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Schulnetzplanung mit Schwarmintelligenz: Landrätin bezieht Öffentlichkeit ein

Schulnetzplanung mit Schwarmintelligenz: Landrätin bezieht Öffentlichkeit ein

Landrätin Michaele Sojka (Linke) geht neue Wege: Anstatt den neuen Schulnetzplan hinter den Türen der Verwaltung und der politischen Gremien zu erarbeiten, setzt sie auf das Wissen der Masse, auf Schwarmintelligenz.

Altenburg. Von Thomas Haegeler

Um eine Diskussion anzuschieben, hat Sojka vom zuständigen Fachdienst alle relevanten Daten zu den 14 Grund-, den neun Regelschulen sowie zu den vier Gymnasien und den drei Förderzentren zusammenstellen lassen, deren Träger der Kreis ist. Gestern Nachmittag gingen die 67 Seiten online. Nun kann sich jeder Bürger auf der Internetseite des Landratsamtes über Schülerprognosen, Art und Kosten von Sanierungen in den vergangenen Jahren, den Investitionsbedarf und weitere Details der Einrichtungen informieren, eine Meinung bilden und diese der Verwaltung per Mail mitteilen. Diesen Weg habe man gewählt, weil ein Forum rechtlich nicht gehe, sagte Sojka

Einmal pro Woche will sich die Landrätin dann vom Fachdienst Schulverwaltung die Zuschriften schicken lassen, um sich selbst ein Bild zu machen. "Ich hoffe, es entwickelt sich eine Diskussion und vertraue auf das Schwarmwissen", so Sojka weiter. "Wir testen das jetzt und werden sehen, ob, wie viel und in welcher Qualität Feedback kommt." Ihr Eindruck sei aber, dass es immer mehr Interesse bei den Bürgern gebe, an solchen Prozessen teilzuhaben. Um alle auf den gleichen Stand zu bringen, plant sie zudem immer wieder kurze Zusammenfassungen im Internet.

"Dort sollen die Dinge dargestellt werden, worum sich die Diskussion hauptsächlich dreht", lässt die Landrätin wissen. Sei es ein bestimmtes Thema oder eine spezielle Schule. "Wenn Müll kommt, müssen wir entsprechende Konsequenzen ziehen und es darf nicht jeder eine Antwort erwarten."

Durch das neue Prozedere hofft Sojka nicht nur auf zündende Ideen für eine verlässliche Schulnetzplanung bis 2018, sondern will auch Druck auf die Fraktionen des Kreistags ausüben. "In Gotha hat man einen Plan bereits veröffentlicht, allerdings schon mit konkreten Vorschlägen für Schließungen", sagte die Lehrerin für Mathematik und Physik. "Daraufhin haben die Fraktionen Schulen besucht."

Sie wisse um die Struktur im Kreis mit vielen kleinen Schulen. "Das unterscheidet uns von anderen", erklärte Sojka. "Viele kleine Schulen bedeuten jedoch, dass der Verfügungsrahmen der einzelnen Einrichtungen nicht sehr groß ist." Wenn man sich für wenige Zentren entscheide, hätten diese möglicherweise mehr Geld, um etwa reformpädagogische Ansätze stärker zu verfolgen. Sie glaube jedoch an die Zukunft von kleinen Schulen, "wenn sie konzeptionell untersetzt sind". Dafür sei es aber nötig, die Wohnortbindung aufzuheben. "Das diskutiere ich mit der Verwaltung derzeit ergebnisoffen." Die Schulleiter lehnen eine Öffnung ab, weil sie eine Konkurrenz der Schulen untereinander befürchten.

Zu diskutieren ist laut Landrätin auch über die kleinen Gymnasien wie das in Meuselwitz, wo es dieses Jahr nur 21 Abiturienten gab: Da dürften Eltern nicht erwarten, dass dieselbe Bandbreite angeboten werde wie in größeren Schulen.

"Die Bildung war mal ein Markenzeichen des Altenburger Landes und vielleicht wird sie es wieder", so Sojka. Auch deshalb lasse sie alle Träger und die Öffentlichkeit mitdiskutieren. "Wir vermitteln Wissen", ergänzte der Schulverwaltungschef Wolfgang Kopplin, "und können nur hoffen, dass daraus mit Weisheit ein Schulnetzplan entsteht."

-Kommentar

 

Die Zahlen und Fakten zu den Schulen finden sich unter www.altenburgerland.de im Menüpunkt "Aktuelles und Presse" und dort unter "Bürgerdialog". Ideen, Anregungen und Meinungen können per E-Mail an schulnetzplanung@altenburgerland.de geschickt werden.

 

 

 

 

Vorlage des ersten Entwurfes zur Vorberatung bei der Landrätin

 

 

Vorlage des ersten Entwurfes bei der Landrätin

 

 

Beratung des ersten Entwurfes im Schul-, Kultur- und Sportausschuss (SKSA), ggf. Anhörung von Lehrergewerkschaften und Elternvertretern

 

 

Beteiligung der Städte und Gemeinden, Schulkonferenzen und des Schulamtes sowie Abstimmung mit benachbarten bzw. freien Schulträgern

 

 

Vorlage des zweiten Entwurfes bei der Landrätin

 

 

Beratung des zweiten Entwurfes im SKSA

 

 

Beschluss im Kreistag

 

 

Vorlage beim Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

 

 

Inkrafttreten des Plans

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