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Altenburg Schmöllner Stadtrat kündigt Stadtwerkechef Jürgen Ronneburger
Region Altenburg Schmöllner Stadtrat kündigt Stadtwerkechef Jürgen Ronneburger
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17:00 30.08.2016
Jürgen Ronneburger Quelle: Jörg Reuter
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Schmölln

Ein Paukenschlag an der Sprotte, und das zwei Tage vor den Feierlichkeiten zum 950. Jubiläum. Stadtwerkechef Jürgen Ronneburger muss gehen. Sein Ende Februar 2017 auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. Das beschloss der Stadtrat am Donnerstag in nicht öffentlicher Sitzung. In geheimer Abstimmung votierten 18 Stadträte für eine Kündigung, fünf dagegen, zwei enthielten sich. Die Kündigung musste deswegen erfolgen, weil sich der Vertrag des 61-Jährigen ansonsten automatisch um fünf Jahre verlängert hätte.

Nach der Sitzung des Stadtrates tagte der Aufsichtsrat der Stadtwerke und beschloss in vertraulicher Runde ebenso die Kündigung. Bürgermeister Sven Schrade (SPD) hatte Ronneburger gestern offiziell über dessen Kündigung informiert. Der OVZ wollte der Rathauschef darüber keine Stellungnahme abgeben. Es handele sich um ein laufendes Verfahren, sagte er. Dabei geht es dem Vernehmen nach offenbar um die Vertragsabwicklung, einschließlich einer möglichen Abfindung.

Ronneburger ist spätestens seit der Inbetriebnahme der Biogasanlage der Neuen Energie GmbH umstritten, dessen Geschäftsführer er ebenso einige Jahre war. Die Anlage sorgt seit Jahren für heftige Geruchsbelästigungen, arbeitet nicht effektiv und deswegen defizitär. Die Neue Energie, deren Gesellschafter die Stadtwerke, die VR-Bank und die Agrarprodukte Schmölln sind, geriet deshalb in finanzielle Schwierigleiten, die sich auf die Stadtwerke und womöglich auf die Stadt Schmölln niederschlagen könnten. Ein finanzieller Eklat blieb bislang aus, weil ein Millionen-Kredit seit Monaten von der betreffenden Bank gestundet wird. Nicht wegen der roten Zahlen, sondern der öffentlichen Kritik daran trat Ronneburger im Juni als Geschäftsführer zurück (OVZ berichtet).

Ärger gab es auch wegen verkürzter Öffnungszeiten des von den Stadtwerken betriebenen Sportbades Tatami, die aufgrund personeller Engpässe zustande kamen. Seit Jahren verlassen Mitarbeiter diese Einrichtungen und machen dafür auch schlechte Arbeitsbedingungen und ein belastetes Betriebsklima verantwortlich. Wegen der teils heftigen Kritik an den verkürzten Öffnungszeiten hatte sich der Rathauschef sogar schriftlich bei erbosten Bürgern entschuldigt.

Intern bemängelt die Rathausspitze ebenso, dass Ronneburger keine Ideen präsentiert, wie man die Stadtwerke in Zukunft ausrichten könne. Geplant ist ebenso die Belieferung der Haushalte mit weichem Wasser, was seit Jahren gebremst wird.

Ronneburger sitzt seit vielen Jahren für die CDU im Kreistag, war lange Zeit sogar Fraktionschef, ist mittlerweile nun Vize und Kreisvorstandsmitglied der Union. CDU-Kreisvorsitzender Uwe Melzer sieht seine Partei durch das umstrittene Agieren seines Parteifreundes in Schmölln nicht beschädigt.

Von Jens Rosenkranz

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