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Schwanenmännchen auf Gormaer Teich entflammt die Dame noch nicht

Neue Liebe gesucht Schwanenmännchen auf Gormaer Teich entflammt die Dame noch nicht

Rositz und seine Schwäne auf dem Gormaer Teich – es scheint eine unendliche Geschichte zu sein. Erst fiel der Nachwuchs aus, weil irrtümlich zwei Weibchen ihre Bahnen zogen, dann verstarb der Gatte nach nur einmaliger Elternschaft und der Nachfolger passte gleich mal gar nicht. Jetzt ein neuer Versuch der Verkupplung. Doch auch die ist schwierig.

Frau Schwan kann sich für den neuen Gatten noch nicht so recht erwärmen. Nur beim Futtern gibt es erste Annäherungen.

Quelle: Mario Jahn

Gorma. Das Prinzip Hoffnung regiert derzeit beim Rositzer Bürgermeister Steffen Stange. Zumindest in Sachen einer tierischen Liaison im Ortsteil Gorma. Denn seit Ende August lebt auf dem dortigen Teich neben der schon heimischen, aber leider verwitweten Schwanendame wieder ein Männchen. Tierschützer aus Saalfeld hatten von der Dame aus dem Gormaer Teich erfahren und ein ebenfalls allein lebendes Männchen aus Unterwellenborn abgegeben.

Die Chemie stimmte aber nicht so recht: „Anfangs wurde der Erpel vom eingesessenen Tier attackiert“, so Stange. Jetzt, knappe drei Monate später, scheint so etwas wie Burgfrieden zu herrschen, was das Gemeindeoberhaupt mit Hoffnung erfüllt. „Zumindest am Ufer fressen beide schon einträchtig nebeneinander. Nur vom Wasser selber wird unser Männchen vom Weibchen noch immer vertrieben“, sieht Stange zumindest eine gewisse Fortschritte in der tierischen Eheanbahnung.

Bei der schrittweisen Verkupplung haben Gemeindearbeiter aber schon jetzt nachgeholfen. „Schwani“, wie der durch eine Verletzung aus Jungtierzeiten gehbehinderte Gormaer Neu-Schwan mittlerweile nur genannt wird, bekam am Teich ein eigenes Wassergrundstück. „Bauhofmitarbeiter haben einen Teil des Teiches mit einem Netz abgetrennt. Aber die Futterstelle nutzen beide gemeinsam und können sich so besser aneinander gewöhnen“, sagt Stange. Auf Nachwuchs hofft das Gemeindeoberhaupt derzeit nicht. „Dafür sind sich beide leider noch nicht grün genug. Aber da hoffen wir weiter.“

Ach, Gorma und deine Schwäne. Es scheint wirklich eine unendliche Geschichte zu sein. „Ja, das ist schon ziemlich speziell. Aber so ist es halt im Leben miteinander“, meint Stange vielsagend mit einem Schmunzeln.

Mitte der 1990er-Jahre kam auf das kleine Binnengewässer dank zweier majestätischer Langhälse wieder Leben. Der SPD-Partnerverein aus Welschen-Ennest im Landkreis Olpe schenkte der Gemeinde zwei Schwäne. Was folgte, war ein 20-jähriges Rätselraten in Rositz, warum sich bei den sich eigentlich gut vertragenden Tieren keinerlei Nachwuchs einstellte. Des Rätsels Lösung: Auf dem Teich zog kein Paar seine Bahnen, sondern zwei Weibchen.

Als dann eine der beiden Damen 2010 vermutlich durch einen jagdeifrigen Fuchs ihr Leben aushauchte, besorgten die Rositzer aus dem Zoo in Halle einen echten Gemahlen für das vereinsamte Weibchen. Und es funkte: 2012 stellte sich der so sehnlich erwartete Schwanennachwuchs tatsächlich ein. Leider hielt dieses Glück nicht allzu lange. Denn auch jener Langhals hauchte sein Leben aus.

Erneut gingen die Rositzer auf die Suche nach einem neuen Bräutigam. Der schien gleich im benachbarten Kriebitzsch im vergangenen Jahr gefunden worden zu sein. Aber die Verbindung klappte diesmal gleich gar nicht, obwohl hier sogar der Kriebitzscher Bürgermeister Bernd Burkhardt als Kuppler mithalf. Da gab es überhaupt keine Annäherung, da funkte überhaupt nichts, so dass dieser Trauerschwan-Mann wieder von der Höckerschwan-Frau weggenommen wurde.

Jetzt der dritte Anlauf. Und nicht nur Steffen Stange hofft, dass Amors Pfeil in die Schwanenherzen treffen möge.

Von Jörg Wolf

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