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Schmölln zeigt 950-jährige Geschichte in einer Trilogie

Ausstellung Schmölln zeigt 950-jährige Geschichte in einer Trilogie

In einer dreiteiligen Ausstellung in der Rathaus-Galerie widmet sich die Sprottestadt ihrer 950-jährigen Geschichte.Teil eins wurde kürzlich eröffnet und zeigt bis zum 9. Mai die bedeutenden Ereignisse in Schmölln. Die Trilogie ist Teil der Festivitäten, die wegen der erstmaligen urkundlichen Erwähnung 1066 in diesem Jahr begangen werden.

Ausstellungsmacher Bernd Leickert (l.) zeigt Ex-Bürgermeister Herber Köhler wichtige Dokumente.

Quelle: Jana Hiller

Schmölln. Passen fast 1000 Jahre Stadt-Historie in eine Ausstellung? Nein. Und schon gar nicht in Schmölln. Die stolzen Sprottestädter widmen ihrer wechselvollen Geschichte anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten der ersten urkundlichen Erwähnung vor 950 Jahren deswegen gleich eine ganze Trilogie. Teil eins unter dem Titel „Damals und heute“ wurde kürzlich eröffnet, wobei die kleine Rathaus-Galerie wegen des Ansturms förmlich aus allen Nähten platzte. Seitdem reißt das Interesse nicht ab, wie Rathaus-Sprecherin Jana Hiller der OVZ erklärte. Aufgrund der Nachfragen wurden zusätzliche Besichtigungszeiten an den Samstagen eingerichtet.

„Schmölln ließ sich nie unterkriegen“, beschreibt Hans-Jürgen Krause eine wesentliche Erkenntnis der Nachforschungen. Eben diese beispielhafte Lebenshaltung der Menschen in einem oft nur wenig beachteten Zipfel Ostthüringens sollte mit der Ausstellung des Schmöllner Heimat- und Verschönerungsvereins gewürdigt werden, dessen stellvertretender Vorsitzender Hans-Jürgen Krause ist. So resignierten die Schmöllner weder nach zerstörerischen Stadtbränden, wie jenem Verheerenden am 19. Oktober 1772, noch nach Jahrhundertfluten, durch den Krieg oder die Repressalien nach 1945. So wird denn auch die Situation gezeigt, als die Stadt über die Weihnachtsfeiertage 2001 im Schneechaos von der Außenwelt abgeschnitten war.

Den größten Anteil an der Exposition hatte Vereinsmitglied Bernd Leickert. Er war nicht darum zu beneiden, aus der riesigen Auswahl an Bildern und Dokumenten die Passenden und Treffenden auszuwählen. Er selbst bezeichnete dies als besonders schwierig. Dass auf den ersten Teil besonders geschaut wird, machte die Aufgabe natürlich nicht leichter. Doch mit seiner Auswahl lag er offensichtlich richtig, wie das vielstimmige Lob zur Eröffnung zeigte.

1066 wurde die Stadt als „abbatia zmulna“ erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen 1324 und 1329 erhielt Schmölln das Stadtrecht. In jener Zeit entstanden Schloss, Wasserburg und eine bis zu acht Meter hohe Stadtmauer, die in Teilen noch erhalten ist.

Ein Großteil der Ausstellung widmet sich selbstverständlich den vergangenen 25 Jahren, in denen Schmölln aufblühte und einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung nahm. Sinnbild dafür sind die beiden verschwundenen beschrankten Bahnübergänge, die die Stadt teilten, den Verkehr behinderten. Zwei Fahrzeug-Unterführungen machten dem ein Ende. Doch viele Ausstellungsbesucher konnten sich noch gut an jene Zeiten erinnern, als man treu und brav vor den meist geschlossenen Schranken wartete.

Teil eins läuft noch bis zum 9. Mai und wird zwei Tage später von der Thematik „Vom mittelalterlichen Handwerk bis zu modernsten Gewerbegebieten“ abgelöst. Mit den „Schmöllner Extras – das gab’s und gibt’s nur hier“ – zu sehen ab dem 14. Juli – schließt die Trilogie ab. Dann endlich erfahren die Ausstellungsbesucher, was es mit dem Mutzbraten wirklich auf sich hat, was in der „Esse“ los war und auf den Pfefferbergfesten.

Von Jens Rosenkranz

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