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Altenburg Schulbusunfall in Jonaswalde – Fahrer alarmierte keine Polizei
Region Altenburg Schulbusunfall in Jonaswalde – Fahrer alarmierte keine Polizei
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16:10 15.01.2016
Bei Jonaswalde gab es am Donnerstag einen Unfall mit einem Schulbus. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Jonaswalde

Zwei 14-jährige Mädchen und ein 13-jähriger Junge sind am Donnerstag bei einem Schulbusunfall in Jonaswalde im Süden des Landkreises leicht verletzt worden. Wenn Altenburgs Polizeichef Andreas Pöhler über den Unfall spricht, ist ihm das Unverständnis über das Verhalten des Busfahrers anzumerken. Denn nachdem der mit elf Schülern besetzte Bus vom Typ Citaro gegen 14.30 Uhr in der ohnehin engen Ortslage Nischwitz eine Hausecke gerammt hatte – wobei nach Pöhlers Schilderungen mehrere Scheiben zu Bruch gegangen waren – habe der Fahrer weder Rettungsdienst noch Polizei alarmiert.

„Das ist beileibe kein alltäglicher Fall, dass ein Unfall mit einem Schulbus und noch dazu mit verletzten Schülern uns nicht umgehend angezeigt wird. Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, so Pöhler. Die verletzten Mädchen und der Junge aus Posterstein beziehungsweise Jonaswalde erlitten glücklicherweise nur leichte Blessuren wie Schnittwunden an den Händen. Auch über Kopfschmerzen sollen die Verletzten geklagt haben.

Was für Pöhler aber keinerlei Grund ist, diesen Fall als Bagatelle abzutun: „Die Polizei wurde erst um 17.56 Uhr von dem Unfall informiert. Eltern der betroffenen Kinder hatten sich an uns gewandt“, so der Polizeichef. Gleich wegen mehrerer Straftaten habe man nun die Ermittlungen aufgenommen. Unter anderem ermittelt die Polizei gegen den 63-jährigen Busfahrer wegen Unfallflucht.

Busunternehmen sieht kein Fehlverhalten

Die Thüringisch-Sächsische Personennahverkehrsgesellschaft (Thüsac) hat diese Schulbuslinie wie viele andere auch an ein anderes Busunternehmen vergeben. Geschäftsführer Stephan Bog bestätigt zwar den Vorfall, er hatte in seinem Haus sowie bei dem beauftragten Unternehmen mit Sitz außerhalb des Landkreises umgehend dazu recherchieren lassen. Doch danach stellt sich der Sachverhalt ein wenig anders dar: „Den Unfall hat es durch einen Fahrfehler des Busfahrers tatsächlich gegeben, und drei Kinder haben tatsächlich leichte Kratzer an den Händen erlitten. Aber der Busfahrer hat sofort den Kindern angeboten, ärztliche Hilfe zu holen, was aber deren Mütter abgelehnt haben“, liest Bog aus dem Bericht des beauftragten Busunternehmens. So sei man auch mit der Übereinkunft auseinandergegangen, dass die Erziehungsberechtigten sich sofort melden, wenn sich im Nachgang doch schwerere Verletzungen herausstellen sollten. Was aber nicht geschah.

Umgehend habe der Busfahrer zudem mit dem betroffenen Hausbesitzer die Details wegen der beschädigen Hausecke geklärt. „Zudem ist der Chef des Busunternehmens sofort an den Unfallort gefahren und hat umgehend einen Ersatzbus organisiert, mit dem die Fahrt nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden konnte“, so Bog weiter, der nach derzeitigem Stand keinerlei Fehlverhalten des Fahrers sieht. „Wir haben aber noch einen detaillierten Bericht angefordert“, sagte er.

Von Jörg Wolf

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