Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Schmölln und Gößnitz wollen zweiten Versuch eines Städtebündnisses wagen
Region Altenburg Schmölln und Gößnitz wollen zweiten Versuch eines Städtebündnisses wagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:01 15.02.2016
Bodo Ramelow schreibt sich in Anwesenheit von Sven Schrade (l.) und Wolfgang Scholz ins Goldene Buch der Stadt Schmölln ein. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Schmölln

Vor rund 150 geladenen Gästen kündigte Schrade eine gemeinsame Vermarktung des Industriegebietes Nitzschka-Nörditz sowie die Bündelung der Kräfte bei der Entwicklung von Wohnstandorten und bei der Kultur- und Vereinsförderung an. Weitere gemeinsame Vorhaben seien die Gestaltung der beiden Bahnhofsgelände und die Wiederansiedlung eines Drogeriemarktes. Im Lichte der geplanten Gebietsreform könnte die Partnerschaft am Ende in eine Fusion münden.

Bei aller Sensibilität darf eine „gemeinsame Stadt kein Unwort sein“, sagte der Bürgermeister, der sich bei diesem Thema ausdrücklich auf seinen Gößnitzer Amtskollegen Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund) berief.

Eine solche Fusion war bereits vor Jahren avisiert worden, scheiterte dann allerdings. Danach schlief auch die Zusammenarbeit ein.

Eines der wichtigsten Ziele sei die Ansiedlung von Investoren auf dem Gößnitzer Teil des Industriegebietes. „Ausgelastete Gewerbe- und Industriegebiete haben den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt Schmölln in den vergangenen 26 Jahren entscheidend mitgestaltet“, sagte Schrade. Die nach dem Mauerfall verloren gegangenen 3000 Arbeitsplätze konnten durch 3500 neu geschaffene Jobs kompensiert werden. Um für Firmenerweiterungen und Neuansiedlungen gewappnet zu sein, sollen weitere Gewerbe- und Industrieflächen erschlossen werden. Schrade kündigte ebenso die bessere Vermarktung des innerstädtischen Gewerberaums an. In beiden Städten gebe es zahlreiche leerstehende Objekte.

Die in dem bereits vor Jahren in einem raumordnerischen Vertrag festgeschriebenen Ziele „wollen wir künftig wieder und intensiver abarbeiten. Unser Städteverbund soll sich an den erreichten Zielen messen lassen“, versprach der Bürgermeister.

Der Ministerpräsident bezeichnete die Ziele und insbesondere den gemeinsamen Empfang beider Städte als großartig und spannend. „Die Kleinstaaterei in Thüringen hilft uns nicht weiter“, sagte Ramelow. Angesichts von Bevölkerungsrückgang, Fachkräftemangel und zu geringen Geburtenzahlen seien dringend zukunftsweisende Strukturen nötig. Die Bündelung der Kräfte dürfe sich jedoch nicht nur auf Gemeinden oder Kreise beziehen, sondern müsse auch auf Schulen, Kitas, den Nahverkehr, Krankenhäuser und kulturelle Einrichtungen erweitert werden.

Als regionales Beispiel führte Ramelow die schwierige Theaterfinanzierung an. Die Hälfte der Besucher des Geraer Theaters kämen aus dem Landkreis Greiz. Allerdings beteilige sich Greiz nicht an der Finanzierung, kritisierte der Ministerpräsident. Ramelow forderte, die Gebietsreform nicht auf Verlustängste zu reduzieren. Verlieren werde man jedoch, „wenn wir nicht anfangen, uns zu verändern.“

Der Gößnitzer Bürgermeister ging in seiner Ansprache vor den anwesenden Gästen auf die Wiederbelebung des Städtebundes nicht ein, rief angesichts der erreichten Erfolge jedoch zu Selbstvertrauen auf. Scholz warnte davor, dass die Leistungsfähigkeit der Kommunen angesichts der Finanznot und immer neuer Aufgaben überstrapaziert werden könnte.

Angesichts der Flüchtlingsproblematik rief er dazu auf, sich nicht abzuschotten. „Betrachten wir die Vielfalt der Menschen fremder Kulturen als Chance für uns.“ Voraussetzung, dass hilfsbedürftige Menschen willkommen sind, sei aber, dass sich die Lebensbedingungen in den Städten verbessern. Das Flüchtlingsthema werde die Gesellschaft noch lange beschäftigen

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Nacht zum Sonntag hatten unbekannte Täter versucht, in eine Tankstelle in Gößnitz einzubrechen. An der Eingangstür und einem Fenster wurden laut Polizei Hebelspuren entdeckt.

15.02.2016

Es fehlt nicht am Geld und Willen, dennoch sind die Probleme des Flüchtlingszuzugs enorm. Und: Sie werden sich auch in Zukunft nicht einfach lösen lassen. Das war die Kernbotschaft der fast dreistündigen Diskussionsveranstaltung mit dem Präsident des Landesverwaltungsamtes, Frank Roßner. Der SPD-Kreisverband Altenburger Land, vertreten durch den Vorsitzenden Frank Rosenfeld hatte dazu am Samstagvormittag ins Altenburg Parkhotel eingeladen.

15.02.2016

Bei zwei Tempokontrollen hat die Polizei im Landkreis in den vergangenen Tagen fast 300 Verstöße festgestellt. Wie die Behörde mitteilte, waren allein am Mittwoch auf der Landstraße 1361 insgesamt 173 Fahrer zu schnell unterwegs.

13.02.2016
Anzeige