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Altenburg Schulmediatoren für Altenburg gesucht
Region Altenburg Schulmediatoren für Altenburg gesucht
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00:18 31.05.2017
Der Verein „Seniorpartner in School“ (SiS) ist bundesweit aktiv. Quelle: web
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Altenburg

„Die Jugend verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten, widerspricht ihren Eltern und tyrannisiert ihre Lehrer.“ Dieses abgekürzte Zitat stammt vom griechischen Philosophen Sokrates vor knapp 2500 Jahren. Womöglich treibt es die heutige Jugend noch einen ganzen Zacken bunter. An den Schulen gibt es Prügeleien, Disziplinlosigkeiten, Mobbing und auch Drogenprobleme. Hinzu kommen Lehrermangel, überforderte Eltern, die geplante Reduzierung oder gänzliche Abschaffung der Förderzentren und der stark zugenommene Anteil ausländischer Schüler.

Doch es gibt seit 2012 einen bundesweit tätigen Verein, der diese schon einigermaßen angespannte Gemengelage erkannt hat und den Schülern helfen will. Er heißt „Seniorpartner in School“, ist bereits an 14 Ostthüringer Bildungseinrichtungen aktiv, leistet dort Hilfestellung und berät die Schüler bei ihren Problemen. Diese kommen von selbst, auf Empfehlung der Schulleitung oder werden sogar von Mitschülern zu Gesprächen zu den Beratern geschickt.

Im Altenburger Land betrifft dies seit zwei Jahren die Grundschule am Finkenweg und die Regelschule am Eichberg – beide in Schmölln. Die Vereinsmitglieder im Seniorenalter sind regelmäßig in Zweier-Teams vor Ort, führen Gruppen- oder Einzelgespräche durch. Oft geschieht dies mit verhaltensauffälligen Schülern, „denn für diese haben die Lehrer meist wenig Zeit“, erläutert Vereinsvorsitzender Bernd Himmerlich. Geredet wird aber auch über ganz alltägliche Sorgen der Schüler, die womöglich weit weniger gravierend, aber für den Einzelnen enorm wichtig sind. „Wenn ein Kind Probleme hat, ist es im Unterricht nicht mehr aufmerksam“, weiß Himmerlich.

Eltern werden über die Probleme ihres Nachwuchses nicht informiert, es sei denn, es handelt sich um Straftaten. Ziel der Gespräche ist vielmehr, den Schülern dabei zu helfen, ihre Probleme selbst und gewaltfrei zu lösen, also miteinander zu reden, statt sich zu prügeln. Oft kommen junge Leute auch mit sich selbst nicht zurecht, werden von den anderen als Problem-Schüler tituliert und geraten so in ein gefährliches Abseits. Auch das wollen die Helfer verhindern.

Da dieses Angebot aber nicht nur in Schmölln benötigt wird, will der Verein seine Aktivitäten nun auf Altenburg ausdehnen, wo es eine sehr große Nachfrage dafür gibt. Dazu werden ortsansässige Senioren gesucht, die neben Einfühlungsvermögen und Empathie für Kinder vor allem eines mitbringen müssen: Zeit. Denn dieses Gut wird sich für junge Leute offenbar zu wenig genommen. Die neuen Mitstreiter erhalten auf Kosten des Vereins eine zwölftägige Ausbildung. Ziel ist, bis September vier bis sechs Senioren zu gewinnen, die im zweiten Halbjahr des kommenden Schuljahres loslegen.

Der Verein hat mit seinen Angeboten bereits spürbare Erfolge erzielt, berichtet Himmerlich. Der Umgang der Schüler miteinander verbessere sich, über einen längeren Zeitraum sinke auch die Gewaltbereitschaft.

Von 2014 bis zum Ende des Schuljahres 2015/16 wurden durch den Verein an Ostthüringens Schulen 1800 Einzelgespräche durchgeführt und dabei 3400 Schüler betreut. Außerdem erfolgt eine gezielte und kontinuierliche Weiterbildung der Schulmediatoren, von denen es im Moment 35 gibt.

Info: Wer sich im Raum Altenburg im Verein engagieren oder ihn auch finanziell unterstützen will, kann sich unter Telefon 0365 34885 melden oder per E-Mail: b.himmerlich@sis.thueringen.de.

Von Jens Rosenkranz

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