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Altenburg Schnuppertag an der Bonhoeffer Schule
Region Altenburg Schnuppertag an der Bonhoeffer Schule
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17:10 05.02.2019
Mia, Sementha und Khaled (v.l.) aus der 4b der Wilhelm Busch Grundschule Altenburg experimentieren beim Schnuppertag zum ersten Mal im Chemieraum der Bonhoeffer Schule. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Wow, wie cool!“ Neun schwer beeindruckte Viertklässler schauen Chemielehrer Ingolf Katzsch fasziniert dabei zu, wie er die Gasbrenner entfacht. Nie war etwas Wasser im Reagenzglas verdampfen lassen und kurz darauf ein bisschen „NaCl wieder zurück holen“, wie Katzsch verspricht, spannender.

Das kleine Experiment ist eine von zahlreichen Aktionen, die die Schüler der Grundschule Wilhelm Busch am Dienstag treppauf treppab durch die Regelschule Dietrich Bonhoeffer in Nord führt. Mit Laufzettel in der Hand und begleitet von Lisa und Pauline aus der Zehnten lernen die „großen“ Grundschüler ein bisschen den Alltag kennen, der sie nach den Sommerferien erwarten könnte.

Nächste Station: Der Werkenraum im Keller, wo Lehrerin Marion Schaller die Truppe begrüßt: „Dieser Raum versprüht noch sehr viel Nostalgie, wird aber dieses Jahr noch total neu gemacht!“, verrät sie den Kindern. Das Equipment sei noch aus DDR-Zeiten, ergänzt Schulleiterin Yvonne Künzel. Doch so sehr sie sich über die baldige Kernsanierung von Einrichtung und Ausstattung freut – ein großer Wermutstropfen trübt ihre Begeisterung. „Die Frage ist, ob wir im neuen Raum überhaupt Unterricht anbieten können, denn ab nächstes Schuljahr haben wir keinen Werken-Lehrer mehr.“

Lehrermangel auch hier ein akutes Problem

Auch wenn es ihrer Schule die nächsten anderthalb Jahre „noch ganz gut“ gehe, bereitet Künzel die Zukunft Bauchschmerzen. Ihr Kollegium ist durchschnittlich 57 Jahre alt, Sozialkunde, Ethik, aber auch die Naturwissenschaften stehen auf der Liste der bedrohten Fächer weit oben. Auf Platz eins jedoch: Deutsch als Zweitsprache (DaZ). „Eigentlich haben wir 51 Schüler, die einen intensiven Sprachkurs bräuchten. Seit Anfang der Woche können wir den aber nicht mehr anbieten.“

Wer einen Blick auf das große Plakat im Erdgeschoss wirft, von dem alle aktuell 212 Schüler lächeln, blickt in Gesichter aus den unterschiedlichsten Kulturen – mit stark differenzierten Bedürfnissen und Hintergründen. Um dieses riesige Spektrum irgendwie abdecken zu können, setzen Yvonne Künzel und ihrer Kollegen auf enge Kooperationen mit Behörden, Ämtern und Initiativen. „Wir sind zum Beispiel eng vernetzt mit dem Jugendtreff ,Abstellgleis‘ gegenüber, mit der Agentur für Arbeit oder der Innova, um für jeden Schulabgänger – mit oder auch ohne Schulabschluss – eine Perspektive zu finden.“ So sei ihre Regelschule auch die einzige im Landkreis, deren Neuntklässler im Rahmen des WRT-Unterrichts einen Tag pro Woche praktisch in Betrieben tätig seien.

Von Maike Steuer

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