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Sechstes Philharmonisches Konzert ist außergewöhnlich

Sechstes Philharmonisches Konzert ist außergewöhnlich

Im Ablauf der Philharmonischen Konzerte in den vergangenen Jahren hat es mehrere gegeben, die man als außergewöhnliche Musikerlebnisse bezeichnen konnte.

Altenburg.

Das sechste dieser Spielzeit am vergangenen Freitag fügte sich fraglos in diese höchste Kategorie ein. Das Konzertthema "Pastorale" vereinte mit Richard Strauss' Konzert für Horn und Orchester Nr. 1 und Beethovens 6. Sinfonie "Pastorale" attraktive und bekannte Werke.

 

Da mit dem ungarischen Dirigenten Imre Pallo, dem Hornsolisten Christoph Ess und dem heimischen Philharmonischen Orchester drei Protagonisten in Höchstform miteinander musizierten, kam es zu dem Glücksfall eines denkwürdigen Musikerlebnisses. Das ist erstaunlich: Der Gastdirigent muss sich schließlich erst an die hiesigen Gegebenheiten anpassen, und das Orchester musste sich rasch auf die Intentionen des Dirigenten einstellen. Dass dies so eindrucksvoll gelang, ist - unabhängig, ob die Chemie zwischen beiden sofort stimmte - sowohl der Erfahrung und der Qualität des Dirigenten als auch der Reife des Orchesters geschuldet. Herausgekommen ist ein Abend besten Musizierens von romantisch geprägter Musik.

 

Dieser begann mit Zoltan Kodalys "Sommerabend" - eine angenehm lebendige musikalische Rarität mit ungarischen Motiven aus dem Jahre 1906. Über die atmosphärische Imagination eines Sommerabends legte der Dirigent den Hauch einer elegischen Stimmung, die sich auch in einem besonderen Klang des Orchesters, besonders der Streicher, zeigte. Das Orchester kostete alle Klangmöglichkeiten aus, die der Komponist vorgab und der Dirigent forderte.

 

Mit diesem Philharmonischen Konzert begann das Theater auch die diesjährigen Ehrungen Richard Strauss' anlässlich seines 150. Geburtstages. Die Wahl des Hornkonzerts Nr. 1, auch ein Jugendstück, war gut. Bei dem 1833 vollendeten Werk handelt es sich um ein beliebtes und oft gespieltes. Christoph Ess bewältigte als noch junger Solist den Horn-Marathon dieses spieltechnisch anspruchsvollen Stückes stabil mit herrlicher Tongebung und souveräner Technik. Nur ganz wenige Passagen wirkten aus dem Bemühen um Höhensicherheit etwas angestrengt.

 

Die schwierigen Hornkoloraturen kamen bei Christoph Ess rein und klar geperlt wie die Tropfen eines Wasserfalls, die gleichmäßig fallen. Imre Pallo lieferte mit dem Orchester eine absolut passgenaue Begleitung, eine wertvolle Sicherheit für den Solisten. Der Beifall des Publikums war dementsprechend euphorisch, eine Zugabe des Solisten mit einer Rossinimusik gab es dabei zwangsläufig. Die dabei gefassten Doppeltöne krönten dessen Leistung.

 

Anschließend war es Zeit für Beethoven. Die "Pastorale" ist eine Musik, die berührt. Sie ist laut Beethoven selbst "mehr Ausdruck der Empfindung als Malerey", und so stellt sie mit unerschöpflicher Phantasie freundliche und heitere Gefühle dar. Harmonisch und voller Energie und Dynamik wird musikalisches Wohlbehagen beschrieben und beim Hörer geweckt. Das genau auch war der Interpretationsansatz von Imre Pallo mit dem Orchester. Da wurde weder klassische Behäbigkeit noch romantische Idylle zugelassen. Lebendiges Musizieren war angesagt, schwungvoll, kräftig und teilweise temporeich.

 

Im vierten Satz brach der Aufruhr der Elemente los - mit Sturm, Donnergetöse und zuckenden Blitzen. Das Orchester folgte ihm in allem mit Hingabe und glänzendem präzisen Musizieren, auch bei den vielen kleinen Soli der Bläser, und fand mit ihm zu einem musikalisch beglückenden Zusammenspiel. Das wirkte auch auf das Publikum, dessen Beifall, mit Bravi und Füßetrampeln gemischt, keinen Abschluss finden will. Am Ende beurteilen regelmäßige Konzertbesucher mit hohem Musikverständnis das Konzert als phänomenal.

Manfred Hainich

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