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18:43 27.06.2014
Oltener und Altenburger Schüler winken vor dem Rathaus. Zum 12. Mal sind die Altenburger Gastgeber für junge Leute aus der Schweizer Partnerstadt. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Von Adeline Bruzat

Dieses Schüleraustauschprogramm existiert nun schon seit 1997. Aber wegen finanzieller Probleme der Stadt Olten sind die zukünftigen Besuche der jungen Leute vor allem in Altenburg gefährdet.

Es war ein regelrechtes Gewimmel im Rathaus, als die jungen Altenburger mit ihren Gästen aus der Schweiz Platz nahmen und auf die Begrüßung durch den Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) warteten. Außenstehende konnte nicht erkennen, wer nun aus welchem Land kommt. Denn schon am zweiten Tag ihres Treffens gingen die Oltener und Altenburger unbefangen miteinander um. Eine Grüppchenbildung kam so erst gar nicht zustande, alle saßen kunterbunt durcheinander.

Denn die Schweizer und Altenburg sind längst gute Bekannte. Angefangen hatte die Partnerschaft 1997. "Meine Tochter fuhr mit ihrer Klasse nach Altenburg und übernachtete bei der Familie der Lehrerin Helga Albrecht", erinnerte sich Urs Borner, der Mitgründer des Kulturaustausches. Auf die Visite in Altenburg folgte der Gegenbesuch in Olten "und wir machten ab, dass dieser Schüleraustausch immer wieder stattfinden sollte", sagte Borner, Für alle Teilnehmer waren die Besuche und Gegenbesuche eine richtige Erweiterung ihres Horizontes, weiß der ehemalige Schulleiter der Bezirkschule Olten. "Sie lernen ein anderes Land und eine andere Schule kennen sowie andere Umgangsformen", sagte er.

Auch wenn der 74-Jährige das Projekt seit ein paar Jahren nicht mehr selbst leitet, begleitet er die schweizerische Gruppe immer noch nach Altenburg. "Ich bin überwältigt von der Herzlichkeit, der gewissenhaften und verantwortungsbewussten Betreuung unserer Jugendlichen durch die Gasteltern von Altenburg", freute er sich.

Dass die Schüler in Gastfamilien übernachteten, gefiel der 15-jährigen Rahel besonders. "Das ist ein sehr guter Einblick in die deutsche Kultur", betonte die junge Schweizerin. Laura, ihre deutsche Austauschschülerin, freute sich ebenfalls über diese interkulturelle Freundschaft. "Im vergangenen Jahr war ich bei Rahel zu Hause", sagte sie, "als Gast entdeckt man viele neue Sachen und muss sich um nichts kümmern. Aber als Gastgeber ist es auch schön, weil man seine Heimat zeigen kann".

Die Unterkunft bei Gastfamilien hilft, das Eis zwischen den Teilnehmern zu brechen und weltoffener zu werden.

"Die Altenburger Schüler haben Gäste, die zum Teil Muslime sind. Sie haben sich ganz wunderbar darauf eingestellt und haben im Vorfeld recherchiert, was sie zum Essen anbieten können und was nicht", erzählte Petra Peter, Lehrerin am Lerchenberggymnasium in Altenburg. Bei ihm zu Hause nahm der 14-jährige Benjamin zwei Schweizer auf. Im Vorhinein konnte er aussuchen, welche Austauschschüler zu ihm am besten passten. "Die Schüler aus der Schweiz schrieben ihre Hobbys auf einen Zettel und dann bekamen wir Steckbriefe in Altenburg. So konnten wir unsere Gäste auswählen und Kontakt mit ihnen übers Internet aufnehmen", erklärte Benjamin.

In der schweizerischen Gruppe war die 16-jährige Nina sehr froh, dass ihre Klassenkameraden mehr über die deutsche Kultur erfahren konnten. Geboren in Dresden, aber aufgewachsen in Stuttgart, wohnt Nina nun seit drei Jahren in der Schweiz. Mehrere Schüler traf sie schon im vorigen Jahr beim Schüleraustausch in Olten. "Ich mag es, immer neue Leute kennenzulernen. Dann nutzen wir die sozialen Netzwerke, um den Kontakt beizubehalten", erläuterte sie. Während dieser Woche in Altenburg besuchten die Schüler den Historischen Friseursalon und nahmen bei einer Führung durch die Skatstadt teil. Die Schweizer hatten auch zwei Stunden Unterricht im Lerchenberggymnasium mit den Altenburger Schülern. Exkursionen zum Leipziger Zoo und nach Markkleeberg zum Schülerrafting-Tag waren ebenfalls Teil des Programms.

Der nächste Schüleraustausch zwischen Olten und Altenburg könnte in zwei oder drei Jahren wieder stattfinden. Doch dabei gibt es ernste Sorgen. Die Stadt Olten muss wegen sinkender Steuereinnahmen sparen, insbesondere aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten eines ansässigen Energiekonzerns. "Die Stadt Olten erwägt ernsthaft, den Schüleraustausch zu streichen", erklärte Urs Borner, der immer noch hofft, dass eine Lösung gefunden werden wird. "Es wäre sehr schade, wenn der Schüleraustausch nicht mehr stattfinden könnte." Besuche und Gegenbesuche wurden jedes Mal von beiden Städten finanziert. Die Entsendestadt fördert die Reise, während die Gastgeberstadt einen Teil des Programms finanziert. Den anderen Teil übernehmen die Schüler, die sich ebenfalls an den Kosten beteiligten.

Dieses Mal bezahlte zum Beispiel jeder schweizerische Schüler ungefähr 120 Euro für eine Woche in Altenburg. Durch die finanziellen Probleme der Stadt Olten ist dann die nächste Reise der jungen Altenburger in die Schweiz sowieso gefährdet, weil die Schweizer einen Teil des Programms vor Ort finanzieren sollten.

© Kommentar

Adeline Bruzat

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