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Altenburg Sensationelle Aufholjagd: Aufbau-Handballer drehen Duell gegen Nordhausen
Region Altenburg Sensationelle Aufholjagd: Aufbau-Handballer drehen Duell gegen Nordhausen
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18:58 29.10.2012
Selbst zu dritt gelingt es den Nordhäusern nicht, Aufbau-Ass Bennet Leuschke (M.) zu stoppen. Am Ende erzielt er mit zehn Toren mehr als ein Drittel der Altenburger Treffer und hat so maßgeblichen Anteil am Sieg. Quelle: Mario Jahn

Von Lutz Pfefferkorn

Eine Erklärung, wie man solch eine Aufholjagd vom Zaun brechen und die letzte knappe halbe Stunde noch so drehen kann, wussten bisher eigentlich nur schwedische Fußball-Nationaltrainer. Das Aufbau-Team, bei dem fünf Spieler nicht einsatzfähig waren, legte alles andere als einen optimalen Start hin und geriet nach nicht einmal zehn Minuten mit 3:6 in die Hinterhand. Grund dafür: Die Altenburger Deckung funktionierte überhaupt noch nicht.

Dabei waren es mit Effenberger und Thiele lediglich zwei Nordhäuser Spieler, die den Abwehrverband der Hausherren mit Einzelaktionen immer wieder durcheinander brachten und dann kurz und trocken abzogen. Am Spielverlauf sollte sich in der gesamten ersten Halbzeit auch nicht mehr allzu viel ändern. Aufbau kam einfach nicht so richtig in die Gänge und musste kurz vor der Pause gar noch das 9:14 hinnehmen, als André Werrmann und Oliver Schörnig fast im Gleichklang zwei Strafminuten abzusitzen hatten.

Und auch der zweite Durchgang begann wenig vielversprechend, nämlich mit den Gästetoren Nummer 15, 16 und 17. Normalerweise sollte es das gewesen sein. Denn wie sollte ein Aufsteiger, ein Außenseiter, in solch einer Situation die Kurve kriegen? Welchen Schalter muss eine Mannschaft umlegen, die in 35 Minuten mit sieben Toren ins Minus geraten ist, um in den verbleibenden 25 Minuten noch ein Acht-Tore-Plus herauszuspielen.

Drei Dinge bedarf es dazu: eine schier unüberwindbare Abwehr, einen an sich glaubenden Angriff und einen David Kießhauer. Der Aufbau-Keeper läutete mit zwei, drei Glanztaten nicht nur den Beginn der sensationellen Aufholjagd ein, sondern sollte mit seiner Bilanz von 80 Prozent gehaltener Bälle in der zweiten Hälfte noch einen Großteil selbst dazu beitragen.

Den Rest erledigten Kießhauers Vorderleute, die nun überhaupt nicht mehr zu halten waren. In der Abwehr blockte man, was das Zeug hielt, warf sich wagemutig in die Bälle des Gegners, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Dazu ging auch nach vorn so richtig die Post ab. Die schnellen Martin Stockhaus und Florian Pohle wirbelten die Gäste-Verteidigung nun komplett durcheinander, Abwehrbollwerk Daniel Bohnstedt entdeckte bei sich plötzlich ungeahnte Sprung- und Wurfqualitäten, und Bennet Leuschke hätte wohl selbst mit verbundenen Augen immer das Tor getroffen. So hieß es 18:18 nach 45 Minuten und 21:21 nach 50 Minuten. Dann machte Altenburg die Abwehr endgültig dicht und erzielte vorne noch acht Tore am Stück. So geht das.

Allerdings war es nicht so, dass die Gäste nun nicht mehr mitspielten. Aber ein Nordhäuser Tor-Erfolg war aus Aufbau-Sicht ein absolutes No-Go, die Zone am Strafraum ein Tabu für gegnerische Spieler. Dafür hatte ein Team gesorgt, das spielerisch gleichwertig war, aber kämpferisch einfach den entscheidenden Tick mehr wollte und deswegen letztlich dieses Spiel noch völlig verdient gedreht hatte. Mit 8:6 Punkten hat man sich nun auf den vierten Tabellenrang katapultiert. Die Konkurrenz kommt mittlerweile nicht mehr aus dem Staunen heraus, und am Sonnabend gastiert mit der SG Suhl/Goldlauter bereits der nächste Gegner in der Skatstadt (20 Uhr, Sporthalle Altenburg Südost), den die Doering-Truppe überraschen will.

Kießhauer, Günther, Stockhaus (1), Bärbig, Dietze, Beer (1), Leuschke (10), Pohle (5), Werrmann (4), Härtel (2), Schörnig (3), Bohnstedt (3).

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