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Schmöllner Wohnungsgenossenschaft und VR-Bank wollen gemeinsam profitieren

Einzigartige Fusion Schmöllner Wohnungsgenossenschaft und VR-Bank wollen gemeinsam profitieren

Die VR-Bank Altenburger Land und die Schmöllner Wohnungsgenossenschaft (SWG) wollen rückwirkend zum 1. Januar fusionieren, vorausgesetzt beide Mitgliederversammlungen stimmen dem noch zu. Damit werden 1277 Wohnungs- und Gewerbeeinheiten zusammengeführt und künftig unter dem Dach der Bank gemeinsam verwaltet.

Während die Schmöllner Wohnungsverwaltung einen Block bereits saniert hat, hinkt die Wohnungsgenossenschaft gleich nebenan hinterher. Das könnte sich nach der Fusion ändern.

Quelle: Mario Jahn

Schmölln. Im Altenburger Land bahnt sich eine einzigartige Fusion an. Die VR-Bank Altenburger Land will mit der Schmöllner Wohnungsgenossenschaft (SWG) fusionieren. Das teilten beide Firmen am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemeldung mit. Allerdings entsteht bei der Fusion kein neues Unternehmen. Die VR-Bank erweitert mit der Eingliederung der Wohnungsbestände der Genossenschaft lediglich ihren bereits vorhandenen Immobilien-Geschäftsbereich.

Seit Mitte letzten Jahres hatte die VR-Bank mit der SWG verhandelt, um ihren Immobilienbestand zu erweitern, und hatte dabei Vorteile und Chancen einer künftigen Zusammenarbeit ausgelotet. Ergebnis dieser Konsultationen sei nun der Vorschlag, die Zukunft der beiden Genossenschaften durch eine Fusion gemeinsam zu gestalten, heißt es in der Meldung. Allerdings müssen die Mitglieder beider Genossenschaften noch zustimmen. Sollten sie das tun, soll die SWG rückwirkend zum 1. Januar durch Aufnahme durch die VR-Bank verschmolzen werden. Unter dem Titel „GEWO - Genossenschaftlich Wohnen“ soll künftig der Wohnungsbestand beider Partner verwaltet werden.

„Gerade solche außergewöhnlichen Entscheidungen haben die VR-Bank in den vergangenen Jahren gestärkt“, erklärte Holger Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Bank. Der kontinuierliche Ausbau bisher bankuntypischer Geschäftsfelder habe die Genossenschaft zunehmend unabhängiger von der Entwicklung des Geld- und Kapitalmarktes und dem „belastenden Enteignungszins der Europäischen Zentralbank gemacht“, erklärte Schmidt.

Vorstand und Aufsichtsrat der Wohnungsgenossenschaft bezeichneten die Fusion als wichtige Basis für die Sicherung und den Ausbau des Angebotes an attraktivem und bezahlbarem Wohnraum sowie die schrittweise Modernisierung des Wohnungsbestandes im Altenburger Land. „Wir sind stolz, die SWG als ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen in eine neue Zukunft zu überführen“, wird Jürgen Böhme, SWG-Vorstand, in der Meldung zitiert. Alle Mitarbeiter der SWG würden in die Immobilienabteilung der Bank integriert und können so ihre Berufserfahrung einbringen. Zusätzlich werde ein wohnungswirtschaftlicher Beirat gegründet, der die Geschäftsleitung der VR-Bank bei der Bestandsentwicklung der eigenen Wohnimmobilien unterstützt.

Bei der Fusion finden allerdings keine wirtschaftlich gleichrangigen Partner zueinander. So verzeichnete die VR-Bank 2016 eine Bilanzsumme von 13,4 Millionen, die SWG dagegen nur 3,4 Millionen Euro. Der Immobilienbestand der Bank beträgt 61 Millionen, der der SWG rund 12 Millionen Euro. Die VR-Bank besitzt 673 Wohn- und Gewerbeobjekte, die SWG 604.

Die SWG war vor einigen Jahren in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, verursacht durch Missmanagement des Vorstands und fragwürdige Kreditgeschäfte, die sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich zogen. Daraufhin musste das Unternehmen in den letzten Jahren durch Einsparungen und die Reduzierung des Wohnungsbestandes durch Verkauf und Abbruch saniert werden, erklärte Jürgen Böhme der OVZ. Noch immer beträgt der Leerstand 15 bis 16 Prozent und liege damit über dem Thüringer Durchschnitt.

Durch die Fusion werde frisches Geld bereitgestellt, insbesondere für die Bestandserhaltung und Sanierung. Ansonsten hätte die SWG dafür über neue Kredite nachdenken müsse, sagte Böhme. Man habe zwar keinen Sanierungsstau, müsse jedoch etwas tun, diesen zu verhindern. Hierbei gehe es auch um die Schaffung von altersgerechtem Wohnraum. Mit 604 Wohnungen sei sein Unternehmen langfristig auch zu klein. Denn selbst durch Modernisierungen könne der Leerstand nicht signifikant verringert werden, sagte Böhme.

Vorteile der VR-Bank sind neue Möglichkeiten der Geldanlage. So hat die Bank nach Ansicht von Beobachtern in den letzten Monaten und Jahren bereits zahlreiche Immobilien erworben.

Von Jens Rosenkranz

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