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Altenburg Schulleiterin Gerlinde Schleif verlässt die Bildungsstätte in Dobitschen
Region Altenburg Schulleiterin Gerlinde Schleif verlässt die Bildungsstätte in Dobitschen
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15:06 24.06.2016
Die Leiterin Regelschule Dobitschen, Gerlinde Schleif, geht in den Ruhestand Quelle: Jörg Reuter
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Dobitschen

Kinder, wie die Zeit vergeht. Diesen Gedanken hatte Gerlinde Schleif in den vergangenen Tagen mehrfach. Seit 42 Jahren ist sie Lehrerin und seit einem Vierteljahrhundert Leiterin an verschiedenen Regelschulen. Letzte Schultage vor den Sommerferien hat sie schon oft miterlebt, doch der heutige Freitag ist für die 65-jährige Chefin der Regelschule in Dobitschen ein besonderer Tag: Es ist auch ihr allerletzter Schultag. Am 30. Juli wird Gerlinde Schleif in den Ruhestand gehen. „Kaum zu glauben, nicht wahr?“, meint sie und erinnert sich:

Am 1. August 1974 hatte sie an der Theodor-Neubauer-Oberschule in Altenburg, dem heutigen Friedrichgymnasium, ihren ersten Arbeitstag als Biologie- und Chemielehrerin. Chefin wurde sie dann kurz nach der Wende an der Regelschule am Finkenweg in Schmölln. Im Schuljahr 2003/2004 leitete sie die Regelschule Am Eichberg in der Knopfstadt. Von dort aus bewarb sie sich an der Regelschule Dobitschen, die sie ab dem Schuljahr 2004/2005 leitete. „Mein Wunsch war immer, alle Schüler und Eltern zu kennen.“ Das gehe natürlich nur an einer kleinen Bildungsstätte wie Dobitschen, die mit rund 140 Schülern und 14 Lehrern in etwa die Größe hat wie die Neubauer-Oberschule in den 70ern.

Mit wehenden Fahnen habe sie sich vor 25 Jahren als Schulleiterin beworben. „Und ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden.“ Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, das liege ihr. „Was ich aber nicht so mag, ist die Büroarbeit, leider ist diese im Laufe der Zeit immer mehr geworden“, vergleicht sie. Überhaupt habe sich in 40 Jahren viel verändert. Und nicht alles zum positiven, bedauert Gerlinde Schleif.

„Das ist mir erst jetzt wieder beim Aufräumen aufgefallen, als ich alte Vorbereitungen von mir in die Finger bekam.“ Diese könnte sie heute nicht mehr nutzen. Die Kinder haben sich verändert. „Mit der Aufmerksamkeit, der Konzentrationsfähigkeit und dem Verhalten haben wir heute mehr Probleme. Auch die Fähigkeit der Schüler zu lernen hat abgenommen. Darauf mussten wir Lehrer uns einstellen.“ Gründe dafür sieht Schleif in der Dauerberieselung der Kinder durch die heutigen Medien und die teilweise hohe Arbeitsbelastung der Eltern, gepaart mit weniger Wochenstunden etwa in Deutsch oder Mathematik.

Dennoch, so Schleif, das schönste an ihrem Beruf war die Arbeit mit den Kindern und mitzuerleben, wie sie sich persönlich und von Generation zu Generation verändern. Ihre Schüler und das Unterrichtsklingeln werde sie in Zukunft wohl auch am meisten vermissen, glaubt Schleif. Andererseits freut sie sich auf ihren kommenden Lebensabschnitt. Darauf, ihre Tage in Ruhe anzugehen. „Und auf viele schöne Reisen mit unserem Wohnmobil.“

Ihr Nachfolger an der Regelschule Dobitschen wird übrigens Tino Schädlich. Er ist zurzeit noch stellvertretender Schulleiter an der Eichbergschule.

Von Jörg Reuter

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