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Altenburg Seltene Münzen und Bücher: Kugel derSchlosskirche gibt ihr Geheimnis preis
Region Altenburg Seltene Münzen und Bücher: Kugel derSchlosskirche gibt ihr Geheimnis preis
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22:27 25.03.2015
Christoph (l.) und Thomas Müller nehmen die goldene Kugel der Schlosskirche ab. Quelle: Ronny Seifarth

Seit der letzten Öffnung der weithin sichtbaren Kugel sind immerhin 30 Jahre ins Land gegangen. Nicht nur die in der Kugel gefundenen Schätze überraschten.

Als Christoph und Thomas Müller, die als Vater und Sohn eine kleine Metalldrückerei in Wurzen betreiben, am Morgen hoch über den Altenburger Dächern an die Arbeit gingen, machten sie allerdings zunächst einen verblüffenden Fund. Aus der Spitze des Dachstuhls bargen sie eine verkorkte Flasche aus dem 19. Jahrhundert, informierte Rathaussprecher Christian Bettels. In der Flasche steckte ein Exemplar der "Altenburger Landeszeitung" von 1868.

"Der Inhalt der goldenen Kugel ist ebenfalls beachtlich", so Bettels. Die Experten aus der Keksstadt holten eine ovale Kupferschatulle aus der Kugel, in der sich seltene Schriftstücke und Münzen befanden. "Nach Einschätzung von Schlossrestaurator Mario Gawlik, der die Stücke als erster genauer in Augenschein nahm, sind sie in einem sehr guten Zustand", so Bettels.

Seinen Worten zufolge gehören zu den Schriftstücken ein Hof- und ein Adresskalender. Beide Bücher wurden im Jahr 1804 in Gotha gedruckt. Auch vier Silbermünzen wurden geborgen, zwei aus dem 18. und zwei aus dem 19. Jahrhundert. Auf jeden Fall wurden seinerzeit Waren mit den Geldstücken gehandelt, zu ihrem heutigen Wert wollte sich der Schlossrestaurator aber nicht festlegen, sagte der Rathaussprecher auf OVZ-Nachfrage. Letztlich befanden sich auch Utensilien aus dem Jahr 1985, als die Kugel das letzte Mal geöffnet worden war, in der Kartusche - ein Kartenspiel und eine "Konzertrundschau".

Thomas Müller, der als Metallbildnermeister und Restaurator firmiert, und sein Vater werden nun Wetterfahne und die sonst weithin sichtbaren Kugel in ihrer Werkstatt erneuern. Wenn das geschafft sei, so Bettels, komme die Kugel des Schlosskirchenturms mitsamt dem wertvollen Inhalt wieder an den angestammten Platz. Und sie wird auch mit einigen Dokumenten aus diesem Jahr bestückt.

"Die Instandsetzung der Dächer der altehrwürdigen Schlosskirche und der des angrenzenden Fouriergebäudes ist eine wahre Mammutaufgabe", führt der Rathaussprecher vor Augen. Die aufwendigen Arbeiten begannen 2013 und sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Etwa drei Millionen Euro werden dafür aufgewendet, das meiste Geld erhält die Stadt aus Fördertöpfen. Bettels: "Zu dem Millionenprojekt gehören auch Maßnahmen zur statisch-konstruktiven Instandsetzung von Innenbauteilen der Schlosskirche und die Sanierung des Treppenturms im Schlosshof."

Die Schlosskirche soll im kommenden Jahr dann wieder in den Museumsbetrieb integriert werden.

Frank Prenzel

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