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Altenburg Schulamt lässt Wintersdorfer Gastschüler abblitzen
Region Altenburg Schulamt lässt Wintersdorfer Gastschüler abblitzen
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05:11 05.06.2018
Wintersdorfer Eltern müssen ihre Sprösslinge nach den Ferien gegen ihren Willen in die Regelschule Lucka schicken. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz/Lucka

Es kommt, wie es kommen musste. Wintersdorfer Schüler sollen gegen ihren Willen und den ihrer Eltern die Klasse fünf in der Regelschule Lucka besuchen. Vier Gastschulanträge, und damit alle, für die Regelschule in Meuselwitz wurden abgelehnt. Darüber informierten die betreffenden Eltern am Montag die OVZ.

Gleichzeitig kritisierten sie die Entscheidung des Schulamtes Ostthüringen, da solche Anträge in der Vergangenheit meist genehmigt wurden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Schüler eines Meuselwitzer Ortsteils nicht die Schule in ihrer eigenen Stadt besuchen dürften, sagt eine betroffene Mutti.

Das Schulamt hatte die Ablehnung der Gastschulanträge mit nicht vorhandenen Aufnahmekapazitäten begründet. Eine solche abschlägige Entscheidung hatte vor über einem Monat bereits der Meuselwitzer Schulleiter Jürgen Stark angedeutet (OVZ berichtete).

Um die Wintersdorfer aufzunehmen, müsse wohl eine dritte fünfte Klasse eingerichtet werden, sagte Stark der OVZ. Platztechnisch sei das kein Problem – allerdings sei dazu eine weitere Lehrkraft nötig, die das Schulamt wegen des grassierenden Lehrermangels nicht genehmigen würde.

Genau das ist jetzt der Fall. Dass Winterdorfer Schüler überhaupt nach Lucka fahren müssen, liegt an den vom Kreistag beschlossenen Schulbezirken und den dazu gehörenden Einzugsbereichen. Obwohl Wintersdorf seit zehn Jahren zu Meuselwitz gehört, wird an dieser Zuordnung festgehalten. Seitdem wächst auch das Unverständnis bei den Eltern darüber, dass die eigenen Sprösslinge auf eine Schule in einer anderen Stadt ausweichen müssen.

Eltern widersprechen und legen Beschwerde ein

Mit der Ablehnung ist das Fass bei den Betroffenen nun übergelaufen. Neben dem Widerspruch gegen die Entscheidung des Schulamtes haben sich die Eltern auch im Thüringer Bildungsministerium und bei Landrätin Michaele Sojka (Linke) beschwert, die allerdings nur noch bis Ende des Monats amtiert.

Eltern und Kinder müssten nun ausbaden, dass das Land nichts gegen den Lehrermangel getan habe, der nun der Grund für die Ablehnung ihres Antrages ist, sagt eine Mutti. Denn dass Lehrer fehlen, sei lange bekannt. Das Versagen der Politik werde auf den Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen. Höchst ärgerlich und umständlich sei auch die Schulbusverbindung am Nachmittag ab Lucka. Dann müssten die Schüler erst nach Meuselwitz fahren und dort in einen zweiten Bus nach Wintersdorf umsteigen.

Von Jens Rosenkranz

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