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Schnöder Mammon - große Kunst. Das Resümee einer Spielzeit, in der es mehr um Finanzprobleme als das Angebot auf der Bühne ging

Schnöder Mammon - große Kunst. Das Resümee einer Spielzeit, in der es mehr um Finanzprobleme als das Angebot auf der Bühne ging

Die Theaterleute sind im wohlverdienten Sommerurlaub. Denn hinter ihnen liegt eine der schwierigsten Spielzeiten überhaupt. Oft ging es im Theater und in der Öffentlichkeit mehr ums Geld und politische Entscheidungen als um die Kunst.

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So vielfältig präsentierte sich das Landestheater in der zurückliegenden Spielzeit - allerdings bei deutlich reduzierter Vorstellungszahl. Montage: Mario Jahn

Altenburg. Von Manfred Hainich

Eigentlich müsste man über all das sprechen, was auf den Bühnen zu erleben und im Orchestergraben zu hören war. Darüber, welche Vorhaben das Theater geplant hatte und wie es sie realisiert hat. Wie sich das künstlerische Profil der einzelnen Sparten gezeigt oder möglicherweise verändert hat und wie der Zuschauerzuspruch auf die Angebote des Theaters war.

Doch die Bilanzierung ist deswegen so schwierig, weil diese Spielzeit geprägt war von andauernden Auseinandersetzungen über die Finanzierung und von vielen Aktionen zum Erhalt des Fünf-Sparten-Theaters. Es wurde weniger darüber gesprochen, was das Theater künstlerisch geleistet hat, und mehr darüber, ob es so, wie es ist, erhalten werden kann. Dies bestimmte die Diskussionen allerorten, und nicht mehr für möglich gehaltene Großveranstaltungen im Landestheater, Lichterketten um die Theaterhäuser und Demonstrationen und Kundgebungen am 1. Mai dominierten das Erscheinungsbild der wichtigsten Kultureinrichtungen in Altenburg und Gera.

Im Vorfeld der Spielzeit 2011/2012 gab es vor allem in den politischen Gremien und auch im Publikum Vorbehalte zu den vertraglichen Verpflichtungen des neuen Generalintendanten Kay Kuntze an anderen Häusern. Nachdem er zur Eröffnungsgala nicht anwesend sein konnte, befürchtete man ein führungsloses Interregnum in einer Zeit finanzieller Unwägbarkeiten mit Existenzbedrohung des Theaters. Diese Besorgnis wurde weniger im Theater selbst geäußert, und nun ein Jahr später muss man konstatieren, dass sie unbegründet war. In jeder Situation, wo eine Präsenz des Intendanten aus der Sicht eines Außenstehenden notwendig war, war sie auch gegeben.

Es wurde trotz allem natürlich auch noch Theater gemacht - und kein schlechtes. Neun Premieren gab es im Großen Haus in Altenburg. Darunter befand sich kein Flop. Ganz im Gegenteil. Die Neuinszenierungen im Musiktheaterbereich - Frau Luna, Zauberflöte, Ulenspiegel, Die lustigen Weiber von Windsor - und die beiden Ballettpremieren Dix 2011 und Freaks fanden ungeteilte Zustimmung beim Publikum und Anerkennung wegen der inszenatorischen und choreografischen sowie der tänzerischen und musikalisch-gesanglichen Qualität. Die Übernahme der Csárdásfürstin aus Gera war erwartungsgemäß ein weiterer Publikumsrenner.

Im Schauspiel gab es Jubel für die Märcheninszenierung "Das kalte Herz", kontroverse Meinungen zu einem ungewöhnlichen, von den Zuschauerzahlen aber weit unter den Erwartungen liegenden Hamlet und sehr geteilte Meinungen zu Virginia Woolf, vor allem wegen der überzogenen Lautstärke beim Sprechen. Im Heizhaus geschah wenig Neues. Das Puppentheater brachte ein reiches Angebot, was unterschiedlich angenommen wurde, wiederholt mangels Publikumsinteresse gänzlich abgesagt werden musste. Vielleicht war es ja ein Überangebot. Zu Höhepunkten der vergangenen Spielzeit gestalteten sich die Galas zur 50. Ausgabe von Klassik bei Kerzenschein und zum Trachtenfest.

Die Philharmonischen Konzerte offerierten für Altenburg eine Neuerung. Zwei der neun Veranstaltungen entfielen, dafür wurden drei Schlosskonzerte im Festsaal mit interessanten Programmen populärer Sinfonik und Konzertmusiken in den Spielplan genommen. Diese Neuerung ist sehr zu begrüßen und fand starken Zuspruch. Einfluss auf einen besseren Besuch der normalen Konzerte hatte sie aber (noch?) nicht. Diese sind nach wie vor nicht zufriedenstellend besucht, obwohl die Programme interessant zusammengestellt sind und die Qualität der Interpretationen durch das Orchester hohen Ansprüchen genügt. Die wechselnden Dirigenten als Bewerber für die Stelle des Generalmusikdirektors waren von unterschiedlicher Qualität. Dass kein geeigneter Kandidat gefunden werden konnte und die Bewerbung noch eine Spielzeit verlängert wird, ist sehr selten und findet in Fachkreisen wenig Verständnis. Die Sonderkonzerte und die zahlreichen musikalischen Reihen in Altenburg liefen gewohnt erfolgreich.

Ungünstig für einen besseren Besuch waren die teilweise nur sehr spärlich gefüllten Monatspläne. So wenige Vorstellungen wie in der zurückliegenden Spielzeit gab es bisher noch nicht. Dies war der finanziellen Situation und den daraus erwachsenen Konsolidierungsbemühungen der Theaterleitung geschuldet. Der jetzt vorliegende Jahresplan für 2012/2013 deutet Verbesserungen an. Diese müssen ganz einfach erwartet werden.

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