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Schmöllner Bombenbastler gestehen teilweise

Prozessauftakt am Landgericht Gera Schmöllner Bombenbastler gestehen teilweise

Die mutmaßlichen Bombenbastler und -leger von Schmölln haben ausgesagt – wenn auch sehr unterschiedlich. Während zwei Angeklagte am Montag vor dem Geraer Landgericht gestanden, an der Sprengungen von Zigarettenautomaten im Februar in Schmölln beteiligt gewesen zu sein, stritt dies der dritte ab. Ein Drogenproblem haben sie aber alle.

Am Amtsplatz in Schmölln sollen die Angeklagten im Februar dieses Jahres einen Zigaretten-Automaten in die Luft gejagt haben, um an Geld für Drogen zu kommen.
 

Quelle: Bodo Schackow

Schmölln/Gera.  Diese Explosionen sorgten für Aufsehen: Im Februar flogen in Schmölln und Vollmershain drei Zigarettenautomaten in die Luft. Seit Montag stehen nun die mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht Gera. Das Trio Andreas H., Sascha E. und Marcel K. muss sich wegen des Herstellens von Sprengstoff und des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen verantworten. Hinzu kommen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahren ohne Führerschein, Urkundenfälschung, (Einbruch-)Diebstähle, Körperverletzung, Bedrohung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Teilweise räumten sie die Vorwürfe ein, beschuldigten sich dabei aber auch gegenseitig.

Klar scheint derzeit nur, dass das Trio im Tatzeitraum massiv unter Drogen stand. Das räumten alle ein. „Aufgrund unserer Suchterkrankung haben wir Wege gesucht, uns Geld zu beschaffen“, erklärte etwa Andreas H., der – wie auch die anderen beiden – einschlägig vorbestraft ist und momentan in Untersuchungshaft sitzt. Auf die Idee gekommen sei er mit Sascha E., weil er bei Letzterem eine Rohrbombe habe herumliegen sehen. „Wir hatten es hauptsächlich auf das Geld abgesehen, um uns Drogen zu kaufen.“ Also machten sich der 26-Jährige und sein drei Jahre älterer Bekannter in dessen Werkstatt ans Werk und stellten aus Heizungsrohren und Feuerwerkskörpern drei weitere Bomben her.

Das wiederum sah E., der – wie auch H. in Handschellen vorgeführt wurde – ganz anders. „Ich habe weder am Bombenbau teilgenommen noch weiß ich, was ich dazu verwendet haben soll“, gab der 29-Jährige zu Protokoll. Er habe nicht gewusst, was H. vorhabe und ihn in seiner Werkstatt immer mal alleingelassen, um Drogen zu holen. Zudem hätten viele Leute dort Zugang gehabt, weil die Hintertür nicht verschlossen gewesen sei. Dass er zu jener Zeit zwei Kartons voller Feuerwerk besaß, bestritt E. nicht. „Die habe ich von einem Bekannten aus Meerane kurz vor Silvester für 150 Euro gekauft.“ Gefeiert habe er aber wegen Stress mit der Freundin nicht. Und eine Erklärung, wie seine DNA an Teile der Bomben kam, hatte der Selkaer auch: „Das Material stammt aus meiner Werkstatt.“ Angesichts seiner Wortfindungsstörungen erschienen zumindest seine Angaben zum jahrelangen Mischkonsum von Crystal und Marihuana glaubwürdig.

Abgesehen davon gestand E. auf Nachfrage, mehrfach ohne Führerschein und Versicherung, aber unter Drogen Moped und Motorrad gefahren zu sein sowie mehrfach Drogen besessen zu haben. Von den manipulierten Kennzeichen will er aber nichts gewusst haben. Noch geständiger zeigte sich H., der bis auf eine schwere Körperverletzung, einen Handtaschen- sowie einen Kabel-Klau alles zugab. Das brauchte der 29-jährige Marcel K. nicht, denn bis auf die Beteiligung bei der Sprengung des Automaten am Amtsplatz wurde ihm nichts vorgeworfen – und die räumte er aus Geldnot ein. Mit dem Geschehen in Vollmershain will hingegen keiner der Drei etwas zu tun haben.

Angesichts der widersprüchlichen Angaben und einer insgesamt 35 Punkte langen Anklage wundert es nicht, warum die Vorsitzende Richterin Andrea Höfs bis Jahresende noch fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt hat. Weiter geht es bereits Mittwoch nächster Woche.

Von Thomas Haegeler

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