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Schmölln spricht sich gegen Hühnermastanlage aus

Landwirtschaft Schmölln spricht sich gegen Hühnermastanlage aus

Zu den Gegner der geplanten Hühnermastanlage bei Gleina gehört nun auch die Stadtverwaltung Schmölln. Ihre Kritik richtet sich gegen Geruchs- und Lärmbelästigung sowie die Beeinträchtigung des Hochwasserschutzes. Eine Bürgerinitiative bringt neue Einwände vor.

Blick in eine Hühnermastanlage. Bei Gleina sollen künftig über 200.000 Tiere gemästet werden. (Symbolfoto)

Quelle: Dirk Knofe

Schmölln/Gleina. Neben den Protesten zahlreicher Bürger hat sich mit Schmölln auch die erste Kommune gegen die geplante Hühnermastanlage bei Gleina positioniert. Eine von Bürgermeister Sven Schrade (SPD) verfasste Stellungnahme der Stadt wird eine befürchtete Belastung durch Lärm, Staub und Gestank insbesondere für die Bürger der beiden Ortsteile Großstöbnitz und Papiermühle befürchtet, die sich in unmittelbarer Nähe der Tieranlage befinden. Außerdem werden Bedenken wegen Pilze, Bakterien und Viren geäußert, die das Potenzial zur Infektion, Allergine und Giftigkeit haben und dadurch die Gesundheit er Bewohner gefährden, heißt es in der Stellungnahme. Die Versiegelung des Bodens würde bei Starkregen außerdem zu einem Anstieg des unkontrolliert abfließenden Niederschlagswassers führen, das die Papiermühle ohnehin bei Hochwasser 2013 bedroht hatte.

Offene Fragen zu Fahrtrouten

Durch die vom Investor vorgelegten Pläne würde nicht konkret hervorgehen, welche Fahrtrouten für den An- und Abtransport der Tiere, des Futters und der übrigen Stoffe vorgesehen sind. Schrade sieht letztendlich auch die Wohn- und Lebensqualität seiner Einwohner beeinträchtigt. „Um den demografischen Wandel entgegenzuwirken, hat die Stadt umfangreiche finanzielle Mittel im Rahmen der Dorferneuerung in Großstöbnitz und der Papiermühle eingesetzt, damit diese attraktiv für ihre Bewohner und den Zuzug neuer Bürger gemacht wird“, heißt es. Die Hähnchenmastanlage würde die Attraktivität bei der Orte negativ beeinflussen, wodurch ein weiterer Einwohnerverlust zu befürchten sei.

Eine Bürgerinitiative hat unterdessen über 650 Unterschriften gegen die Anlage gesammelt und diese in dieser Woche im Landesverwaltungsamt Weimar abgegeben. Dieses Behörde ist für die Genehmigung zuständig. Mitglieder der Initiative haben unterdessen weitere Argumente gegen den Betrieb vorgebracht. So würden konkrete Details zum Brandschutz fehlen. Bei der Verbrennung des Federviehs würde Blausäure frei, wodurch eine Brandbekämpfung nur mittels Atemschutztechnik nötig sei. Es stelle sich aber die Frage, ob die für den Ersteinsatz zuständige Feuerwehr Nobitz dafür ausgerüstet, ausgebildet und zahlenmäßig rund um die Uhr in der Lage sei.

Des weiteren weist die Bürgerinitiative auf die Vorbelastung der Region durch die im Bau befindliche Putenmastanlage bei Göhren hin, die sich in etwa 3000 Meter Luftlinie von Gleinaer Standort befindet. Außerdem sei im Nachbarort Löpitz eine Erweiterung der Rindermastanlage sowie ein neue Biogasanlage geplant.

Erörterungstermin am 19. Januar

Die Abgabefrist für die Einsprüche endet am Freitag. Die Einwände sollen auf einer öffentlichen Versammlung am 19. Januar in Nobitz erörtert werden. Dort bekommen Gegner der Anlage das Wort und Vertreter des Investors, die die Einwände entkräften können.

Sollte der Bau durch das Landesverwaltungsamt genehmigt werden, würde die mit 207.000 Tieren zahlenmäßig größte Hähnchenmast im Landkreis entstehen. Die Tiere sollen in vier baugleichen, 105 Meter langen und 24,5 Meter breiten Ställen in etwa 32 Tagen bis zum vorgesehene Schlachtgewicht gemästet werden. Nach der Stallreinigung wird die Anlage mit neuen Tieren bestückt.

Von Jens Rosenkranz

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