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Schönheitskur für die Zipsendorfer Kulturhalle

MDR-Aktion Schönheitskur für die Zipsendorfer Kulturhalle

Heftig genagt hat der Zahn der Zeit an der Kulturhalle im Meuselwitzer Ortsteil Zipsendorf – das Gebäude ist innen und außen sanierungsbedürftig. Das soll sich jetzt ändern.

Sanierungsbedürftig ist die Kulturhalle Zipsendorf Foto: Mario Jahn

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Großprojekt in Meuselwitz: Mit großem Aufwand soll am 21. April im Ortsteil Zipsendorf die historische Kulturhalle gehörig auf Vordermann gebracht werden.

Hintergrund der Aktion ist das „MDR Frühlingserwachen“. Im Rahmen des Wettbewerbs ringen insgesamt drei Kommunen – je eine aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – um den Sieg. Innerhalb von sechs Stunden soll jeweils ein Projekt umgesetzt werden. Im Anschluss entscheiden die Zuschauer über das beste Endergebnis. Der Gewinnerstadt winken 4444 Euro Preisgeld.

Die Entscheidung für die Kulturhalle sei für die Verwaltung ganz selbstverständlich gefallen, erklärt Bürgermeister Udo Pick (BfM). „Zum einen steht im Sommer die 850-Jahr-Feier von Zipsendorf vor der Tür, zum anderen wartet nächstes Jahr dann schon das Bauhaus-Jubiläum.“ Die MDR-Aktion biete da eine willkommene Grundlage, um das reichlich in die Jahre gekommene Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.

Und zu tun ist einiges: „Wir wollen im Innenraum die Wände streichen und die Holzvertäfelung erneuern. Vor der Halle sollen das Geländer gestrichen und neue Bänke aufgestellt werden. Dazu kommen weitere Arbeiten“, zählt Pick auf. Viel zu tun also. Und doch oder gerade deswegen entwickelt das Projekt einiges an Zugkraft. „Wir haben Vereine und hiesige Unternehmen kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Die Rückmeldung ist sehr gut, es gibt eine große Bereitschaft“, freut sich das Stadtoberhaupt.

So werden in knapp drei Wochen unter anderem die Mitglieder des Angelfischereivereins Schnaudertal tatkräftig mit anpacken. „Mit 20 bis 30 Leuten rechnen wir derzeit“, berichtet Vereinspräsident Karl-Heinz Bergner. Für ihn und die Angelfreunde ist der Arbeitseinsatz eine Selbstverständlichkeit. „Immerhin wurde unser Verein 1949 in Zipsendorf gegründet, ich selbst habe in der Kulturhalle nicht nur Jugendweihe gefeiert, sondern auch danach viele Veranstaltungen wie Fasching oder Konzerte besucht“, erinnert er sich. Die sich nun bietende Chance, das Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen, müsse genutzt werden.

Ähnlich sieht das auch Joachim Langrock. Der Vorsitzende des Judo- und Freizeitsportvereins Wintersdorf hat ebenfalls eine besondere Verbindung zur Halle. „Im Winter 1979/80 wurden wir bei starkem Schneefall von der Armee zur Arbeit in den Tagebau Schleenhain abgeordnet“, erinnert er sich. „Die Halle war unsere Schlafstätte.“ Das Gebäude könne man nicht einfach vor sich hinsiechen lassen. „Wir kommen mit mindestens zwölf Mann“, kündigt er an.

Unterstützung winkt auch aus der Wirtschaft. Neben gleich mehreren Malerfirmen hätten unter anderem die Sparkasse sowie die Firmen Meuselwitz Guss und die Maschinenfabrik Herkules ihre Hilfe zugesagt, so Bürgermeister Pick. Ganz besondere Unterstützung kommt von der Metall- und Kunststofftechnik Meuselwitz GmbH. Das Unternehmen stellt den „Kulturhalle“-Schriftzug zur Verfügung, der bald wieder über dem Eingang prangen soll. „Ich fahre jeden Tag an der Halle vorbei, die Buchstaben fehlen einfach“, erläutert Geschäftsführer Daniel Schricker schmunzelnd seine Motivation. Rund 800 Euro kostet der aus gut 70x40 Zentimeter großen Buchstaben bestehende Schriftzug.

Angesichts des Zuspruchs freut man sich bei der IG Bergbau- und Heimatfreunde Zipsendorf ganz besonders. Die Gruppe hat seit vergangenem Jahr einen Raum in der Halle bezogen, organisiert von dort aus unter anderem eine Ausstellung zum 850-jährigen Jubiläum des Ortsteils. „Es ist schön, dass sich so viele für das Projekt engagieren“, bekräftigt IG-Mitglied Klaus Spindler. Selbst wenn am Ende nicht das Preisgeld winke, sei der Einsatz ein wichtiger Schritt. „Vielleicht gibt das ja die Initialzündung für weitere wichtige Arbeiten“, so seine Hoffnung.

Von Bastian Fischer

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