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Altenburg Senioren singen in Altenburg gegen das Vergessen an
Region Altenburg Senioren singen in Altenburg gegen das Vergessen an
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17:02 29.09.2018
In der Begegnungsstätte der Volkssolidarität singen und klatschen Senioren und an Demenz erkrankte gemeinsam bei einem Konzert der Initiative „Musik ohne Ängste & Berührungen“.
Altenburg

„Hören Sie mal, wie das klingt!“, ruft Musiker Martin Roßkopf und hält eine Kaffeemühle hoch, die er aus einem großen, grauen Koffer genommen hat. Dann dreht er an der Kurbel dieses Geräts, das von den Kindern aus der Kita „Spatzennest“ in der ersten Reihe etwas skeptisch betrachtet wird. Doch die etwa 70 älteren Herrschaften auf den Plätzen dahinter lauschen dem Geräusch, mit dem sie viele Erinnerungen verbinden, gebannt. Der Musiker öffnet die Kaffeemühle, geht durch die Reihen und hält den Zuhörern das Kaffeepulver zum Riechen hin.

Das Konzert, das am Freitagmorgen in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität stattfindet, versucht, alle Sinne anzusprechen. Damit soll der Krankheit Demenz, die den Betroffenen so viele Erinnerungen nimmt, etwas entgegengesetzt werden. Bereits zum vierten Mal wurde eine derartige Veranstaltung von der Initiative „Musik ohne Ängste & Bedenken“ organisiert. Das Projekt wird unter anderem von der Ewa und der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte gefördert. Das auf die Bedürfnisse älterer und demenzkranker Menschen ausgerichtete Konzert bietet den Senioren eine musikalische Reise durch die vier Jahreszeiten. Dabei sind die Stücke extra kurz gehalten und die Texte so ausgewählt, dass sie vielen der Besucher noch aus ihrer Kindheit bekannt sein dürften. „So hoffen wir viele Erinnerungen wecken zu können“, sagt der Geschäftsführer der Volkssolidarität Volker Kibisch.

Musik passend zu allen Jahreszeiten

Die ehrenamtlichen Musiker des Osterländer Musikerbundes sorgen mit Keyboard, Querflöte, Geige und Fagott für Klänge, die mal hell wie der Frühling und dann wieder herbstlich und dunkel klingen. Dazu tanzen und singen die Kinder aus dem „Spatzennest“. Gekommen, um diesem Spektakel zu lauschen, sind ältere Menschen aus der Tagespflege Mahn in Lucka, der Tagespflege der Volkssolidarität und dem Behindertenwohnheim der Lebenshilfe.

Sängerin Christine Burger führt die Zuhörer durch das Programm. Um den Januar darzustellen mummelt sich die Gesangslehrerin der Musikschule Altenburg in einen dicken Schal ein und setzt eine Mütze auf. Dann beschreibt sie malerisch dicke Schneeflocken, die in den ersten Tagen eines neuen Jahres vom Himmel fallen. Zusammen mit den Senioren und Seniorinnen singt sie „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Als sich das Konzert dem Frühjahr widmet, werden auch die Zuhörer gefordert. Musiker Michael Böhme fragt die Besucher, ob sie ihm helfen, eine Bauernweisheit zu vervollständigen. Er beginnt mit den Worten „Wenn die Schwalben tiefer fliegen...“ und der Saal antwortet im Chor „...werden wir bald Regen kriegen.“

Senioren blühen bei Musik auf

Ihrem Reisekoffer entnehmen die Musiker immer wieder Gegenstände, die für eine bestimmte Jahreszeit oder einen Monat stehen. „Welche Blumen blühen im Mai?“, fragt Fagottist Böhme und erhält eine Vielzahl von Antworten. Danach lässt er das Publikum an Veilchen riechen. Das Zusammenspiel aus Musik, Gesang, Gerüchen und rhythmischer Bewegung lässt die Senioren förmlich aufblühen. Freudig stimmen sie in die Liedtexte mit ein und klatschen bei jedem Stück. Viele haben alle Zeilen der oft traditionellen Volkslieder parat. „So schnell ging ein ganzes Jahr noch nie rum. Zwölf Monate durchleben wir in nur einer Stunde“, scherzt Musiker Böhme.

Von Pia Siemer

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