Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Selbst der Experte ist überfragt
Region Altenburg Selbst der Experte ist überfragt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:42 19.10.2011

[gallery:600-17863273P-1]

"Können Sie mir bitte sagen, wie dieser Apfel heißt? Ich habe eine Allergie, aber diesen Apfel vertrage ich", meldet sich eine Frau zu Wort. Die Allergikerin heißt Cornelia Brieger und sitzt am Sonntag gespannt an einem Tisch, auf dem Nachschlagewerke, jede Menge Zettel und natürlich Messer liegen. Walter Janovsky stutzt, als er den Apfel sieht, den Cornelia Brieger mitgebracht hat. Da er rein äußerlich keine konkrete Sorte feststellen kann, schneidet er den Apfel auf, kostet und vergleicht die Kerne. Hunderte von ihnen hat der Hobby-Pomologe in ein kleines Büchlein geklebt, um im Zweifelsfall nachschlagen zu können, um welche Frucht es sich handelt.

Nach dem zweiten Bissen meint Janovsky zu wissen, welcher Baum in Briegers Garten steht. "Das ist ein Prinzenapfel, Moment ich schaue mal eben nach", sagt er und eilt zu seinem Tisch, auf dem 233 Apfel-, 49 Birnen- und drei Quittensorten ausgestellt sind. Doch der direkte Vergleich bringt nur die ernüchternde Erkenntnis, dass der Experte mit seinem Latein am Ende ist. Weil sich hinter Cornelia Brieger schon eine ordentliche Schlange gebildet hat, schreibt sich Walter Janovsky die Telefonnummer auf und verspricht anzurufen, sobald er den Namen herausgefunden hat.

"Es gibt immer mal Fälle, in denen ich die Apfel- oder Birnensorte nicht sofort identifizieren kann. Dann nehme ich die Frucht zu einem Treffen des Pomologenvereins mit, in der Hoffnung, dass andere Mitglieder mir weiterhelfen können", erzählt Janovsky.

Weiterhelfen konnte er dafür Familie Friedrich aus Zürchau. Sie haben eine Streuobstwiese im Garten und brachten gleich mehrere Äpfel mit, die sie nicht kannten. Nach der Bestimmung wussten sie, dass ihre Goldparmäne zu den ältesten Apfelsorten gehört, ein hervorragender Tafel- und Wirtschaftsapfel, der sehr süß schmeckt, aber auch anfällig für Blattläuse ist. "Ich finde es toll, dass es diese Möglichkeit gibt. Nicht nur, dass wir jetzt unsere Bäume besser kennen, hier kann man auch erfahren, welche Arten man sich noch in den Garten pflanzen könnte", meint Annett Friedrich.

Nach sieben Stunden Obstausstellung und Sortenbestimmung ist Walter Janovsky erschöpft und zufrieden. "In Altenburg haben wir immer den größten Zuspruch, deshalb komme ich jedes Jahr gern wieder hierher" sagt der Rentner abschließend, bevor er sich mit seinen Früchten auf den Heimweg nach Kayna macht. Dort lagert er sie in seinem Keller beziehungsweise in der Garage ein. In seinen sieben Gärten warten weitere 266 Sorten Kernobst auf ihn.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

BSV Eintracht Sondershausen - SV Motor Altenburg 2:3 (1:3). Was Motor in 93 Minuten bot, verdiente das Prädikat "Extraklasse". Es fällt schwer, aus einer geschlossenen Mannschaft, die sich ein Gesamtlob verdiente, an diesem grandiosen Tag einzelne Spieler hervorzuheben.

19.10.2011

Besser hätten die Bedingungen für die letzte Veranstaltung der sechsten Saison im Botanischen Erlebnisgarten der Skatstadt nicht sein können: Strahlende Herbstsonne lud am Sonnabend und Sonntag zum Besuch des Erntedankfestes ein.

19.10.2011

Altenburg/Schmölln (M.G.). 90 Kilometer des Luther-Weges verlaufen durch das Altenburger Land. Das ist etwa ein Achtel der thüringischen Gesamtlänge. Die liegt bei 800. Obwohl die Region ein nicht allzu üppiges Stück am Pilgerweg-Kuchen ihr Eigen nennt, sieht Altenburgs Tourismus-Chefin, Christine Büring, erhebliches Potenzial in dem Projekt.

19.10.2011
Anzeige