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Altenburg Schüler sparen eine halbe Stunde
Region Altenburg Schüler sparen eine halbe Stunde
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19:01 26.08.2014

"Für die Schüler ist es ab 1 September möglich, ab Altenburg/Bahnhof 15.45 Uhr mit der Linie 325 nach Langenleuba-Niederhain zu gelangen", erklärt Wolfgang Kopplin, Leiter des Fachdienstes Schulverwaltung im Altenburger Landratsamt.

"Damit haben die Kinder eine Zeitersparnis von rund 30 Minuten", erklärt ein Vater mehr als zufrieden. Der Niederhainer, der aus beruflichen Gründen seinen Namen* nicht nennen möchte, hat seit Februar 2013 für dieses Ergebnis gekämpft. Nun sei die Situation so, wie sie von den Eltern gewünscht ist, sagt er und erinnert sich an die viele Überredungskunst, die er dafür brauchte.

Wobei Überredungskunst nur bedingt beschreibt, an wie vielen Rädern die Eltern gedreht haben. Anfang des Jahres hatten 56 Eltern von Pennälern aus Ortschaften des Wieratals in einer Unterschriftensammlung die unzureichende Schülerbeförderung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln beklagt. Zuvor hatten sich die Eltern direkt an die Gymnasien gewendet, mit dem Landratsamt verhandelt und später über die OVZ öffentlichen Druck aufgebaut. Der Grund war: An manchen Tagen mussten die Kinder zehn- bis elfstündige Schultage inklusive Fahr- und Wartezeiten verkraften. Was die Eltern dabei besonders beunruhigte, war, dass manche der Schüler erst elf Jahre alt sind.

Jedoch ist es kein böser Wille der Verantwortlichen, dass die Mädchen und Jungen vor allem am Nachmittag längere Wartezeiten hinnehmen mussten. Die Fahrpläne der Thüsac können nicht einfach verändert werden. Anschlussverbindungen sind zu beachten, außerdem müssen die Interessen aller Fahrgäste berücksichtigt werden, nicht nur die der Schüler. "Und obendrein muss das alles auch noch wirtschaftlich vertretbar sein", sagt Martin Hübscher, Prokurist und Bereichsleiter Verkehr bei der Thüsac.

Dennoch versuche sein Unternehmen, so weit es geht auf die Wünsche einzugehen. Auch das Landratsamt hat wegen der Elternanfragen intensiv und mit der Thüsac nach einer Lösung gesucht. "Ab Schuljahresbeginn wird ein vorerst bis Januar 2015 befristetes Fahrtangebot für Schüler der Gymnasien und Berufsschulen in den Raum Langenleuba-Niederhain, Frohnsdorf, Garbisdorf, Göpfersdorf und Wolperndorf gemacht", verkündet Wolfgang Kopplin den Erfolg.

Die nach langem Suchen gefundene Lösung sei ein Bus gewesen, der planmäßig sowieso in der Region ist, aber noch Zeit hatte, so Martin Hübscher. So sei es möglich gewesen, eine Linie zu schaffen, die die Kinder früher nach Hause bringt, ohne dabei einen Extra-Bus von Altenburg aus einzusetzen. "Das wäre wirtschaftlich auch nicht darzustellen gewesen", erläutert Hübscher. Allerdings müssten die Schüler 16.09 Uhr an der Schule in Nobitz umsteigen.

Auch wenn der Aufwand überschaubar sei, müsse er dennoch durch die Nutzung gerechtfertigt sein. "Wenn es nur eine schwache Auslastung gibt, müssen wir neu nachdenken", sagt der Thüsac-Mann. Nur fünf Schüler im Bus sei demnach schon grenzwertig. Deshalb gilt das Angebot vorerst auch nur fürs erste Schulhalbjahr.

*Name ist der OVZ bekannt

Jörg Reuter

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