten die Worte der Landrätin sogar so weit, dass die gesamte Schule geschlossen werden soll. Die beiden Abi-Klassenstufen bezeichnete Bürgermeister Sven Schrade (SPD) als wesentlich für das Gymnasium. Die von Sojka ins Spiel gebrachte Verlegung nach Altenburg bezeichnete er als kontraproduktiv.

Sojka zeigte sich sowohl von der Kundgebung als auch von den heftigen Vorwürfen sichtlich beeindruckt. In einer grotesken Diskussion rückte sie von ihren Äußerungen teilweise ab und deutete an, dass ihre Worte nicht korrekt wiedergegeben wurden. Sie dementierte aber auch nicht, von einem Wechsel der Schüler von Schmölln nach Altenburg gesprochen zu haben.

Das wäre auch nicht möglich gewesen. Denn die Landrätin hatte bei jenem Pressegespräch sogar auf Nachfrage diesen möglichen Wechsel bestätigt, weil die Reporter zunächst glaubten, sich verhört zu haben. OVZ und TV Altenburg hatten daraufhin unabhängig voneinander das Denkmodell der Landrätin veröffentlicht, wonach eben wegen der sinkenden Schülerzahlen zukünftig weder in Schmölln noch in Meuselwitz 11. und 12. Klassen unterrichtet werden sollten.

Doch eigentlich wolle sie das nicht, sagte die Landrätin zu einem sichtlich verdutzen Publikum. Sie sei aber eine pragmatische Politikerin, die die Probleme klar benennt und die Bürger nicht belügt. In Schmölln müsse viel Geld in Brandschutzvorrichtungen im Gebäude Schlossstraße investiert werden, das man ebenso gut für einen Anbau im Gebäude Helmholtzstraße ausgeben könne, was sie klar bevorzuge. Dann aber müsse man die Nachnutzung für das Gebäude in der Schlossstraße klären. Hinzu komme ein Investitionsstau in Höhe von 30 Millionen Euro an allen Schulen, immer weniger Schüler, und in einigen Jahren würden noch mehr Lehrer fehlen. Ihre Aufgabe sei aber abzusichern, dass es in Zukunft genügend Leistungskurse im gesamten Landkreis gibt. Deswegen habe sie jetzt die Diskussion angestoßen, bevor man von den Problemen überrollt werde. Die sinkenden Schülerzahlen würden sich im neuen Schulnetzplan niederschlagen, der vom Kreistag ab 2018 diskutiert und beschlossen wird. Wie der Kreistag entscheide, sei völlig offen, sagte die Landrätin. Eine Mehrheit dort habe sie nicht. Bis 2018 bleibe alles, wie es ist. Zusagen für danach könne sie nicht machen.

"Ich kämpfe mit Ihnen dafür, dass ihre Schule mit den Klassenstufen 5 bis 12 weiter bestehen bleibt", betonte Soika. Ebenso kündigte sie an, sich im Kreistag für den Anbau einzusetzen. Bei dem Engagement der Schmöllner für ihr Gymnasium sei ihr nicht Bange, dass dies gelingt. Unbeantwortet ließ Sojka aber die Frage, was passiert, wenn der Anbau vom Kreistag nicht genehmigt wird. Offen bleibt ebenso, wann mit den Planungen dafür und mit dem Bau an sich begonnen wird. Der am Abend anwesende zuständige Fachbereichsleiter Bernd Wenzlau wollte dazu keine konkreten Aussagen treffen.

Trotz der offenen Fragen stellte Schulleiterin Martina Pleuse am Ende der Diskussion fest, dass Sojka den Schülern, Eltern und Lehrern die Ängste nehmen konnte.

Dem Schmöllner Stadtrat Lutz Landgraf (BfS) aber nicht: "Für mich ist nach wie vor unklar, ob die 11. und 12. Klassen nun in Schmölln bleiben oder nicht", sagte er nach der Runde.

Jens Rosenkranz

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