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Altenburg Schnelles Handeln von Hartmut Kirmse rettet jungem Mann das Leben
Region Altenburg Schnelles Handeln von Hartmut Kirmse rettet jungem Mann das Leben
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00:30 17.01.2016
Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (l.), ehrt Hartmut Kirmse mit der Belobigungsurkunde des Landes Sachsen-Anhalt. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Jenen Sonntagmorgen Mitten im August des vorigen Jahres wird Hartmut Kirmse sein Leben lang nicht vergessen. An diesem Tag wurde der Kriebitzscher zum Lebensretter. Denn nur seinem beherzten Handeln war es zu verdanken, dass ein 19-jährigers Unfallopfer rechtzeitig in eine Klink kam.

Für seine Zivilcourage bei der Rettung eines Menschenlebens ist der 57-Jährige am Donnerstag im Altenburger Landratsamt von Götz Ulrich, Landrat des Burgenlandkreises, mit der Belobigungsurkunde des Landes Sachsen-Anhalt geehrt worden. Im Beisein von Altenburgs Landrätin Michaele Sojka, die dem Lebensretter ihre Anerkennung aussprach, und dem Kriebitzscher Bürgermeister Bernd Burkhardt nahm Kirmse die Ehrung entgegen. Großer Medienrummel, den der Mitarbeiter einer Gemeinschaftunterkunft für Flüchtlinge in Zeitz überhaupt nicht mag, blieb ihm dabei erspart. Der bescheidene Mann wusste gar nicht so recht, wie er mit der Ehrung und dem Schulterklopfen von Bürgermeister Burkhardt umgehe sollte. Ihm war das fast schon peinlich.

Zum Lebensretter ist der Kriebitzscher durch seine Aufmerksamkeit geworden. Nach seiner Schicht war er auf der B 180 von Zeitz in Richtung Meuselwitz auf dem Heimweg. Plötzlich habe er auf der Straße einen Kotflügel liegen sehen. Beim Blick nach hinten habe er dann eine Hand erblickt, die aus dem Straßengraben ragte und sich bewegte. Sie gehörte zu einem jungen Mann, der mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt war. Der Kriebitzscher, der im Ortsteil Altpoderschau wohnt, überlegte nicht lange: Rückwärtsgang rein und schauen, was passiert war. Der schreckliche Anblick, der sich ihm bot, und die Schmerzschreie des jungen Mannes lassen in noch heute erschaudern. Denn bei dem Unfall war dem jungen Mann aus Zeitz ein Bein unterhalb des Knies abgetrennt worden. Obwohl Kirmse eigentlich kein Blut sehen kann, stand für ihn außer Frage, dem jungen Mann zu helfen. „Viel Zeit zum Nachdenken hatte ich nicht. Es ging alles automatisch“, erzählte er.

Professionelle Hilfe konnte er nicht rufen, denn sein Handy funktioniert nicht. Deshalb entschied er sich, den Schwerverletzten selbst ins nahe gelegene Krankenhaus zu fahren. Er packte den jungen Mann auf den Beifahrersitz und fuhr so schnell er konnte zur nur wenige Minuten entfernten Klinik in Zeitz. Sein couragiertes Handeln hat dem Unfallopfer vermutlich das Leben gerettet. Das Bein des jungen Zeitzers, der gerade eine Dachdeckerlehre abgeschlossen hatte, war jedoch nicht mehr zu retten.

Wie es dem jungen Mann heute geht, weiß Kirmse nicht, doch nach einem ersten Treffen mit der Familie des Verunglückten, bei dem auf beiden Seiten viel Tränen flossen, wollen sich die Männer im Sommer noch einmal treffen.

„Ich war zur rechten Zeit am rechten Ort und habe getan, was getan werden musste“, so der kurze Kommentar des Retters. Noch einmal möchte er nicht in solch eine Situation kommen, gesteht er. Denn wenn er heute an der Unfallstelle vorbei fährt, kommen ab und zu die schlimmen Erinnerungen wieder hoch.

Von Marlies Neumann

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