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Schmöllns Bürgermeister Schrade: "Ich habe bewusst die Öffentlichkeit gewählt"

Im Interview Schmöllns Bürgermeister Schrade: "Ich habe bewusst die Öffentlichkeit gewählt"

Nach den Ereignissen von Schmölln erklärt der Bürgermeister der Stadt, Sven Schrade (SPD), warum er am Samstag an die Öffentlichkeit gegangen ist. Er wolle mit Offenheit dem möglichen Imageverlust durch die Vorfälle vom Freitag entgegentreten.

Aus diesem Block im Schmöllner Finkenweg sprang ein 15-jähriger Somalier in den Tod. Hier ist Bürgermeister von Schmölln, Sven Schrade (SPD), vor Ort am Sonnabend.

Quelle: Frank Prenzel

Altenburg. Frage: War die Information über den Verdacht, dass Augenzeugen „Spring doch“ gerufen haben sollen, nicht etwas voreilig?

Sven Schrade: Das sehe ich nicht so. Denn ich verlasse mich auf die Aussage des Geschäftsführers vom Träger MBZ, David Hirsch, der davon berichtete, dass eine Betreuerin gibt, die solche Rufe gehört hat. Und für mich ist der MBZ-Geschäftsführer eine absolut integere Quelle, an dessen Aussage ich nicht zweifle. Deshalb habe ich bewusst die Öffentlichkeit gewählt, um sicher zu stellen, dass sich diese Nachricht nicht wie zufällig in sozialen Netzwerken verbreitet und der Anschein erweckt wird, wir wollten etwas verheimlichen.

Hat die Stadt Schmölln durch diese Tragödie und vor allen durch die detaillierteren Umstände Schaden genommen?

Es ist sicher richtig, dass unsere Stadt jetzt deutschlandweit in den negativen Schlagzeilen ist. Und es gibt sicher auch einen zeitweisen Imageverlust. Aber dauerhaften Schaden befürchte ich nicht. Vor allem weil hier viele eine hervorragende Integrationsarbeit leisten.

Was wollen Sie tun, damit diese Welle wieder abebbt?

Erst einmal bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen ergeben. Danach bin ich mir sicher, dass dieser Hype auch recht schnell wieder nachlässt. Das geht umso schneller, wenn man mit der notwendigen Offenheit mit dem Problem umgeht.

Interview: Jörg Wolf

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