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Altenburg Schwanenfamilie legt Zugverkehr zwischen Altenburg und Zwickau lahm
Region Altenburg Schwanenfamilie legt Zugverkehr zwischen Altenburg und Zwickau lahm
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11:35 12.06.2016
Verkehrshindernis: Eine Schwanenfamilie wie diese hat den Zugverkehr zwischen Altenburg und Zwickau am Sonnabend kurzzeitig lahmgelegt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Familie Schwan auf Wanderschaft hat am Sonnabendvormittag zeitweise den kompletten Eisenbahnverkehr zwischen der Skatstadt und Zwickau lahmgelegt. Die beiden Alttiere waren mit ihren vier Jungen gegen 10 Uhr bei Knau auf die viel befahrene Bahnstrecke gelaufen. Um die edlen Vögel nicht zu gefährden, wurde umgehend der Betrieb unterbrochen. Mindestens zwei S-Bahnzüge standen mitten auf der Strecke vorerst still.

„Wir wurden um 10.17 Uhr von der Rettungsleitstelle Gera alarmiert und hatten den Auftrag, die Tiere wieder sicher in ein Gewässer zu bringen“, berichtete Uwe Müller von der Altenburger Berufsfeuerwehr. Mit vier Kameraden rückten die Löschprofis zu den nahe des Bahntunnels Knau nur recht mühsam erreichbaren Bahnanlagen an. „Die Passagiere der beiden stehenden S-Bahnen hatten den Zwischenfall schon mitbekommen und verfolgten ziemlich aufgeregt das Geschehen. Manche machten sogar Fotos vom Einsatz.“

Nicht minder aufgeregt waren angesichts des nun aufkommenden Trubels die sechs Wandervögel auf Abwegen. „Schwäne, vor allem wenn sie Junge haben, reagieren in Stresssituationen ja ziemlich aggressiv. Die Alttiere verteidigen ihre Jungen und sich selber ziemlich offensiv. Und Schwäne haben in solchen Situationen ja eine unglaubliche Kraft“, erinnerte sich Müller unter anderem an eine frühere Rettungsaktion eines eingeklemmten majestätisch anmutenden Langhalses. „Der Schwan war an einem Teich eingeklemmt, verletzt und panisch. Mit einem einzigen gezielten Flügelschlag hat er ein zentimeterdickes Paddel unseres Schlauchbootes, mit dem wir uns näherten, regelrecht abgeknickt. So ein aufgebrachtes Tier kann einem Menschen locker Knochen brechen“, so Müller.

Auch auf den Gleisen sei am Sonnabend die Aufregung der Tiere angesichts der uniformierten Eindringlinge, die doch eigentlich nur helfen wollten, groß gewesen. „Mit einem großen Netz, dass wir normalerweise zum Einfangen von Hunden einsetzen, konnten zwei Kameraden die drohenden Alttiere von ihren Jungen fernhalten. Ein anderer sammelte die vier Jungen mit einem Kescher ein“, schilderte der Feuerwehrmann die Rettungsaktion. Nachdem die vier Wollknäulen ähnelnden Jungtiere erfolgreich im Kescher waren, sei die Bergungen recht einfach gewesen. „Ein Kollege ging mit den eingefangenen Jungen, die natürlich nach ihren Eltern riefen, vorne weg, die Elterntiere watschelten hinterher. Bis zu einem nahen Teich am Gerstenbach, wo wir die Familie wieder in die Freiheit entließen“ erzählt Uwe Müller mit einem Schmunzeln. Dort verkrümelte sich die gerettete Familie Schwan wohlbehalten sofort wieder auf das Wasser, wo sie eigentlich hingehört, und konnten die Züge verspätet weiter rollen. „Bedankt haben sich die Tiere bei uns natürlich nicht“, fügte Müller lachend hinzu. Gegen 11.10 Uhr konnten die Schwanenretter, ebenfalls unversehrt, wieder ins Depot einrücken.

Von Jörg Wolf

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