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Altenburg Schwanenliebe in Gorma entfacht
Region Altenburg Schwanenliebe in Gorma entfacht
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16:47 11.03.2018
Einträchtig vereint: Die beiden Schwäne vom Teich im Rositzer Ortsteil Gorma konnten sich nach ersten Animositäten füreinander erwärmen. Quelle: Andrea Rücker
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Gorma

Ein scheinbar endloses Drama scheint im Rositzer Ortsteil Gorma ein gutes Ende gefunden zu haben. Konkret auf dem dortigen schmucken Teich mitten im Ortskern, wo noch vor einigen Monaten nicht die Fetzen, aber im wahrsten Sinne des Wortes die Federn flogen. Denn schon seit langem bemühte sich die Gemeindeverwaltung, der auf dem Teich lebenden und leider verwitweten Schwanendame einen neuen Partner zur Seite zu stellen.

Das schlug gleich mehrfach fehl. Entweder war man sich nicht grün oder die Männchen fielen vermutlich dem Fuchs zum Opfer. Auch der jüngste Versuch im vergangenen August schien unter keinem guten Stern zu sehen: Aus Unterwellenborn reiste ein neuer Gatte in spe an die Gormaer Teichgestade. Die Saalfelder Tierschützer hatten den Kontakt nach Rositz hergestellt und ihren einsamen Erpel zwecks Liaison angeboten.

Doch zunächst lief die traute Partnerschaft mehr als holprig. „Anfangs wurde der Erpel vom eingesessenen Tier attackiert“, erinnerte sich der Rositzer Bürgermeister Steffen Stange (parteilos). Allerdings war man in Rositz wegen dem schon seit Jahren wieder aufflammenden Schwanendramas schon recht abgebrüht: Kurzerhand trennten Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs mit Maschendrahtzaun den Teich in zwei separate Bereiche für beide Tiere ab, in denen sie für sich waren, aber zum Aneinander-Gewöhnen immer im Blickkontakt blieben.

Und das Wunder geschah tatsächlich. Steffen Stange: „Beide Tiere gewöhnten sich im Laufe der Zeit schon aneinander, wenngleich lange Zeit nur so etwas wie ein Burgfrieden herrschte. Nachdem wir die Absperrung errichtet hatten, ging aber alles scheinbar ganz schnell – und wurde die Liebe entfacht“, schmunzelt er.

Denn kaum stand die Sperre, fand Herr Langhals wohl bei Nacht doch eine vermutlich undichte Stelle und büxte zu seiner Herzensdame – die ihn bis dahin verschmäht hatte – aus.

„Und förmlich über Nacht war bei dem Paar eigentlich jeder Zwist vergessen. Im Gegenteil: Einträchtig ziehen jetzt beide in Gorma beisammen auf dem Teich ihre Bahnen“, kann Stange mitteilen. Die ohnehin scheinbar wenig nutzvolle Maschendrahtsperre haben die Bauhofleute umgehend wieder abgebaut, damit dem frischen Glück gar nichts mehr im Wege steht.

Tierschützerin Andrea Rücker, die auch Chefin des Vereines „Hoffnung für Wildenten, Schwäne & Co.“ ist und damit logischerweise ein großes Faible für die anmutigen Langhälse hat, ist verzückt: „Das ist doch ein herrliches Bild, das Paar nach so langer Zeit so einträchtig auf dem Teich erleben zu dürfen“, meinte sie und drückte zum Beweis gleich auf den Auslöser ihrer Kamera. Ob sich nun auch Nachwuchs einstellt? In Rositz hofft man zumindest.

Von Jörg Wolf

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