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Schmölln wird 950 und feiert von Freitag bis Sonntag ein buntes Fest

Jubiläum Schmölln wird 950 und feiert von Freitag bis Sonntag ein buntes Fest

In Schmölln steppt ab Freitag so richtig der Bär. Die Sprottestadt feiert an diesem Wochenende ihre Ersterwähnung vor 950 Jahren. Erstmals wurde die Jubiläumsstadt im Jahr 1066 als „abbatia zmulna“ urkundlich erwähnt. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist am Sonntag um 14 Uhr der Festumzug mit 1700 Mitwirkenden.

Freut sich am Wochenende auf möglichst viele Besucher: Schmöllns Knopfprinzessin Constanze Hunger – hier vor dem Knopfmuseum.

Quelle: Mario Jahn

Schmölln. In der Sprottestadt steppt ab Freitag so richtig der Bär. Denn Schmölln feiert an diesem Wochenende seine Ersterwähnung vor 950 Jahren. Erstmals wurde die Jubiläumsstadt im Jahr 1066 als „abbatia zmulna“ urkundlich erwähnt. Vermutlich geht dieser Name auf das sorbische „smola“ zurück, was soviel wie Teer oder Pech bedeutet und auf das Pechsieden aus Kiefernholz hinweist.

Wie so viele Schmöllner fiebert auch Johannes Fabian dem bevorstehenden Wochenende entgegen. Der passionierte Hobbyforscher der Stadtgeschichte hat gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom Schmöllner Stadtverschönerungsverein im Rathaus zum Stadtjubiläum eine Ausstellung zusammen gestellt. „Ein gutes Vierteljahr haben wir über den Recherchen und der Umsetzung gesessen“, sagt er.

Was da auf vergleichsweise engem Raum in der Rathausgalerie in Wort und Bild zutage tritt, ist schon bemerkenswert. Wohl nur wenige wissen beispielsweise, dass der Vorgängerbau des bekannten Klosters Schulpforta bei Naumburg einst auf dem Schmöllner Pfefferberg stand und dass die Stadt einst die größte Pilgerstätte nach Aachen war. Und einen Weinanbau vermutet auch niemand innerhalb der Stadt an der Sprotte. „Schon bedeutend bekannter sind da die einstigen Gastwirtschaften Esse oder Schwarzer Bär, die Knopfindustrie und natürlich der Mutzbraten, unser Nationalgericht“, lacht Fabian. Aber auch dunklere, tragische Kapitel spart die Zeitreise nicht aus. Dazu zählt ohne Zweifel der verheerende Stadtbrand vom 17. Oktober 1772, der einen Großteil Schmöllns in Schutt und Asche legte.

Diese und andere Geschichten zum Stadtjubiläum leben in der Ausstellung im Rathaus wieder auf. Und es wird an sie im großen Festumzug erinnert, der am Sonntag ab 14 Uhr das Highlight des Festwochenendes sein wird. Auf den freut sich auch Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) besonders: „Immerhin laufen die Vorbereitungen für den Umzug wie für das Fest schon seit vergangenem Jahr. Schon jetzt mein Dank an alle Helfer, die diesen Höhepunkt in unserer Stadt vorbereitet haben.“

Einer davon ist Udo Fischer, der im Rathaus die Vorbereitungen koordiniert hat: „Im Festumzug, übrigens der erste seit 25 Jahren, wird in rund 40 Bildern die 950-jährige Stadtgeschichte vor Augen geführt. Da wird es eine ganze Reihe von Überraschungen geben.“ Nur so viel verrät Fischer schon: Der Umzug wird eine Länge von 1,5 Kilometern und 1700 Mitwirkende haben.

Aber ehe der Umzug sich durch die Stadt schlängelt, ist ab heute Abend ein kunterbuntes Programm zu erleben. Musik, Spiel, Feuerwerk und so manche Action sind bis Sonntag auf dem Markt, im Kirchwinkel und auf dem Festplatz am Brauereiteich zu erleben (siehe Übersicht).

Und überall dürfte den hoffentlich zahlreichen Festbesuchern dieser angenehme wie einzigartige Geruch von frisch Gebratenem in die Nase steigen. Und da hat Schmölln bekanntlich eine besondere Spezialität zu bieten, die oftmals kopiert, aber nie erreicht worden ist: den Mutzbraten. „In Schmölln liegt die Wiege dieses schmackhaften Bratens, den es schon seit 1795 gibt“, sagt André Schakaleski, ausgewiesener Mutzbratenexperte und Erforscher von dessen Geschichte. „200 bis 250 Gramm Schweinekamm oder Schweineschulter oder -bauch ohne Schwarte, gewürzt mit Pfeffer, Salz und Majoran und gegart über Birkenholzfeuer“, verrät er das echte Schmöllner Rezept für die Spezialität. Dazu gebe es Brot, Sauerkraut und Senf und nichts anderes. Appetit bekommen? Schon heute geht die Party mit einer feierlichen Stadtratssitzung los.

Von Jörg Wolf

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